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Eintracht-Rückkehrer Rode : Der Winterkönig

Wachtmeister des Teams: Sebastian Rode (rechts) ist für Eintracht-Trainer Adi Hütter ein wichtiges Puzzlestück. Bild: dpa

Eintracht Frankfurt erobert die Bundesliga im Sturm. Dahinter entpuppt sich Sebastian Rode als passendes Puzzlestück. Der Rückkehrer will noch mehr: „Wir haben Blut geleckt.“

          Ganz zum Schluss übernahm David Abraham doch noch eine tragende Rolle. Der Kapitän, der seit Wochen wegen einer Wadenverletzung mehr Zeit bei Ärzten und Physiotherapeuten verbrachte als in der Team-Kabine und diesmal als Ersatzspieler nicht zum Einsatz gekommen war, stellte seine Muskelkraft zur Verfügung und ließ damit den Matchwinner hochleben. Abraham packte tatkräftig mit an, damit sich Filip Kostic vor dem Block der Eintracht-Anhänger in herausgehobener Position feiern lassen konnte. Der Serbe hatte mit seinen beiden Volltreffern, unmittelbar vor dem Pausenpfiff und nach rund einer Stunde, die Mannschaft auf Kurs gebracht. „Ich muss mich bei meinen Mitspielern bedanken. Wenn man so gut in Szene gesetzt wird, ist es leicht, Tore zu schießen“, sagte der 26-Jährige.

          Luka Jovic veredelte den Erfolg (84.), als der VfB Stuttgart, der sich anfangs als wehrhafter Gegner präsentierte, längst hatte erkennen müssen, dass es für ihn hier und heute nichts Zählbares mitzunehmen geben würde. Als es galt, den 14. Saisonsieg zu bejubeln, schnappten die Frankfurter Profis ihre Trinkflaschen und spritzen sich wie eine Horde Lausbuben gegenseitig mit Wasser voll – machen sie so zielstrebig weiter wie in allen 14 Auftritten seit der Winterpause, dauert es nicht mehr lange, und es werden Champagnerkorken knallen.

          Blick auf die Tabelle

          Aktuell sind es 49 Zähler, mit denen sich die Hessen als Tabellenvierter in der Spitzengruppe eingenistet haben. In der Vorsaison, die der Verein als Achter und Pokalsieger überaus respektabel abschloss, stand die gleiche Punktausbeute ganz am Ende zu Buche; jetzt bleiben sieben weitere Gelegenheiten in der Liga, um noch mehr zu erreichen. Die Qualifikation für die Champions League ist ein realistisches Szenario. Und der Vorsprung vor dem ersten Platz, der nicht mehr für die Teilnahme am internationalen Geschäft genügt, beträgt bereits sieben Zähler. Hinzu kommt die Möglichkeit, in der Europa League, in der es kommende Woche gegen Benfica Lissabon im Hinspiel um eine gute Ausgangsposition beim Kampf um den Halbfinaleinzug geht, zusätzlich zu glänzen. „Jetzt ist jedes Spiel schwer. Es geht um die Plazierungen. Bis zum Schluss werden wir alles versuchen“, gab Trainer Adi Hütter als Parole aus.

          Sebastian Rode schätzte die Vorstellung vom Sonntag realistisch ein: „Nach einer Länderspielpause ist es immer schwierig, wenn man in ein Spiel als Favorit geht. Deswegen hatten auch wir am Anfang unsere Probleme. Die Stuttgarter haben für ihren Tabellenplatz erstaunlich gut gespielt. Sie wollten sich über viel Ballbesitz nach vorne kombinieren. Man muss dem VfB für seine Leistung Respekt zollen.“ Dass für den Abstiegskandidaten nicht mehr als lobende Worte heraussprang, lag dabei auch an Rode. Mit seiner Zweikampfstärke trug der 28-Jährige Mittelfeldmann zum Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive der Eintracht bei. Er beackerte den Rasen mit einer Inbrunst, das die Stuttgarter vor allem nach dem Seitenwechsel einbremste: „Je länger es ging, desto besser sind wir reingekommen und haben die Tore dann zum richtigen Zeitpunkt gemacht“, sagte Rode. Sein gewinnbringendes Zutun spiegelte sich unter anderem in der Laufbereitschaft (11,68 Kilometer), 75 Ballkontakten und einer Passquote von 85 Prozent.

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