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Ariane Friedrich : Die Höhenjägerin

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Für Ariane Friedrich geht es Zentimeter um Zentimeter höher Bild: F.A.Z. - Bergmann

Ariane Friedrich sprang 2006 1,91 Meter hoch und wurde deutsche Hallenmeisterin. Mittlerweile sind zwei Meter für die junge Hochspringerin keine Illusion mehr.

          Ariane Friedrich ist zum 1. Januar 2003 vom TV Hessisch Lichtenau zur LG Eintracht Frankfurt gewechselt. Hessisch Lichtenau, das liegt im früheren Zonengrenzgebiet zwischen Kassel und Eisenach, ist also nicht gerade der Nabel der Welt. Die Hochspringerin, die vor fünf Jahren den Sprung von der Provinz in die Börsenmetropole wagte, bezeichnete sich gleich im ersten Gespräch als „flippig“; und was ungefähr darunter zu verstehen ist, definiert ihr Trainer Günter Eisinger so: „Jugendlicher Drang verführt zu Entscheidungen, die nicht unbedingt etwas mit dem Sport zu tun haben.“

          Damit hat der 57 Jahre alte Sportlehrer aus Friedberg alles zusammengefasst, was eine Großstadt an Zerstreuungen zu bieten hat. Insofern war die Beziehung nicht immer einfach, die Belastungsproben kamen in periodischen Abständen, Ruhe kehrte erst 2006 ein. Da sprang Ariane Friedrich 1,91 Meter hoch, wurde deutsche Hallenmeisterin, aber nicht wirklich ernst genommen als Anwärterin für internationale Meisterschaften oder gar Medaillen.

          Friedrich setzt neue Akzente

          Das hat sich grundlegend geändert in den zurückliegenden acht Tagen. Zunächst steigerte sich die 24 Jahre alte Polizeikommissaranwärterin bei den Hessenmeisterschaften auf 1,97 Meter, eine Woche später in Hustopece (Tschechien) auf 1,99 Meter. Weltklasse, keine Frage, und Rang 8 in der „ewigen“ deutschen Hallenbestenliste, die von Heike Henkel (Leverkusen, 2,07/1992) angeführt wird. Aus dem bisweilen grenzwertig-anstrengenden Teenie ist eine Athletin geworden, die ihr Potential erkannt hat und sich mit viel Konsequenz an die Umsetzung gemacht hat. Ihr dritter Versuch in Hustopece war „ein Haus“, wie es in der Fachszene heißt, also ein Sprung mit viel Luft zwischen Körper und Latte – die zwei Meter sind keine Illusion mehr. Doch Eisinger/Friedrich sprechen nicht darüber, sondern über eine weitere Stabilisierung auf Weltklasseniveau.

          Im Sommer 2007 sprang die Deutsche beim Europacup der Leichtathleten in München

          Auf dem Hallenfahrplan stehen der Länderkampf in Glasgow (26. Januar), das Meeting in Arnstadt (2. Februar), der Europacup in Moskau (16. Februar), die deutschen Meisterschaften (23./24. Februar) und die Weltmeisterschaft in Valencia (7. bis 9. März). Gründe für die Höhenflüge? „In ihrem Umfeld läuft’s, und wir konnten bislang ohne Verletzungen und größere Krankheiten durchtrainieren“, sagt Eisinger. Der Aufschwung seiner erfolgreichsten Athletin ist auch für ihn eine Bestätigung, „dass ich nicht zum alten Eisen gehöre“. Die Zeiten seiner größten internationalen Trainererfolge – Gerd Nagel sprang 1979 erstmals 2,30 Meter und 1989 in der Halle 2,36 – liegen schon etwas länger zurück.

          Und als Ende 2007 bekannt wurde, dass Martin Günther (Frankfurt/2,23) nach nur einem Jahr Zusammenarbeit nicht mehr von Eisinger betreut werden wollte, sahen viele dessen Stern allmählich sinken. Doch er setzte mit Ariane Friedrich neue Akzente, ließ so lange wie möglich im Freien trainieren und verzichtete ganz bewusst auf die Annehmlichkeiten des wärmenden Sportzentrums in Frankfurt-Kalbach. Zudem musste die Hochspringerin die eher ungeliebten Treppensprünge in großer Zahl hinter sich bringen. „Wir waren zu bequem geworden“, sagt Eisinger. Jetzt stimmt der Kurs wieder.

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