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Eintracht Frankfurt : Auch Thurk geht: Vertrag in Augsburg

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Michael Thurk war in Frankfurt nur zweite Wahl - jetzt wechselt er nach Augsburg Bild: Wonge Bergmann

Nach dem Abgang von Naohiro Takahara verlässt nun auch Michael Thurk die Frankfurter Eintracht. Er wechselt zum FC Augsburg in die Zweite Fußball-Bundesliga. Nun läuft die „Spurensuche“ nach Ersatz im Sturm.

          Die personellen Wechselspiele bei der Frankfurter Eintracht gehen unvermindert weiter. Einen Tag nach dem Verkauf von Naohiro Takahara an die Urawa Red Diamonds haben die Frankfurter nun auch Michael Thurk abgegeben. Der 31 Jahre alte Stürmer wechselt zum FC Augsburg in die Zweite Fußball-Bundesliga. Nachdem ursprünglich nur ein Transfer auf Leihbasis ins Auge gefasst worden war, haben sich die beiden Manager Andreas Rettig aus Augsburg und Heribert Bruchhagen aus Frankfurt nun doch auf einen Kauf beziehungsweise Verkauf geeinigt.

          Danach werden die Frankfurter geschätzt 200.000 Euro für Thurk erhalten, dessen Vertrag noch bis zum 30. Juni 2009 gelaufen wäre. Vor eineinhalb Jahren hatte die Eintracht für den gebürtigen Frankfurter Michael Thurk noch 1,5 Millionen Euro an den FSV Mainz 05 gezahlt. In diesem Fall also haben die Frankfurter wirtschaftlich ein schlechtes Geschäft gemacht. „Aber die Mischkalkulation stimmt“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen am Samstag.

          Geld für weitere sportliche Wünsche

          Die bekanntgewordenen Zahlen der Winteraktivitäten unterstützen diese Behauptung. Die Frankfurter haben drei Spieler abgegeben. Den im Sommer 2006 ablösefrei aus Köln verpflichteten Albert Streit für 2,5 Millionen Euro an den FC Schalke 04; den ebenfalls 2006 für 840.000 Euro vom Hamburger SV geholten Naohiro Takahara für 1,5 Millionen Euro zurück nach Japan. Und nun also Michael Thurk, der in Augsburg einen Vertrag bis 2010 mit einer Option auf ein weiteres Jahr unterschrieben hat. Knapp fünf Millionen Euro haben die Frankfurter also eingenommen, die Gehälter der drei Spieler mit eingerechnet ist der Einkauf von Martin Fenin aus Teplice für 3,5 Millionen Euro finanziell mehr als ausgeglichen. Diese wirtschaftliche Zwischenbilanz versetzt die Eintracht in die Lage, sich in den nächsten Tagen selbst weitere sportliche Wünsche zu erfüllen.

          Trainer Friedhelm Funkel ist sicher, „dass ein weiterer Stürmer kommen wird“. Aber auch ein Mittelfeldspieler und ein Abwehrspieler für die linke Seite sind in den Fokus der Frankfurter Beobachter geraten. „Die Spurensuche läuft“, sagt Heribert Bruchhagen, schließt aber aus, dass es noch über dieses Wochenende zu Vertragsabschlüssen kommen wird. An diesem Sonntag fliegt der Eintracht-Chef gemeinsam mit der Mannschaft ins Trainingslager nach Portugal. „Es kann durchaus sein, dass ich schon am Montag oder Dienstag wieder nach Frankfurt zurückreise, um Verträge perfekt zu machen“, sagte Bruchhagen und macht damit deutlich, dass die nächsten Transfers wohl unmittelbar bevorstehen. Für Frankfurter Verhältnisse sind die Winteraktivitäten durchaus ungewöhnlich, hatten sich der Sportliche Leiter Bruchhagen und Trainer Funkel in den letzten Jahren doch meist sehr zurückgehalten. So war im vergangenen Winter nur Nachwuchsmann Marcel Heller aus Siegen geholt worden.

          Wink mit dem Zaunpfahl

          Nun aber haben die sportlichen Entwicklungen während der Vorrunde und die persönlichen Einschätzungen der Spieler ein anderes Vorgehen verlangt. Takahara wie Thurk wollten sich dem Konkurrenzkampf im Sturm mit Ioannis Amanatidis und Martin Fenin nicht mehr stellen und haben selbst um Auflösung der Verträge gebeten. Friedhelm Funkel hatte Thurk am Freitag in einem Vier-Augen-Gespräch unmissverständlich mitgeteilt, dass seine Chancen in der Tat sehr gering seien, einem Stammplatz auch nur näher zu kommen. Der Spieler, der vor eineinhalb Jahren mit so großen Erwartungen und Hoffnungen zu seinem erklärten „Lieblingsverein“ in seine Heimatstadt gewechselt war, hatte den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden.

          Dass mit dem FC Augsburg nach dem MSV Duisburg ein zweiter Verein Interesse an Thurk bekundete, kam auch der Eintracht sehr gelegen. Heribert Bruchhagen gab zu, „dass ich Thurk nicht unbedingt zu einem Konkurrenten in der Bundesliga abgeben wollte“. Dass der Verkauf von Michael Thurk keinen finanziellen Gewinn gebracht hat, spielte bei der Entscheidung kaum eine Rolle. „Warum sollten wir an einem Spieler festhalten, von dem wir glauben, dass er uns sportlich nicht mehr weiterhilft?“, stellte Heribert Bruchhagen nur eine rhetorische Frage. Die Verpflichtung von Michael Thurk hat sich schlicht als sportliches Missverständnis herausgestellt.

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