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Eintracht-Kommentar : Beeindruckende Konstanz

  • -Aktualisiert am

Daumen hoch: Danny da Costa jubelt nach dem 3:0 gegen Stuttgart Bild: dpa

Eintracht-Trainer Hütter nennt es Gier oder Hunger, was seine Spieler auszeichnet. Diese Tugenden, unterstützt durch das Selbstbewusstsein, prägen nur wenige Bundesliga-Mannschaften.

          Der Countdown zum zweiten Europaflug steht bei sieben. So viele Spiele trennen die Eintracht in der Bundesliga noch bis zum Saisonende. Zwei Punkte beträgt der Vorsprung vor Borussia Mönchengladbach, dem schärfsten Konkurrenten für die Qualifikation zur Champions League, sieben Punkte weniger haben die Verfolger, wenn man zum Vergleich den fünften Platz heranzieht, der zur Teilnahme an der nächsten Gruppenphase der Europa League berechtigt. Die Eintracht ist nun nicht mehr in der Rolle des Jägers, sondern des Gejagten. Eine Veränderung der Ausgangsposition, die hemmend wirken könnte, weil es plötzlich etwas zu verlieren gibt und nicht mehr nur zu gewinnen.

          Doch in diesen Tagen und Wochen scheint die Frankfurter Fußballprofis überhaupt nichts von ihrer Konzentration und Zielstrebigkeit abzubringen. Die Mannschaft, die in früheren erfolgreichen Jahren den Namen launische Diva verliehen bekommen hatte, präsentiert sich als Muster an Konstanz, Zuverlässigkeit und Pflichtbesessenheit. Dem 3:0 über den VfB Stuttgart am Sonntag wohnte kein besonderer Zauber inne, wenn man ihn nicht in der maschinenhaft Konsequenz sehen will, die die Eintracht-Bemühungen zum Erfolg führte.

          Seit 14 Partien ohne Niederlage

          Eintracht-Trainer Hütter nennt es Gier oder Hunger, was seine Spieler auszeichnet. Diese Tugenden, unterstützt durch das Selbstbewusstsein, das durch die Serie von mittlerweile 14 ungeschlagenen Begegnungen entstand, stellt ein Merkmal dar, das ganz wenige Bundesligamannschaften auszeichnet.

          Der Schlüssel für die noch größere Konstanz im Vergleich zur Vorrunde liegt in der größeren Variabilität und Stabilität. Es sind nicht mehr nur die überragenden Haller und Jovic, die die Siege heraus schießen. Kostic wird immer durchschlagskräftiger, Rebics Rolle hat wieder mehr Gewicht als in der Vorrunde und mit Pacienca gibt es sogar einen vierten Stürmer als Backup. Aber es ist die Defensivabteilung, die den ganz großen Fortschritt gebracht hat.

          Mit Martin Hinteregger als Innenverteidiger und Sebastian Rode als Abräumer im Mittelfeld wurde die Eintracht viel weniger verwundbar bei Kontern. In den letzten sieben Pflichtspielen spielte die Eintracht sechsmal zu Null. Ihre Rückrundenbilanz lautet: sechs Siege, vier Unentschieden, 20:7 Tore. Nur RB Leipzig hat weniger Gegentreffer hinnehmen müssen, nur der FC Bayern sammelte mehr Punkte.

          Es spricht im Moment überhaupt nichts dagegen, dass die Frankfurter Festspielwochen bis zum Saisonende andauern. Denn sie haben ein solides Fundament. Die Eintracht in Kovacs Zeiten musste über ihre Verhältnisse spielen, um Höhenluft zu schnuppern und stürzte zweimal auf der Zielgeraden ab, weil ihr die Luft knapp wurde. Hütters Eintracht hat eine hohe individuelle Qualität und die Kadertiefe ist zudem höher. Es zeichnet gute Mannschaften aus, sich auch an weniger guten Tagen energisch durchzukämpfen und dann doch noch souverän zu gewinnen. Genau das ist der Eintracht gegen den VfB Stuttgart gelungen. Der Countdown geht weiter und nichts deutet darauf hin, dass die Frankfurter Europa-Rakete auf der Startrampe stehen bleiben wird.

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