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Basketball : Skyliners in den Grundfesten erschüttert

  • -Aktualisiert am

Auf dem Weg zum Dauerpatienten: Akeem Vargas Bild: Joachim Storch

Nur noch sechs gesunde Basketball-Profis: Vor dem Auftakt der zweiten Eurocup-Runde gehen Gordon Herberts Mannschaft die Spieler aus. So sind die Fraport Skyliners nicht konkurrenzfähig.

          Mutig, mutig. An Zuversicht mangelt es den Fraport Skyliners in besonders schweren Zeiten wirklich nicht. Mit dem neuen Jahr haben sich die Frankfurter Basketballmannschaft und ihr Trainer Gordon Herbert ein neues Ziel gesetzt – notgedrungen. Am Ende der Bundesliga-Hauptrunde wollen die Hessen nun mindestens als Tabellensechster in die Play-offs einziehen. Vor der Saison hatte es noch Platz vier sein sollen, das hätte Heimrecht im Viertelfinale gegen den Fünften bedeutet.

          Aber selbst Rang sechs – momentan sind die Hessen nur Elfter mit 10:14 Punkten – scheint doch sehr gewagt zu sein, denn neben den Leistungsschwankungen hat auch die Verletzungsmisere besorgniserregende Ausmaße angenommen. Für das erste Spiel in der zweiten Gruppenphase des Eurocups an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) in Ulm bieten sich Herbert lediglich sechs gesunde Spieler aus dem engeren Kreis an: Kapitän Quantez Robertson, Erik Murphy, Jason Clark, Richard Freudenberg, Marco Völler und Garai Zeeb. Wieder abmelden musste sich der Aufbauspieler Akeem Vargas mit muskulären Problemen. Er ist auf dem Weg, zum Dauerpatienten zu werden.

          Neun Spieler nicht einsatzbereit

          „Von den Spielern, die wir vor dem Wettbewerb für den Euro Cup gemeldet haben, sind neun nicht einsatzbereit“, sagte Herbert am Mittwoch. Und auf Shawn Huff, einen seiner erfahrensten Spieler, wird der Headcoach wohl ebenfalls verzichten müssen, der finnische Nationalspieler klagt über eine Erkältung. Ein paar Akteure aus dem drittklassigen Pro B-Team wie Armin Trtovac, Aaron Kayser und Konstantin Schubert müssen die Frankfurter Rumpftruppe deshalb komplettieren.

          Konkurrenzfähig sind die Skyliners in dieser Zusammensetzung auch im zweithöchsten europäischen Wettbewerb nicht. Durch die vielen Rückschläge zum Start in das neue Jahr stellt sich die Lage dramatisch dar. Schon zuvor waren die Skyliners mit all ihren Unzulänglichkeiten ein fragiles Gebilde. Jetzt sind sie in ihren Grundfesten erschüttert. Im Prinzip brauchen sie Ersatz auf mehreren Positionen, Priorität genießen die Guard- und die Centerposition. Laut Herbert soll aber vorerst nur ein Spieler die Mannschaft verstärken, es werde „ein Amerikaner“ sein, kündigte er an. Einer, der die Rolle des Spielmachers oder die des Shooting Guards übernehmen kann.

          „Sehr schwer, einen guten Pointguard zu bekommen“

          In der Nacht auf Donnerstag oder spätestens im Laufe des Tages wollen sich die Hessen Mann entschieden haben. „Dann werden wir ihn so schnell wie möglich ins Flugzeug setzen“, sagte Herbert. Man darf gespannt sein, über welches Potential der Neuzugang verfügt, er sollte ja sofort weiterhelfen. Im Augenblick sei es allerdings „sehr schwer, einen guten Pointguard zu bekommen“.

          Herbert kennt die knifflige Situation schon: Da die finanziellen Möglichkeiten des Klubs in der Regel stark begrenzt sind, müssen die Frankfurter viel Geschick bei ihrer Personalrekrutierung an den Tag legen. In den vergangenen Wochen waren sie ohne Ergebnis auf der Suche nach einem Spielmacher geblieben. Es bestand schon früher Handlungsbedarf, erwies sich Clark doch als der bessere Shooting Guard. Nun hat sich auch noch der junge Trae Bell-Haynes (Knöchelverletzung) auf der Position eins aus der Rotation verabschiedet.

          Die Center sind Herbert ebenfalls ausgegangen. Leon Kratzer (Teilanriss des Innenbands) wird noch einige Wochen an seiner Genesung arbeiten müssen. Zu große Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr kann sich Herbert auch bei dem 2,08 Meter langen Jonas Wohlfarth-Bottermann (Mittelfußbruch) nicht machen. „Er hat im Training noch kein Basketball gespielt“, sagte Herbert. Frühestens in „zehn bis vierzehn Tagen“ rechnet er mit Wohlfarth-Bottermann im Spielbetrieb.

          Natürlich sei „die Situation schwierig“, sagte Herbert. „Aber wir müssen uns da jetzt durchkämpfen und die Widrigkeiten annehmen. Wir dürfen uns nicht beklagen.“ An ihrem Ziel, das Viertelfinale im Eurocup zu erreichen, halten die Skyliners fest. Sie müssen sich ja auch eine Perspektive in dem Wettbewerb geben. Nur ihre Aussichten sind durch die radikale Reduzierung der Spielerauswahl für den Trainer sehr bescheiden. Die so stark gebeutelten Frankfurter stehen vor einer Zeitenwende zum Negativen – weil die Zeichen alles andere als gut sind.

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