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Frankfurter Neuverpflichtung : Joveljic bleibt in Deckung

Jonathan Tah (rechts) setzt sich gegen den künftigen Frankfurter Dejan Joveljic durch. Bild: Jan Huebner

Der Neuzugang der Eintracht kann bei Serbiens 1:6 gegen die deutsche U21 keine Akzente setzen. Kommt derweil ein Mittelfeld-Talent vom FC Malaga nach Frankfurt?

          Die Gelegenheit war günstig, denn ein Millionenpublikum vor den Fernsehern ließ es sich nicht nehmen, am Donnerstagabend das furiose 6:1 der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegen die Auswahl Serbiens zu begutachten. Drei Spieler mit Eintracht-Wurzeln wirkten mit, doch nur einer hinterließ Eindruck. Luca Waldschmidt, noch beim Bundesligaklub SC Freiburg unter Vertrag, machte das Spiel seines Lebens, erzielte drei Tore und unterstrich, warum ihn italienische Klubs für zehn bis 15 Millionen Euro an sich binden würden. Im Fall Luka Jovic ist weitaus mehr Geld zwischen Frankfurt und Madrid geflossen. Doch der serbische 60-Millionen-Mann spielte bei dieser Europameisterschafts-Partie in Triest ebenso eine untergeordnete Rolle wie Dejan Joveljic, der für Jovic in der 69. Minute in die zu diesem Zeitpunkt schon längst verlorene Partie gekommen war.

          Es war der erste Einsatz des 19 Jahre alten Joveljic, seitdem er sich vor einer Woche der Eintracht angeschlossen hat. Ein Stürmer, der viele Parallelen zu seinem Vorgänger Jovic aufweist: Beide sind sie in der bosnischen Grenzstadt Bijeljina geboren. Beide haben ihre Jugend bei Roter Stern Belgrad verbracht. Beide fühlen sich in der zentralen Angreiferrolle wohl – und beide spielen in diesen Tagen für die U21 ihres Landes bei der EM in Italien. Als sich Joveljic und die Eintracht über einen Kontrakt einig wurden, der eine Laufzeit bis einschließlich 30. Juni 2024 hat, lobte der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic den Offensivspieler als „sehr guten Mittelstürmer“.

          Treffsicher mit rechts, links oder dem Kopf

          Bobic hofft, dass die Mannschaft von Trainer Adi Hütter ähnlich wie in der vergangenen Saison auch in der kommenden „sehr viele Spiele“ zu absolvieren hat. Dann würde Joveljic „sicher seine Chancen bekommen und sich beweisen können“. Auch Jovic benötigte bei der Eintracht Anlaufzeit, um sein Potential zu entfalten, mit dem er sich dann für die wirklich großen Klubs des Fußballs interessant machte. Bobic gesteht talentierten Profis stets zu, dass sie in neue Aufgaben mit Bedacht hereinwachsen – so auch Joveljic, von dem die Eintracht (noch) keine Wunderdinge erwartet. „Er ist jung und wird lernen müssen“, sagt Bobic über den Youngster, der abseits des Fußballplatzes mit großer Lust seinem Interesse am Schachspiel frönt.

          Joveljic spielte verbal schon die ersten Steilpässe. Auf die Frage, was denn Joveljics besondere Qualitäten seien, auf den sich demnächst auch die Fans der Frankfurter Mannschaft freuen können, die am Mittwoch, 3. Juli, mit der Vorbereitung auf die nächste Runde startet, erwiderte der 19-Jährige: „Ich kann mit rechts, links und dem Kopf treffen, es spielt keine große Rolle, wie ich angespielt werde. Ich glaube, in Deutschland nennt sich das Torriecher.“

          Aus der Schweiz, der Heimat von Djibril Sow, hat man derartige Töne bislang nicht vernommen. In Bern, der vormaligen Station Hütters, steht mit Sow ein Mittelfeldspieler bei den Young Boys unter Vertrag, den man sich gut als kreativen Antreiber auch bei der Eintracht vorstellen kann. Seit Tagen wird kolportiert, dass der 22-Jährige bald in Frankfurt die Fußballschuhe schnüren könnte. Richtig ist vor allem dies: Hütters hohe Meinung von dem Züricher mit senegalesischen Wurzeln. „Er ist ein großartiger Fußballer, spielfreudig, torgefährlich, intelligent“, sagt der Coach.

          Sow ist wechselwillig, will den nächsten Schritt machen. Schon im März sagte er der „Berner Zeitung“: „Am wichtigsten sind für mich Klub und Trainer.“ Sow kennt Hütter – und die Eintracht auch aus den vielen Europapokalspielen, die in der Schweiz im Fernsehen liefen. Bei Rodrigo Zalazar sind die Dinge dagegen anscheinend weiter gediehen. Der 19-Jährige vom FC Malaga postete auf Instagram einen Beitrag, der ihn am Main Plaza sowie bei einem Medizincheck zeigte. Der Uruguayer ist U-20-Nationalspieler, seine bevorzugte Position ist das zentrale Mittelfeld. Von Seiten der Eintracht gab es dazu am Freitag keine Stellungnahme.

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