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Deutsche Bank Skyliners : „Pech ohne Ende“ - die Skyliners im Verletzungssog

Muß operiert werden: Antonio Meeking Bild: imago

Der Power Forward der Deutsche Bank Skyliners, Antonio Meeking, fällt nach einer Verletzung für diese Saison aus. Cheftrainer Barton ermutigt die Mannschaft, „den Verlust als Team zu kompensieren“.

          Da ist es wieder, das Frankfurter Problem unter dem Korb. Am Dienstag abend kehrte es zurück - mit einem Schlag, wie ein ungebetener Gast, der sich gewaltsam Zutritt zu einem Platz verschafft, an dem man ihn nicht haben will. Der Schlag eines Gegenspielers traf Antonio Meeking beim Basketball-Pokalspiel der Deutsche Bank Skyliners in Bamberg auf die Schulter, und zwar so heftig, daß der 2,03 Meter großer Power Forward in den kommenden Tagen operiert werden muß.

          Die Saison ist für den bulligen, 113 Kilogramm schweren Basketballprofi aus Amerika damit gelaufen. Bei der Untersuchung durch Skyliners-Teamarzt Dr. Wolfgang Raussen wurde ein Abriß der Gelenklippen in der linken Schulter festgestellt. Drei bis vier Monate Pause sind nötig, um diese Verletzung auszuheilen.

          Die Zeiten sind hart für den Meisterschaftszweiten der vergangenen Spielzeit, der so hoffnungsvoll in die Saison gestartet war und nun von einem Verletzungssog immer tiefer hinabgezogen wird. Daß nun ausgerechnet Meeking ausfällt, wirkt schon fast schicksalshaft. Denn der Amerikaner war gerade dabei, sich den Respekt zu verschaffen, der einem Profi mit NBA-Ambitionen gebührt. Im Spiel gegen Leverkusen, das die Hessen am vergangenen Sonntag 88:84 gewonnen hatten, schien der Angreifer endlich den Durchbruch geschafft zu haben.

          Rückschlag für die Hessen

          26 Punkte hatte der Amerikaner erzielt, war bester Scorer des Spieles. Und nun kam das Aus für diese Saison. Immer wieder haben die Skyliners solche Probleme. Just zu dem Zeitpunkt, an dem der Point Guard Darren McLinton in Bestform zu sein schien, sorgte eine Grippe dafür, daß der Aufbauspieler bei der Partie in Bonn ausfiel. Die 58:59-Niederlage vor zwei Wochen war ein derber Rückschlag für die Hessen.

          Ohne Meeking stehen die Skyliners wieder einmal vor neuen Problemen. Der mit der Wucht einer Dampflok zum Korb ziehende Power Forward wird so leicht nicht zu ersetzen sein. Durch Neuverpflichtungen nicht - denn da haben die Frankfurter schon alle zur Verfügung stehenden Spielerlizenzen vergeben. Nun müssen die Skyliners versuchen, mit eigenen Kräften die Lücke zu füllen. Vor allem Bernd Kruel und Jukka Matinen, so erklärt Skyliners-Sportdirektor Kamil Novak, würden beim Endspurt in der Bundesliga-Hauptrunde gefordert.

          Dabei ist der Finne Matinen eher ein Mann für die weiten Schüsse und gerade dabei, sich von einer langwierigen Handverletzung zu erholen. Kruel ist in den zurückliegenden Partien kaum zum Einsatz gekommen. So wenig, daß Cheftrainer Charles Barton ihn nach dem Leverkusen-Spiel zur Seite genommen und bekräftigt hatte, daß er ihn trotz seiner geringen Spielanteile für einen wichtigen Bestandteil der Mannschaft halte. Für Kruel ein bedeutsamer Satz, den er nun spielend umsetzen muß. Ganz vorne unterm Korb steht noch Malick Badiane bereit. Der senegalesische Center leidet freilich immer noch unter großen Schwankungen in seiner Leistung und ist meist dann überzeugend, wenn er gemeinsam mit einem dominanten Power Forward spielen kann - einem wie Meeking.

          „Wir werden nicht jammern“

          Die Verletzung des Amerikaners hatte nach der Partie im Bamberger Forum für Turbulenzen am Spielfeldrand gesorgt. Der Frankfurter Manager Gunnar Wöbke war heftig gestikulierend mit dem Bamberger Chris Ensminger aneinandergeraten. Dessen Foul hatte zuvor zur Verletzung Meekings geführt. Wöbke ist schon länger kein Freund der zuweilen sehr physischen Bamberger Spielart. Durch das neuerliche Foul sah er alte Einschätzungen bestätigt.

          „Die Situation ist besonders ärgerlich, weil wir wieder einmal die Probleme kompensieren müssen, die aus einer Verletzung in einem Spiel gegen Bamberg resultieren“, sagte Wöbke am Donnerstag. „Wir unterstellen keine Absicht, aber Fakt ist auch, daß, wenn man versucht, einfache Körbe durch harte Fouls zu verhindern, ein deutlich höheres Risiko besteht, den Gegner zu verletzen. Und dies ist in Bamberg wieder geschehen.“

          „Pech ohne Ende“, sagt Sportdirektor Novak, hätten die Skyliners derzeit. So bleiben derzeit nur Durchhalteparolen. „Wir werden um das Play-off kämpfen, bis die letzte Option weg ist“, sagt Novak. Und Cheftrainer Barton sagt: „Wir werden nicht jammern, sondern den Verlust als Team kompensieren.“ Ob das so funktioniert, wie sich die Frankfurter das vorstellen, wird sich bald zeigen. An diesem Sonntag (16 Uhr) spielen die Skyliners bei den Eisbären Bremerhaven. Das Team aus dem Norden ist ein dicker Brocken und steht auf Platz vier der Bundesliga.

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