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Sportvorstand Bobic zufrieden : Eintracht wirbt in China für die Bundesliga

  • -Aktualisiert am

International begehrt: Eintracht-Stürmer Luka Jovic. Bild: dpa

Luka Jovic glänzt beim Werbespiel der Deutschen Fußball-Liga für den chinesischen Markt. Doch war es das letzte Spiel des 21 Jahre alten Serben für die Eintracht?

          In seinem höchstwahrscheinlich letzten Spiel für die Frankfurter Eintracht hat Luka Jovic noch einmal mächtig Eindruck hinterlassen. Der 21 Jahre alte serbische Torjäger der Frankfurter Eintracht erzielte im Werbespiel der Deutschen Fußball-Liga für den chinesischen Markt gegen den VfL Wolfsburg nicht nur den Treffer zum 3:3-Endstand. In den knapp 20 Minuten seines Mitwirkens in der Partie in Foshan lieferte er mehrere Kostproben seines Könnens, die viele der 13.000 Zuschauer im Century Lotus Stadium mit verzückten Ahs und Ohs begleiteten. Jovic’s Ballbehandlung und Blick für die Situation eröffnete seinen Mitspielern Paciencia, Gacinovic und Torro große Tormöglichkeiten, die sie jedoch nicht zu nutzen verstanden. Im abschließenden Elfmeterschießen traf Jovic wie selbstverständlich. Da es ihm aber nur sein Landsmann Gacinovic gleichtat, verlor die Eintracht diese letzte sportliche Aufgabe der Saison 2:4 im Elfmeterschießen.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die Verhandlungen mit Real Madrid mögen im Moment stocken, es bleiben den beiden Klubs jedoch noch Monate, um sich über die Ablöse zu einigen. Spieler, Berater und Real sind sich einig, und auch die Eintracht stellt sich nicht prinzipiell gegen den Wechsel Jovic’s. Nur sind ihr die etwa 50 Millionen Euro, die Real bisher bot, zu wenig. 100 Millionen Euro hat der hessische Traditionsklub jedoch auch nie verlangt, wie unlängst kolportiert wurde. Extrem weit liegen die Vorstellungen nicht auseinander.

          Hütter lässt rotieren

          Jovic stach bei seinem Kurzauftritt heraus, aber auch die Kollegen entledigten sich ihrer Aufgabe, an einem Werbespot für die Bundesliga teilzunehmen, recht ansehnlich. Während der VfL Wolfsburg fast mit der Stammbesetzung die Vorstellung begann, ließ Trainer Adi Hütter die Eintracht völlig rotieren. Rönnow stand im Tor, Russ spielte Libero, Tuta begann sein Frankfurter Debüt als rechtes Glied der Abwehrkette, bevor er in der zweiten Halbzeit ins defensive Mittelfeld wechselte, Falette verteidigte links. Im Mittelfeld spielten Touré, Torro, de Guzman, Stendera und Willems, als Stürmer versuchten sich Paciencia und Hrgota. Überraschenderweise dominierte die Frankfurter B-Elf die Wolfsburger A-Elf in der ersten Viertelstunde. Paciencia traf nach sieben Minuten den Pfosten, Willems nach 14 Minuten zum verdienten 1:0.

          Doch so gefällig die Eintracht nach vorne spielte, so anfällig war sie in der Defensive. Guilavogui (16.), 1:2 Rexhbecaj (21.) und 1:3 Azzaoui (43.) fiel es nicht besonders schwer, den frühen Rückstand in ein 3:1 für die Niedersachsen zu verwandeln. Touré schoss die Frankfurter noch vor der Pause wieder auf 2:3 heran, als er eine sehenswerte Kombination über Stendera, de Guzman und Hrgota abschloss.

          Das Transfergeschäft kommt auf Touren

          In der zweiten Halbzeit brachte Hütter mit Hasebe, Kostic, Gacinovic, Hinteregger und Jovic dann mehr und mehr Stammkräfte ins Spiel, was für mehr Ordnung und Struktur sorgte. Am Ende hatten die chinesischen Fans kein hochklassiges Match erlebt, aber doch ein munteres Spielchen: trotz Temperaturen von 30 Grad und trotz extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Das Publikum fühlte sich jedenfalls gut unterhalten und applaudierte beim Abpfiff freundlich.

          Mit dem 3:3 ist die sportliche Arbeit in dieser Saison für die Eintracht-Profis erledigt. Sie verbringen noch zwei Tage in Hongkong, die ein paar touristische Termine bereithalten und ein paar gesellschaftliche. So wie in Foshan. Die Eintracht besuchte in der chinesischen Stadt in der Region Guangzhou Tempel und Tanzvorführungen, sie geriet in Berührung mit Kung-Fu und Tai Chi, und natürlich standen mehrere Gastmähler auf dem Programm.

          „Ich war schon häufiger hier, aber für manche Jungs ist das Neuland. Wir lernen die chinesische Kultur kennen. Das erweitert den Horizont. Manchmal ist es optisch vielleicht schwer, das Essen zu identifizieren, aber es ist immer lecker. Wir sind froh, dass wir diesen Trip gemacht haben“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic in den Vereinsmedien über den Abschlusstrip. Am Montag kehrt die Eintracht zurück nach Frankfurt. Die Profis gehen direkt in Urlaub, die sportliche Leitung geht direkt wieder an die Arbeit. Das Transfergeschäft kommt auf Touren.

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