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Darmstädter Tennis-Profi : „Petko-Hype“ vor Fed-Cup-Duell

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Lockerungsübung vor der Presse: Andrea Petkovic aus Darmstadt Bild: dapd

So etwas hat es seit den Zeiten von Steffi Graf nicht mehr gegeben: Vor dem Fed-Cup-Duell mit den Vereinigten Staaten will jeder etwas von Andrea Petkovic, der deutsche Tennis-Star hat einen Hype ausgelöst. Sie genießt das, auch wenn der Rummel manchmal anstrengend wird.

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          Der Hype um ihre Person macht Andrea Petkovic langsam müde. Nach der Pressekonferenz zum Fed-Cup-Spiel gegen die Vereinigten Staaten versteckte sich der neue deutsche Tennis-Star hinter den Betreuern vor weiteren Interview-Anfragen - aber auch das natürlich mit einem Augenzwinkern. „Das war eine verrückte Woche, ich bin von einem Termin zum anderen gehetzt. Das ist eindeutig eine neue Situation für mich“, sagte die 23 Jahre alte Sportlerin am Mittwoch.

          Mit ihrem Halbfinal-Einzug in Miami und dem Sprung unter die Top 20 der Weltrangliste hat sie ein Interesse an sich und dem deutschen Tennis ausgelöst, wie man es seit Steffi Graf nicht mehr erlebt hat. In jeder großen Zeitung stand in den vergangenen Tagen etwas über sie. Der Sportwagen-Hersteller Porsche will ihr einen Sponsoren-Vertrag geben. Und seit feststeht, dass die fünffache Wimbledon-Siegerin Venus Williams im Fed Cup nicht spielen kann, ist klar, dass sich auch am Samstag und Sonntag beim Relegationsspiel in Stuttgart alles nur um Petkovic drehen wird.

          Charmanter Auftritt im „Sportstudio“

          Für sie selbst hat dieser Rummel zwei Seiten, sie nennt ihn einen Balanceakt. Einerseits kostet er sie langsam Kraft und Konzentration. „Ich muss mit meiner Zeit haushalten und will so gut vorbereitet wie möglich in den Fed Cup gehen“, sagte die Darmstädterin.

          „Petko” dynamisch beim Aufschlag

          Andererseits nimmt sie die Zeit im Rampenlicht gern mit. Der ganze Hype wäre nicht so groß, wenn sich Petkovic nicht so gut verkaufen ließe. Sie ist klug und schlagfertig, sie wurde auch durch ihren „Petko Dance“ bekannt und legte am Samstag im ZDF-Sportstudio einen charmanten Auftritt vor einem Millionenpublikum hin.

          „Ich habe an der Torwand kein einziges Mal getroffen. Dabei wollte ich eigentlich alle sechs reinmachen“, sagte sie am Mittwoch. Die Klaviatur der Medien spielt sie perfekt. Selbst wenn ihr das zu anstrengend wird, nimmt sie es mit Humor, wie die Anekdote nach der Pressekonferenz zeigt.

          Im deutschen Team stört sich vor der wichtigen Partie gegen die ersatzgeschwächten Amerikanerinnen niemand an Petkovic' neuer Ausnahmestellung. „Wir können nur davon profitieren. Sie tut viel dafür, dass Tennis wieder populär wird in Deutschland“, sagte Julia Görges, die neben Petkovic für die Spiele im Einzel gesetzt ist.

          „Trubel um Andrea auch für uns eine neue Situation“

          Auch Teamchefin Barbara Rittner sieht, dass ihre Nummer eins die anderen mitzieht, anspornt und neu motiviert. „Wir haben ein super Vertrauensverhältnis im Team“, betonte sie. „Auch wenn der Trubel um Andrea auch für uns eine neue Situation ist und wir uns erst darauf einstellen müssen.“

          Als Reaktion darauf strich Rittner für Donnerstag und Freitag alle Pressetermine ihrer Spielerinnen. Nur sie selbst ist dann noch für die Medien zu sprechen. „Wir wollen uns voll auf das Spiel konzentrieren. Denn das US-Team ist auch mit seinen vielen jungen Spielerinnen noch immer sehr gefährlich“, meinte Rittner.
          Petkovic kommt das nicht ungelegen. Für ein paar Tage kann sie richtig in ein Team eintauchen. „Ich genieße das immer“, sagte sie. „Da wird die Verantwortung auch auf mehrere Schultern verteilt.“

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