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Eintracht Frankfurt und Haller : Gefährliche Verlockung

Was nun? So ratlos wie Haller auf diesem Foto dürfte so mancher Eintracht-Fan angesichts der Personalie sein Bild: dpa

Die Frankfurter Eintracht steht am Scheideweg. Stürmer Haller steht offenbar vor dem Absprung. Stand jetzt sieht es so aus: Im Vergleich zur Vorsaison steht die Eintracht sportlich schlechter da.

          Der Fall Haller verdeutlicht: Die Eintracht steht am Scheideweg. Lässt der Verein einen wechselwilligen Spieler gehen und streicht dafür wie schon im Fall Jovic eine hohe Ablöse ein? Oder bleiben die Verantwortlichen, besorgt um den sportlichen Zustand der Mannschaft, standhaft und verwehren ihm die Freigabe?

          Genau an diesem Punkt befindet sich das Tauziehen um den umworbenen Stürmer aus dem Land des Weltmeisters. Der Franzose ist hin- und hergerissen. In den vergangenen zwei Jahren, in denen er für die Eintracht höchst erfolgreich auf Torejagd gegangen ist, hat sich Haller in den Fokus gespielt. Vertraglich ist er noch zwei weitere Jahre an die Eintracht gebunden. Doch was heißt das schon in Zeiten, in denen Spieler, die sich nach Veränderung sehnen, plötzlich keine große Lust mehr verspüren und sich gedanklich schon verabschiedet haben. Auf den umworbenen Haller trifft all dies nicht zu. Haller hat sich nie hängenlassen. Er hat in der Schweiz, wo sich die Eintracht sieben Tage lang weiteren Feinschliff für den nahenden Pflichtspielalltag geholt hat, wie sonst auch zuverlässig mitgezogen. Haller, charakterlich gefestigt, weiß um seine Pflichten, die er seinem Klub schuldig ist. Er weiß aber auch: Wenn die Millionen locken, muss er neu abwägen.

          Gesprengte Frankfurter Offensive

          Das muss Fredi Bobic auch. Der Sportvorstand der Eintracht, am Ende der vergangenen beiden Spielzeiten jeweils von einer Fachjury zum „Manager des Jahres“ gewählt, muss entscheiden, was ihm die Dienste Hallers wert sind. Dessen stürmischen Kollegen Luka Jovic hat man schon verloren. Haller könnte nun der Nächste sein, der die Abteilung Attacke verlässt – was die dadurch gesprengte Frankfurter Offensive weiter schwächt. Stand jetzt sieht es nämlich so aus: Im Vergleich zur Vorsaison steht die Eintracht sportlich schlechter da.

          Der überragende Torhüter Kevin Trapp ist nicht da. Ihn möchte man ebenso endgültig zurückholen wie auch Martin Hinteregger. Zwei vormals ausgeliehene Stammspieler, für die die Eintracht bislang keinen Ersatz gefunden hat. Und auch Sebastian Rode soll wieder zurück zu seinem Herzensklub kommen. Trainer Hütter bereitet dies (noch) keine Kopfschmerzen. Bobic vermutlich auch nicht. Der Manager vertraut weiter seinem Netzwerk, das der Eintracht bisher gutgetan hat. Spieler für kleineres Geld zu verpflichten, um sie dann nach entsprechender Entwicklungszeit gewinnbringend zu veräußern: das kann man machen, muss man aber nicht zwangsläufig tun. Man kann den einst für sieben Millionen Euro aus Utrecht gekommenen Haller auch halten – wenn man es denn wirklich will.

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