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Ziele der Eintracht : Verlockende Perspektiven

Europa- oder Champions League: Wo spielt die Eintracht nächste Saison? Bild: EPA

Die Qualifikation für die Europa League ist der Eintracht schon jetzt fast sicher. Doch die Frankfurter wollen und können mehr. Der nächste Gegner kommt aus dem Niemandsland der Bundesliga.

          Der Pokal macht es möglich. Weil die beiden Berliner Finalteilnehmer RB Leipzig und Bayern München ihre jeweilige Teilnahme an einem europäischen Fußball-Wettbewerb schon sicher haben, genügt jetzt in der Bundesliga Platz sieben, um die Qualifikation für die Europa League zu erreichen. Für die Eintracht ist dies eine weitere gute Nachricht, denn als Tabellenvierter (53 Punkte) hat die Mannschaft von Trainer Adi Hütter einen Vorsprung von aktuell fünf Punkten vor Tabellenposition sieben, auf der Bayer Leverkusen (48) steht. Wichtiger ist noch der Blick auf Platz acht, auf dem sich der unterlegene DFB-Pokalhalbfinalist Werder Bremen mit 46 Punkten befindet. Dies bedeutet konkret: Wenn nichts Außergewöhnliches mehr bis zum Saisonfinale am 18. Mai passiert, werden sich die Frankfurter Fußballprofis aufgrund ihres komfortablen Vorsprung bei nur noch vier Punktspielen zumindest wieder für die Europa League qualifizieren. Doch die Eintracht will mehr. Und sie kann auch mehr.

          Das Ziel heißt weiterhin Champions League. Hütter hat es schon vor Wochen ausgegeben – und nichts hindert den 49 Jahre alten österreichischen Fußballlehrer daran, davon abzuweichen. Dank des 1:1 am Ostermontag in Wolfsburg hat die Eintracht ihre persönliche Spitzenposition auf Platz vier gefestigt. Und auch nach dem vorletzten Saisonheimspiel an diesem Samstag soll sich daran nichts ändern. Schließlich kommt mit Hertha BSC Berlin eine Mannschaft in die abermals bestens besuchte Frankfurter Arena, der sportlich als Tabellenelfter nichts mehr passieren kann. Europa ist für die Hauptstadt-Truppe des scheidenden Trainers Pal Dardai unerreichbar. Und auch der Klassenverbleib ist seit zwei Wochen gesichert. Die Hertha, eine Mannschaft aus dem Niemandsland der Liga, die der Eintracht nicht mehr zusetzen kann?

          Von den Ergebnissen nicht blenden lassen

          David Abraham warnt davor, die Berliner zu unterschätzen. „Sie werden uns einen harten Kampf liefern“, sagte der Eintracht-Kapitän am Donnerstag, als unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert wurde, gegenüber den vereinseigenen Medien. Der Argentinier ist sicher: „Alle Spiele in der Bundesliga sind schwer. Da sollten wir uns nicht von den reinen Ergebnissen der Hertha der vergangenen Wochen blenden lassen. Aber wir spielen zu Hause und wollen unsere Position halten. Daher streben wir drei Punkte an.“ Die Anforderungen dafür kennt Abraham jetzt schon. Er sagte: „Wenn wir mit Leidenschaft und Wucht spielen, sind wir in der Lage, drei Punkte zu holen.“

          Mithelfen, diesem Anspruch gerecht zu werden, soll dann auch wieder Martin Hinteregger. Der österreichische Verteidiger, vorerst noch von der Eintracht vom Ligarivalen FC Augsburg bis zum Ende dieser Saison ausgeliehen, hat sich wieder in einer guten körperlichen Verfassung im Übungsbetrieb zurückgemeldet. Die Oberschenkelprobleme scheinen endgültig auskuriert zu sein; am Samstag, wenn in Frankfurt endlich wieder einmal zur besten Bundesligazeit um 15.30 Uhr die Partie gegen die Hertha angepfiffen wird, spricht alles dafür, dass Hinteregger auf der linken Abwehrseite spielen wird.

          Hindernisläufer: Martin Hinteregger kann an diesem Samstag wieder spielen.

          Simon Falette, sein Stellvertreter auf Zeit, wird dann weichen müssen. Der Franzose wird es sportlich nehmen, denn er ist nach mehrmonatiger Auszeit überhaupt schon froh, in den vergangenen beiden Spielen in der Europa League gegen Lissabon sowie im Ligageschäft in Wolfsburg zum Einsatz gekommen zu sein. Dass er sich dabei mit Nachdruck als „Mentalitätsspieler“ bei Trainer Hütter in Erinnerung gebracht hat, wie dieser anerkennend sagte, dürfte ihm zukünftig in die Karten spielen. Vertraglich noch bis einschließlich 30. Juni 2021 an die Eintracht gebunden, hat der einstmals in die Trainingsgruppe zwei abgeschobene Verteidiger rechtzeitig zu alter Form gefunden. „Seine Leistung hat mich angenehm überrascht“, sagte Hütter über seinen linken Hintermann.

          Dardai in Frankfurt noch ungeschlagen

          Mit Hinteregger, aber weiterhin ohne den muskulär angeschlagenen Sebastien Haller gegen Berlin: Hertha-Trainer Dardai wird es letztlich egal sein, auf welche Formation sein Kollege Hütter vertraut. Zum Ausklang seiner erstklassigen Karriere – Dardai muss nach dieser Saison seinen Posten räumen und will, vertraglich noch bis Mitte 2020 an die Berliner gebunden, zunächst eine Auszeit nehmen – will der Ungar Kurs halten. Seine Bilanz mit Spielen der Berliner in Frankfurt liest sich nämlich ausgesprochen gut. Bei seinen bisherigen drei Auftritten ist es Dardai stets gelungen, ungeschlagen die Frankfurter Arena zu verlassen. Ein Sieg sowie zwei Unentschieden sind eine sehr gute Ausbeute. In bester Erinnerung dürfte ihm dabei die letzte Begegnung geblieben sein.

          Für die Eintracht war es in der vergangenen Saison wie auch jetzt das vorletzte Heimspiel – und es ging krachend 0:3 verloren. Zum damaligen Zeitpunkt war die Eintracht übrigens Siebter – und raus aus den Europa-League-Plätzen. Erst der Pokalsieg gegen die Bayern verschaffte dem Klub den Sprung nach Europa. Ein Jahr später bieten sich verlockendere Perspektiven.

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