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Basketball-Play-offs : Chancenlose Skyliners von den Bayern überrumpelt

So eng wie zwischen Frankfurts Quantez Robertson und Münchens Maik Zirbes war das Duell in Frankfurt selten. Bild: dpa

Nach dem Sieg in München standen die Frankfurter Basketballer vor einer kleinen Sensation. Doch die Skyliners können den Heimvorteil nicht nutzen – und bekommen ihre Grenzen aufgezeigt.

          Der Rückschlag war gewaltig. 50:85 haben die Fraport Skyliners am Dienstagabend das vierte Spiel im Play-off-Viertelfinale der Basketball-Bundesliga gegen den FC Bayern verloren. Es war eine überaus dominante Vorführung des Starensembles aus der bayrischen Hauptstadt, das auf 2:2-Siege ausglich und sich mit dem klaren Erfolg vor 5000 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Ballsporthalle den Heimvorteil zurückholte. Die Entscheidung über den Einzug ins Halbfinale fällt nun am Donnerstag in der Münchner Arena im fünften von fünf möglichen Spielen der Viertelfinalserie. In der Partie am Dienstag hatten die Frankfurter keine Chance gegen die starke Abwehr der Bayern. Ein Favoritenschreck waren sie in dieser Begegnung sicher nicht. Beste Werfer der Skyliners waren Quantez Robertson (12 Punkte) und Shawn Huff (8).

          Am vergangenen Samstag war den Skyliners in München mit dem 86:83-Erfolg ein Coup gelungen, mit dem sie den Bayern den Heimvorteil weggenommen hatten. Nun hatten sie in der Serie „Best of five“ in eigener Halle Matchball um den Einzug ins Halbfinale. Insgesamt sechs von zehn Heimspielen gegen die Bayern hatten die Frankfurter bislang für sich entscheiden können. Die Hoffnung, dass im elften Spiel ein wegweisender Sieg hinzukommen würde, war da. Der Tabellenachte aus Frankfurt gegen den Tabellenersten aus München – eigentlich hatten die Kräfteverhältnisse schon vor dem Beginn dieses Play-offs viel mehr für die Bayern gesprochen. Auch Skyliners-Trainer Gordon Herbert war das klar: „Wir sind immer noch der klare Außenseiter – und München ist der große Favorit“, hatte der Frankfurter Headcoach vor der Partie gesagt. Die Einschätzung des Kanadiers erwies sich schnell als realistisch.

          Bayern lässt Frankfurt keine Chance

          Die Bayern legten schwungvoll und konzentriert los, bestimmten das Tempo und traten dabei mit einer Leichtigkeit auf, die sie in den zurückliegenden drei Begegnungen nicht gezeigt hatten. Den Zugzwang, unter dem die Mannschaft von Trainer Dejan Radonjic stand, wandelten die Bayern in Energie um. Unter den Augen des Basketballfreundes Uli Hoeneß, dem Präsidenten des FC Bayern München, spielten die Stars aus München ihre Favoritenrolle dieses Mal überzeugend. Im Handumdrehen lagen sie 12:2 vorne – und die Skyliners wirkten ein wenig überrumpelt angesichts des irren Tempos, das die stürmischen Bayern vorlegten. Nach einem Distanzwurf von Jordan Seibert kamen die Frankfurter zwar noch einmal auf 17:20 heran, zur ersten Viertelpause lagen sie aber wieder 17:23 hinten.

          Im zweiten Spielabschnitt drehte der Tabellenführer der Hauptrunde erst richtig auf. Die Skyliners leisteten sich nun immer mehr Fehler. 16 Ballverluste häuften die Hessen an, während die Bayern nur fünfmal den Ball verloren, beim Rebound überlegen waren und die bessere Wurfquote hatten. Das Resultat dieser aus hessischer Sicht knallharten Hälfte: ein 21-Punkte-Rückstand, den Tai Webster kurz vor der Pause noch auf 28:47 abmildern konnte. In der zweiten Hälfte taten die überlegenen Bayern viel dafür, ihren Vorsprung zu konservieren, nachdem sie am Samstag eine 19-Punkte-Führung gegen die Skyliners verspielt hatten. Die Hessen hatten der Münchner Dominanz nur wenig entgegen zu setzen. Am Donnerstag müssen sie sich einiges einfallen lassen, um die Bayern auf dem Weg ins Halbfinale doch noch einfangen zu können.

          BBL-Playoffs: Ludwigsburg weiter, Alba Berlin noch nicht

          Alba Berlin muss am Donnerstag (19.00 Uhr) in ein fünftes Spiel gehen. Nach dem 85:97 in Oldenburg verpasste der Hauptstadt-Klub durch ein katastrophales drittes Viertel (10:29) den vorzeitigen Halbfinal-Einzug. Die Berliner bekamen vor allem die Oldenburger Distanzschützen, die 17 Dreier erzielten, nie in den Griff. „Wir haben ihnen auch den Raum dazu gegeben“, schimpfte ALBA-Trainer Aito Garcia Reneses. Bester Werfer war Baskets-Center Rasid Mahalbasic mit 19 Punkten.

          Auf den Sieger des fünften Spiels in Berlin warten im Halbfinale die MHP Riesen Ludwigsburg. Das Überraschungsteam der Saison gewann auch das dritte Match gegen medi Bayreuth 95:70 (42:41) und beendete die Serie gegen die Oberfranken mit 3:0. Dwayne Evans erzielte 23 Punkte für die Mannschaft von Trainer John Patrick. (dpa)

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