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Eintracht Frankfurt : Mit Leidenschaft und kühlem Kopf

  • -Aktualisiert am

So sehen Sieger aus: Torschützer und Abräumer Martin Hinteregger (links) mit David Abraham nach dem Kick gegen Hoffenheim Bild: EPA

Dieser Start der Frankfurter Eintracht macht Lust auf mehr. Der Sonntag hat gezeigt: Wenn die Spieler als Team füreinander einstehen, lassen sich Grenzen überwinden.

          Dieser Start hat Lust auf mehr gemacht. Wie schon in den Qualifikationspartien zur Europa League und im Pokal verstand es die Eintracht beim Liga-Auftakt, ihr Publikum durch eine Leistung zu unterhalten, die längst nicht fehlerfrei ausschaute, aber vom steten Willen gekennzeichnet war, sich den Erfolg zu verdienen. Beim 1:0 gegen Hoffenheim handelte es sich um einen Arbeitssieg par excellence.

          Adi Hütter wollte im Vorhinein öffentlich nicht wirklich über die TSG sprechen. Intern, davon ist auszugehen, wird der Fußballlehrer sehr wohl im Detail über die Kraichgauer referiert haben, um die Schwere der ersten Aufgabe zu verdeutlichen. Seine Worte fielen auf fruchtbaren Boden: Von der ersten Minute an war die Eintracht mit einer Leidenschaft bei der Sache, die sich als zweckdienlich erwies.

          Vakante Position nun besetzt

          Es gab hinreichend Gründe, diesem Konkurrenten mit Respekt zu begegnen. Die Hoffenheimer machten auf dem Transfermarkt klar, dass sie viel vorhaben. Gleiches gilt für die Hessen, die in dieser Wechselperiode mehr als ein halbes Dutzend Mal zuschlugen und nun in Person von Bas Dost auch eine passende Besetzung für die vakante Position des Mittelstürmers gefunden zu haben glauben. Fertig, das veranschaulichte der Nachmittag, ist Eintracht-Jahrgang 2019/2020 noch nicht. Die Formation, die sich die drei Punkte durch Fleiß und Einsatz verdiente, ließ bei der Chancenverwertung Verbesserungspotential erkennen. Schwierigkeiten offenbarten sich zudem gegen Ende der ersten Halbzeit, als die Hoffenheimer Takt und Tempo bestimmten.

          Hütters Spielkonzept ist offensiv ausgelegt. Das beinhaltet Chancen und Risiken gleichermaßen. Weil die Frankfurter über die Flügel weit vorne attackieren und das Mittelfeld früh nachrücken soll, bedarf es einer aufmerksamen Defensive, die viel laufen muss, um Lücken zuzustellen, die sich durch das mutige Pressing zwangsläufig ergeben. Die Hoffenheimer fanden (vorübergehend) Wege und Mittel, die Eintracht zu piesacken, versäumten es aber, daraus Kapital zu schlagen. Und Hütters Mannschaft ließ sich von der hartnäckigen Gegenwehr nicht abschrecken, sondern bewahrte unter Druck kühlen Kopf. Dominik Kohr rückte weiter Richtung Zentrum und Gelson Fernandes näher an die Abwehrkette heran – ein Taktikkniff, der in der Endabrechnung dazu beitrug, als Gewinner vom Platz gehen zu können, und darüber hinaus vor allem eins brachte: weiteres Selbstvertrauen.

          Kampfkraft vs. Entschlossenheit

          Niemand hat nach einer vollgepackten Vorbereitung davon ausgehen können, dass die Eintracht im sechsten Pflichtspiel dieses Sommers beginnt, sogleich die Liga im Sturm zu erobern. Und es wird garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Eintracht an Grenzen stößt, wenn ein Widersacher Räume verdichtet und der Frankfurter Kampfkraft mit Entschlossenheit begegnet. Doch eines hat der Sonntag gezeigt: Wenn sie als Team füreinander einstehen, lassen sich diese Grenzen überwinden.

          Der Sonntag hat gezeigt: Wenn sie als Team füreinander einstehen, lassen sich Grenzen überwinden.

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