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Eintracht gegen Racing : Aufenthaltsverbote wegen befürchteter Gewalt unter Fans

Im Hinspiel in Straßburg: Fans von Eintracht Frankfurt spannen ein Transparent mit der Aufschrift „Capital of Crime“. (Symbolbild) Bild: dpa

Die Polizei wappnet sich für das Rückspiel der Eintracht in der Europa-League gegen Racing Strasbourg. Bei einer Auseinandersetzung rechnet sie mit einer Solidarisierung durch Anhänger eines deutschen Vereins.

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          Das Rückspiel von Eintracht Frankfurt gegen Racing Strasbourg in der Europa League wird die Polizei am Donnerstagabend mit einem Großaufgebot an Beamten begleiten. Wie der Einsatzleiter, Thorsten Fleischer, mitteilte, werden rund 2600 Fans aus der französischen Stadt erwartet, darunter sind nach derzeitigen Erkenntnissen rund 280 sogenannte Problemfans. Damit sind Fans gemeint, die als gewaltbereit, wenn nicht sogar gewaltsuchend gelten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Polizei rechnet zudem damit, dass mehrere Hundert weitere Unterstützer aus dem Raum Karlsruhe anreisen werden. Der Karlsruher SC pflege eine Fanfreundschaft mit dem Club Racing Strasbourg, so Fleischer. Zugleich bestehe traditionell eine „Feindschaft“ zwischen Karlsruhe und Frankfurt. Es sei deshalb davon auszugehen, dass sich Fans aus Karlsruhe im Fall von gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Straßburg solidarisierten.

          Unklar ist derzeit noch, wann genau und wie die Straßburger am Donnerstag in die Stadt kommen werden. Ein Polizeisprecher sagte, man werde alles tun, um ein Aufeinandertreffen zu verhindern; sei es in der Innenstadt als auch auf dem Stadiongelände. Wie Fleischer ausführte, richtet sich das polizeiliche Konzept vor allem an den Erfahrungen der Vergangenheit aus.

          Elf Gefährderanschreiben verschickt

          Am vergangenen Donnerstag beim Hinspiel beider Mannschaften in Straßburg hatte die Trennung der Fans offenbar nicht funktioniert. Anhänger beider Mannschaften hatten unter anderem mit Gegenständen aufeinander eingeschlagen. In einem Schreiben, das die Polizei derzeit an die französischen Fans richten wird, heißt es deshalb, die Anhänger von Racing Strasbourg würden gebeten, nicht vor 17 Uhr in Frankfurt einzutreffen. „Die Erfahrungen aus den Europa-League-Begegnungen der vergangenen Saison haben gezeigt, dass kleine Gruppen von Frankfurter Risikofans schon vor dem Spiel in der Stadt nach potentiellen Gästefans Ausschau halten“, und diese „unvermittelt und grundlos attackieren“ könnten, heißt es bei der Polizei.

          Bisher wurden elf Gefährderanschreiben an Eintracht-Anhänger verschickt, um sie zu informieren, dass man sie „im Blick“ habe. Gegen zehn weitere heimische Fans wurden Aufenthalts- und Betretungsverbote ausgesprochen; das heißt, sie dürfen sich am Donnerstag nicht im Stadion aufhalten, manche von ihnen müssen sogar neuralgische Orte der Innenstadt – wie das Bahnhofsviertel und Alt-Sachenhausen – meiden. Platzverweise gegen Strasbourg-Fans gibt es bislang nicht. Sollte sich jedoch herausstellen, dass einige von ihnen in der Absicht anreisten, Gewalt auszuüben, so Fleischer, könne ein Platzverweis jederzeit ausgesprochen werden.

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