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Darmstädter Minimalismus : Eine Chance genügt Lilien gegen HSV-Bezwinger Magdeburg

  • -Aktualisiert am

Matchwinner: Marcel Heller (rechts) ließ die Lilien jubeln Bild: dpa

Dimitrios Grammozis ist mit dem SV Darmstadt 98 auf dem besten Weg, den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga vorzeitig zu sichern. In Magdeburg feierten die Hessen einen glücklichen Sieg dank eines späten Treffers von Heller.

          Einer störte die Siegesstimmung der Südhessen: Victor Palsson. Der Darmstädter Mittelfeldspieler rüttelte und zerrte vehement an seinen in einer großen Traube versammelten Mitspielern und signalisierte ihnen mit ernstem Gesicht, dass noch mindestens vier Minuten in Magdeburg zu spielen seien. Spielverderber, wird sich da der eine oder andere Teamkollege gedacht haben. Denn es gab ja etwas zu bejubeln für die „Lilien“ – den späten Treffer zum 1:0 von Marcel Heller in der 87. Minute.

          Mit großen Glücksgefühlen über den von ihm gesetzten Lucky Punch sprintete der Flügelflitzer los, und als er schließlich nach ordentlicher Laufstrecke zum Stehen gekommen war, wurde er aufs herzlichste von seinen begeisterten Mannschaftskameraden beglückwünscht. Und Palsson, der zur Konzentration gemahnt hatte? Er gab mit Erfolg den Störenfried, weil die Magdeburger vor eigenem Publikum nicht mehr zu einer Ausgleichschance kamen. Erst nach dem Abpfiff war auch dem Isländer seine Freude anzusehen.

          Riesenschritt in Richtung Verbleib

          Unter den Vereinen, die sich in der Zweiten Fußball-Bundesliga mehr oder weniger intensiv mit dem Abstiegskampf beschäftigen müssen, waren die Darmstädter am Samstag der große Gewinner. Mit ihrem glücklich zustande gekommenen Auswärtserfolg haben sie einen Riesenschritt in Richtung Klassenverbleib gemacht. Mit jetzt 36 Punkten liegen sie fünf Spieltage vor Rundenschluss neun Zähler vor Magdeburg, das den Relegationsrang 16 belegt. „Der Abstieg ist rechnerisch immer noch möglich, aber es sieht sehr gut aus jetzt“, sagte Heller. „Wenn wir so weiterspielen, holen wir noch den einen oder anderen Punkt.“ Mit insgesamt sechs Zweitliga-Zählern – das Hinspiel ging 3:1 aus – entschieden die Darmstädter das Kräftemessen mit Magdeburg für sich, außerdem hatten sie im DFB-Pokal 1:0 gewonnen. Der Verein aus Sachsen-Anhalt ist zum Lieblingsgegner der „Lilien“ geworden.

          In Magdeburg sind sie mit Minimalismus ans Ziel gekommen. „Man muss nicht immer schönen Fußball spielen oder 50 Chancen kreieren und dann trotzdem verlieren“, sagte Heller. „Man kann auch mal aus wenig viel machen.“ 42 Minuten mussten in der zweiten Halbzeit gegen Magdeburg vergehen, bis die Darmstädter zu ihrer einzigen nennenswerten Torchance kamen. Und die reichte zur Maximalausbeute in Form von drei Punkten. Nach einem Freistoß von Tobias Kempe landete der Ball nach der Zwischenstation Serdar Dursun schließlich bei Heller, dessen von Jan Kirchhoff abgefälschter Schuss für den Magdeburger Torhüter Alexander Brunst nicht zu halten war. „Das gehört auch zum Fußball, dass man dann eben mal durch einen Standard zum Erfolg kommt“, sagte „Lilien“-Trainer Dimitrios Grammozis. „Deshalb ist der Sieg auch nicht ganz unverdient. Kein Spiel für Feinschmecker“ gesehen zu haben, rückte für den Fußballlehrer in den Hintergrund. „Keine Mannschaft wollte einen gravierenden Fehler machen, der dann zum Tor führt.“

          Trotzdem hätten sich die Darmstädter nicht beklagen können, wenn sie in der ersten Halbzeit in Rückstand geraten wären. Dreimal musste Torhüter Daniel Heuer Fernandes zum Wohl seiner Mannschaft eingreifen. Zunächst wehrte er den Schuss (14. Minute) von Felix Lohkemper mit dem Fuß ab, und beim Kopfball (31.) von Marius Bülter war Heuer Fernandes ebenfalls zur Stelle. Kurz vor der Halbzeitpause kam auch der Magdeburger Björn Rother nicht an ihm vorbei. Die Darmstädter hielten sich mit zwingenden Angriffsaktionen vornehm zurück. Nur in der 35. und 37. Minute boten sich Dursun und Kempe jeweils die Chance, Zählbares zu erzielen. „Darmstadt hat am Spiel nach vorne gar nicht teilgenommen“, sagte der Magdeburger Trainer Michael Oenning. Kollege Grammozis hatte seine Sicht der Dinge: „Wir haben auswärts zu null gespielt. Das ist auch eine Qualität.“

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