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Die Eintracht gegen Bayern : Fehlt nur noch das Hauptpräsent

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Harmonie: Filip Kostic und Sebastien Haller überzeugen auch als Vorbereiter. Bild: Imago

Nach dem Vertragsverlängerungs-Adventskalender will die Eintracht nun im letzten Spiel des Jahres den FC Bayern ärgern. Mit welcher Aufstellung kann das gelingen?

          Alle Konzentration auf Niko Kovac? Nicht mit Marco Russ. „Bei Bayern München kann Trainer sein, wer will“, sagte der Eintracht-Verteidiger in dieser Woche. „Bayern ist Bayern. Es ist immer etwas Spezielles, gegen die zu spielen. Es gibt nichts Schöneres.“ Im letzten Bundesligaspiel dieses Jahr in der WM-Arena sehen die Frankfurter einen besonderen Reiz im Aufeinandertreffen mit dem deutschen Meister und ihrem ehemaligen Trainer Kovac.

          Das 0:5 zu Hause im Supercup gegen die Bayern drückt schwer auf das Gemüt der Hessen, die heute auf dem Platz längst zu einer beeindruckenden spielerischen Leichtigkeit gefunden haben. „Wir haben eine Rechnung offen, wir wollen die Bayern ärgern“, gab Russ die Richtung für das Hinrundenfinale vor. „Und das hat nichts mit Niko Kovac zu tun.“ Seine Ansage: „Keiner von uns will ihm eins auswischen.“

          Herzlich willkommen zurück am alten Arbeitsplatz! Peter Fischer freut sich auf das Wiedersehen mit Kovac in Frankfurt. „Niko Kovac hat für uns eine ganz wichtige Rolle gespielt“, sagte der Eintracht-Präsident dieser Zeitung und erinnert mit dem Klassenverbleib und dem zweimalige Erreichen des Pokalfinals, das dann in der Vorsaison gewonnen wurde, an die Verdienste von Kovac. „Das macht mich manchmal traurig, dass das die Menschen vergessen. Man merkt, dass der Fußball oft kein Gedächtnis hat.“

          Schonung für Chandler?

          Fischer findet es schade, dass es in den sozialen Medien „so ein Nachtreten und Häme“ gebe. Mit Kovac habe er sich „gut und sehr respektvoll verstanden“, betonte der Präsident. Und das sei auch heute noch so. Gleichwohl hätten er und die Frankfurter Fans nur ein Ziel, „Niko Kovac am 22. Dezember kein Päckchen zu packen, wo ein oder drei Punkte drin sind, welches er sich dann unter den Weihnachtsbaum legen kann“, sagte Fischer. „Ich hoffe, wir tun dafür alles erdenklich Mögliche.“

          Die Eintracht hat sich in den vergangenen Tagen schon reichlich selbst beschenkt. Nach Mijat Gacinovic, Gelson Fernandes, Russ und Makoto Hasebe verlängerte auch Danny da Costa am Freitag seinen Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr bis zum 1. Juli 2022. Jener Spieler, der bisher in allen 24 Pflichtspielen zum Einsatz gekommen war. Und der damit nicht nur ein besonders straffes Programm hinter sich hat, sondern auch einen großen Schritt nach vorn in seiner Entwicklung gemacht hat. Da Costa, der bisher mehr Spielminuten als Torhüter Kevin Trapp sammelte, spiele eine „super Runde“, sagt Russ.

          „Er spielt am Limit und darüber hinaus.“ Cheftrainer Adi Hütter geht vor dem Aufeinandertreffen mit den Bayern davon aus, dass sein offensiv ausgerichteter Rechtsverteidiger „noch einmal alles aus sich herausholen“ werde. Timothy Chandler, der andere Rechtsverteidiger im Kader, wird Anfang Januar mit der Mannschaft in das Trainingslager in die Vereinigten Staaten fliegen. Im Hinblick auf dessen schwere Knieverletzung müsse man Chandler jedoch „noch Zeit geben“, sagte Hütter am Freitag. „Wir werden schauen, wie belastbar Timothy ist und ob er für die Rückrunde ein Thema ist.“ Sollte das nicht der Fall sein, müsse die Eintracht darauf hoffen, „dass Danny da Costa weiterhin jedes Spiel absolvieren kann“, sagte Hütter und grinste.

          „Wir sind viel besser als im Sommer“

          Ein solches Risiko wird die Eintracht nicht eingehen und in der Winterpause gegebenenfalls Ersatz holen. „Wir müssen immer auf der Hut sein“, warnte der Trainer. „Wir sind vorbereitet, wenn wir etwas tun müssen.“ Dazu könnten sich die Frankfurter auch gezwungen sehen, sollte sie ein Spieler im Winter verlassen. „Frankfurt bietet ein gutes Becken, um hier zu fischen.“ Hütter rechnet nach jetzigem Stand allerdings damit, dass sich auf der Abgangsseite „nicht viel tun“ werde.

          Nach dem „kleinen Vertragsverlängerungs-Adventskalender“ (Sportvorstand Fredi Bobic) fehlt aus Sicht der Eintracht jetzt nur noch das weihnachtliche Hauptpräsent: drei Punkte gegen die Bayern, die das beste Auswärtsteam stellen. „Wir freuen uns auf dieses spezielle Duell“, sagte Hütter. „Wir haben Power nach vorne. Das könnte ein sehr interessantes Spiel werden.“ In dem einen oder anderen Punkt liegen die Frankfurter sogar vor den Bayern. So haben sie mit 34 Toren einen Treffer mehr erzielt als der Serienmeister aus München. Und die beiden Stürmer Luka Jovic und Sebastien Haller glänzen in der Torschützenliste und Scorerliste vor dem Bayern-Star Robert Lewandowski.

          Torgefährlich, ein guter Vorbereiter, kopfballstark und mannschaftsdienlich – Haller sei der „Prototyp in der Art, wie wir spielen“, sagte Hütter. Sein Plan für das Jahresfinale gegen München sieht bei den Frankfurtern eine „gute Balance zwischen sehr guter Defensive und unserer Power in der Offensive“ vor. Ein Ungleichgewicht der Kräfte wie beim Supercup-Spiel kann sich Hütter beim besten Willen nicht mehr vorstellen, seine Mannschaft habe sich „richtig gut weiterentwickelt. Wir sind viel besser als im Sommer“, sagt er.

          Davon künden die Maximalzahl an Punkten (18) in der Europa League und die 27 Zähler in der Bundesliga. Das 5:0 im Supercup sollten seine Spieler deshalb „vergessen“, riet Kovac. Die haben ihrem Trainer offenbar das nötige Gehör geschenkt. Zum Ende der Hinrunde müssten die Bayern in Frankfurt eine „harte Nuss knacken“, findet Nationalspieler Joshua Kimmich. Vor dem Spiel werden sich die Führungskräfte aus Frankfurt und München zu einem gemeinsamen Essen treffen. Genauer gesagt: Es wird ein Arbeitsessen werden. Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann kündigte an, dass es genug „strukturelle Themen“ zu besprechen gebe.

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