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Eintracht Frankfurt : Fährmann, die Vierte

Ballfänger im Blickpunkt: Gegen den HSV absolviert Ralf Fährmann sein viertes Bundesligaspiel für die Eintracht. Bild: Wonge Bergmann

Der junge Widersacher des verletzten Nikolov steht gegen den Hamburger SV im Tor der Eintracht. Die Frankfurter müssen auf Kapitän Chris verzichten, während Vasoski vor einem möglichen Comeback steht.

          Der vierte Einsatz soll die Wende bringen. Ralf Fährmann will endlich zeigen, dass er ein guter Torwart ist – und dass die Frankfurter Eintracht mit ihm gewinnen kann. Bislang ist das in der Fußball-Bundesliga nicht passiert. Fährmann, im vergangenen Sommer als vielgepriesenes Talent von Schalke 04 als Mann der Zukunft nach Frankfurt gekommen, kennt nur das Gefühl von Niederlagen. 0:4 in Leverkusen, 1:2 gegen Hoffenheim, 1:3 in Wolfsburg: Es waren zumeist unglückliche Einsätze, auf die der 21 Jahre alte Torsteher zurückblickt. Nun aber, da sein viertes Erstligaspiel im Trikot der Eintracht bevorsteht, soll alles besser werden. Gewiss: Der Hamburger SV kommt zwar an diesem Samstag (Anpfiff 15.30 Uhr) als Favorit in die nahezu ausverkaufte Frankfurter Arena, die 51 500 Zuschauern Platz bietet. Trotzdem sagte Fährmann am Donnerstag, „dass ich mir einen Sieg wünsche. Warum sollen wir vor einem Ruud van Nistelrooy Bammel haben?“ fragte er, um sich selbst Mut zuzusprechen. „Der hat auch nur zwei Beine.“

          Fährmann, die Vierte also. Stammkraft Oka Nikolov, der sich am Mittwoch zwei Muskelfaserrisse in der Kniekehle zugezogen hatte, fällt zumindest zwei Wochen aus. Der einstige Rivale Markus Pröll, in den vergangenen Jahren der sportlich beste Eintracht-Torhüter, ist schon gar nicht mehr da, ist immer noch arbeitslos und hält sich bei den Amateuren von Bayer Leverkusen fit. So kommt es nun dazu, dass Fährmann die Chance erhält, „auf die ich immer gewartet habe. Sie ist schneller als erhofft gekommen. Ich will zeigen, was in mir steckt.“ Einer seiner Förderer traut Fährmann einiges zu. „Ralf kann zeigen, dass er Oka vielleicht schon bald ablösen kann“, sagte Michael Skibbe. Der Eintracht-Trainer hatte sich schon im vergangenen Sommer wohlwollend über die Perspektiven seines jungen Torstehers geäußert. „Auf lange Sicht wird Ralf Fährmann die Nummer eins der Eintracht sein.“

          Der Kapitän fällt nun definitiv für Samstag aus

          Dass er sich vorerst mit der Rolle des zweiten Mannes begnügen musste, nahm Fährmann sportlich. Nikolov, der langjährige Platzhirsch, wurde damals wie auch jetzt zu Beginn der neuen Bundesligasaison von Skibbe zur Spitzenkraft ernannt. „Dass Fährmann nun gegen den HSV spielen darf, ist kein Kaltstart für ihn“, versicherte der Eintracht-Trainer. Tatsächlich stand Fährmann im vergangenen Saisonfinale in Wolfsburg ebenso im Frankfurter Tor wie zuletzt in der sommerlichen Vorbereitungsphase beim 2:1 bei Udinese Calcio. Das Wechselspiel mit Nikolov, als beide Schlussmänner je eine Halbzeit spielen durften, passte auch gegen Chelsea (2:1) und Palermo (2:1). Nun steht ein weitere neunzigminütige Herausforderung vor dem 1,96 Meter langen Fährmann. „Er wird seine Sache meistern und gut machen“, versicherte Skibbe. Fürsprecher für das attraktive Heimspieldebüt in der noch jungen Saison findet Fährmann auch innerhalb der Mannschaft. „Er ist ein guter Torhüter“, sagte Patrick Ochs. Der Aushilfskapitän, der die Eintracht wie schon bei der Auftaktniederlage in Hannover nun auch gegen den HSV als Spielführer anführen wird, erinnerte sich „an eine knappe Entscheidung, als Oka im Duell mit Ralf die Nummer eins geworden ist“. Auch der variable Mittelfeldmann Benjamin Köhler hat vollstes Vertrauen in Fährmann. „Er hat sich im vergangenen Jahr gut entwickelt.“

          Weniger gut hat sich der Zustand von Chris entwickelt. Der Kapitän fällt nun definitiv für Samstag aus. Skibbe muss also die Abwehr wie beim Start in Hannover aufstellen. Dies aber kann der Trainer nur, wenn sich der angeschlagene Maik Franz rechtzeitig bis Samstag erholt. Sollte der Innenverteidiger passen müssen, würde der Mazedonier Aleksandar Vasoski nach langer Verletzungspause in die Stammelf zurückkehren. Letztmalig war Vasoski beim 0:4 in Leverkusen am Ball – am 6. November 2009. Frankfurter Fußballfreunde, die gerne in Kurzeinsätzen Ricardo Clark sehen wollen, müssen sich gedulden. Der Amerikaner hat sich beim Privatspiel am Dienstag in Aschaffenburg eine Außenbandzerrung zugezogen. Er fällt mehrere Wochen aus, hätte unter den gegebenen personellen Voraussetzungen aber sowieso keine entscheidende Rolle gespielt. Alexander Meier und Pirmin Schwegler sind als Duo vor der Abwehrkette gesetzt.

          Eine verlässliche Größe im Team der Eintracht, das möchte auch Ralf Fährmann sein. Gegen den HSV kann er zeigen, ob er mehr als nur ein Talent ist.

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