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Eintracht Frankfurt : Eine Petition für Alex Meier

Hand aufs Herz: Was passiert mit AMFG? Bild: dpa

Viele sprechen sich für einen neuen Vertrag für das Frankfurter Idol aus. Die Eintracht tut das bisher nicht. Auch das Urteil des neuen Trainers Adi Hütter über den Torjäger steht noch aus.

          Urlaub machen und abschalten? Für Alex Meier ist die Zeit dafür noch nicht gekommen. Der Mannschaftskapitän der Frankfurter Eintracht will Klarheit. Klarheit, ob und wie es mit ihm in Frankfurt weitergeht. Ob der Liebling der Fans auch in seine 15. Saison gehen darf.

          Meier will, doch die Entscheidung treffen andere. Sportvorstand Fredi Bobic beispielsweise. Und Sportdirektor Bruno Hübner. Und ein Dritter im Bunde, der final darüber urteilen muss, ob er zum Start in seine Frankfurter Zeit auf die Dienste des ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönigs setzen will: Trainer Adi Hütter. Der österreichische Meistercoach des Schweizer Titelträgers Young Boys Bern wird in den nächsten Tagen an seinem neuen Arbeitsplatz bei der Eintracht erwartet. Hütters ganze Konzentration nach der ersten Meisterschaft für die Young Boys seit 32 Jahren galt dem Gewinn des Doubles. Dafür war ein Sieg im Schweizer Pokalfinale gegen den FC Zürich nötig. Ein Ziel, das Hütter mit seiner Mannschaft am Sonntag verpasste. Am Ende hieß es für die Berner, bei denen als Sportdirektor der langjährige Eintracht-Profi Christoph Spycher wirkt, 1:2. Trotzdem darf sich Hütter ein Stück weit als Pokalsieger fühlen, denn ihm obliegt es, in der Nachfolge von Niko Kovac DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt in die Zukunft zu führen. Mit Meier? Ohne Meier?

          In Frankfurt zurückerwartet

          Derzeit hält sich der 35 Jahre alte Stürmer in der Heimat auf. Meier ist vor ein paar Tagen zu seinen Eltern nach Buchholz in die Nordheide gefahren. Mitte dieser Woche wird er in Frankfurt zurückerwartet, um zu schauen und zu hören, ob und wie Hütter mit ihm plant. Sollte der 48 Jahre alte Vorarlberger auf Meier setzen? Geht es nach den Mannschaftskollegen: auf jeden Fall. Geht es nach den Fans: auf jeden Fall. Geht es nach prominenten Fürsprechern wie beispielsweise Karl-Heinz Körbel: auf jeden Fall. Erstaunlich, aber wahr: Die Eintracht-Fans haben im Internet eine Petition pro Meier gestartet. Sie haben nicht vergessen, was der „Lange“, wie er von seinen Mitspielern gerufen wird, all die Jahre für die Eintracht geleistet hat. 93 Tore in 276 Bundesligaspielen, 33 Tore in 89 Zweitligaspielen – keiner in den vergangenen Jahrzehnten ist bei der Eintracht so erfolgreich gewesen wie Meier.

          Aus Dankbarkeit möchte Meier keinen neuen Vertrag haben. Das hat er auch nicht nötig, denn noch immer sprechen seine Leistungen für ihn. „Ich glaube nicht, dass ich irgendjemandem noch was beweisen muss“, sagte er kürzlich. „Ich mache es, weil ich fit bin, weil ich Spaß am Fußball habe und weil ich weiß, dass ich noch mithalten kann.“ Sein großes Plus: Meier hat das, was viele nicht haben: den Instinkt, im rechten Moment das Richtige zu tun. Viele Male hat er dies gezeigt. Und beim letzten Mal ging es besonders emotional zu. Es war „sein“ Spiel, die Einwechslung kurz vor dem Ende gegen seinen alten Klub HSV. Schon als sich Meier an der Eckfahne warm machte und ein paar lockere Sprints anzog, ging mehr als nur ein Raunen durch die Commerzbank-Arena. Die Zuschauer standen von ihren Sitzen auf und erwiesen Meier ihre Ovationen.

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