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Ehemaliges Henninger-Rennen : Stimmungsnester am Tag des Radsports

  • -Aktualisiert am

Quäl‘ Dich: Der gefürchtete Mammolshainer Berg ist eine der Schlüsselstelllen des Radrennens durch den Taunus. Bild: Helmut Fricke

Am 1. Mai findet zum fünfzigsten Mal das ehemalige Henninger-Rennen statt. Die Organisatoren haben viel vor.

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          Dass das ehemalige Henninger-Rennen die 50 erreicht, ist in diesen für den Radsport schweren Zeiten schon eine Leistung. Beim Radklassiker am 1. Mai werden sich wieder ein hochklassiges Profifeld und einige tausend Hobbysportler auf die Taunusschleife begeben; Hunderttausende werden an der Strecke stehen. Auch das Hessenfernsehen wird stundenlang live im Radsport-Großeinsatz sein, bis der Sieger des Eliterennens nach dem Schlussspurt auf dem 4,4 Kilometer langen Rundkurs in der Frankfurter Innenstadt am Opernplatz gekürt wird.

          „Der Radklassiker ist eine Tradition, die Gott sei Dank weiterlebt. Das ist wichtig für Frankfurt und die Region“, sagte am Mittwoch Bernd Moos-Achenbach in Sulzbach. Der Unternehmer aus der Taunusgemeinde und langjährige Veranstalter des Rennens hat das Großereignis nach dem Ausstieg der Henninger-Brauerei als Titelsponsor nicht sterben lassen. Zwar bleibt es schwierig, für den immer wieder von Dopingskandalen heimgesuchten Radsport Sponsoren zu finden. Denn auch der neue, etwas sperrige Name „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“, der ursprünglich Unternehmen aus der Finanzbranche anziehen sollte, brachte nicht mehr Erfolg. So bleiben die Städte Eschborn und Frankfurt die größten Geldgeber der Sportinstitution am 1. Mai, in dessen Siegerliste sich Namen wie Eddy Merckx, Rudi Altig oder Erik Zabel finden.

          Der „Tag der Arbeit“ wird zum „Tag des Sports“

          Das Budget der Veranstaltung, so Moos-Achenbach, habe sich zur 50. Ausgabe leicht erhöht auf etwas über eine Million Euro. Frankfurt beteiligt sich weiterhin mit 250.000 Euro, Eschborn hat seinen Anteil um 50.000 auf 300.000 erhöht, wie der Erste Stadtrat Mathias Geiger (FDP) mitteilte. Einen Teil des Etats steuert auch das sogenannte „Team Taunus“ bei, ein Zusammenschluss der Gemeinden, durch die das Peloton rollen wird. Die Stadtverwaltungen unterstützen den Veranstalter organisatorisch und dürfen sich im Gegenzug mit Werbung und Festen am Streckenrand ins rechte (Fernseh-)Licht rücken. In Oberursel, Sulzbach, Schwalbach und Eschborn wird es Sprintwertungen für die Radprofis, in Eppstein am Schulberg, bei den Fahrern nur „Schmerzberg“ genannt, eine Bergwertung geben. „Die Bürger in den Städten tun viel im Stillen, wenn sie Gitter aufstellen oder Kuchen backen für die Zuschauer“, sagt Moos-Achenbach. „Hier wird Ehrenamtlichkeit gelebt.“

          Neben den Radsportlern fahren auch Skater, Handbiker und Tretrollerfahrer am 1. Mai Rennen aus. Rund 1400 Helfer werden im Einsatz sein. „Mit 16 Rennen an einem Tag für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Hobby- und Leistungssportler haben wir eine Veranstaltung, die es auf der Welt kein zweites Mal gibt“, sagt Moos-Achenbach. Neu in diesem Jahr ist, dass es schon am Abend vorher – am Samstag, dem 30. April – mit einem bunten Programm losgeht. Auf dem Frankfurter Opernplatz wird es auf Bühnen unter anderem Live-Musik und Interviews mit Radprofis geben. Auf der dann schon für den Verkehr gesperrten Mainzer Landstraße wollen die Organisatoren einen 600 Meter langen Rundkurs errichten. Dort kann jedermann mit dem Rad schon mal die Strecke testen, wo tags darauf die Profis antreten werden. Dazu sind verschiedene Showrennen geplant.

          Stimmungsnester wird es aber auch in den Taunusgemeinden geben. Zwar währt die Durchfahrt der Profis bei ihrem Tempo nur wenige Augenblicke, doch verweilen die Zuschauer bei Speisen und Getränken wesentlich länger. In Oberursel zum Beispiel, das dann schon in den letzten Vorbereitungen des Hessentags steckt, wird der „Tag der Arbeit“ zum „Tag des Sports“. Neben dem Radrennen findet dort parallel auch die Deutsche Meisterschaft im Duathlon statt. In Eppstein, das wegen des Kopfsteinpflasters in der Altstadt und des „Schmerzbergs“ bei den Pedaleuren gefürchtet ist, versorgt die TSG Eppstein zu ihrem einhundertfünfzigjährigen Vereinsjubiläum die Fans an der Strecke mit Speis und Trank. Auf dem Rathausvorplatz in Eschborn wird in diesem Jahr erstmals eine Großbildleinwand aufgebaut. Und der Platz vor Mann Mobilia ist weiter Start oder Ziel der meisten Rennen des Tages wie der Velotour für die Hobbysportler. Diese können wählen, ob sie 42, 70 oder 100 Kilometer über die Taunushöhen bewältigen wollen. Die meisten entscheiden sich für die 100 Kilometer an diesem traditionellen Tag des Radsports. Seit nunmehr 50 Jahren.

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