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Sport : Beim „Frankfurter Silvesterlauf“ zählt vor allem der Spaß

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Es ist wieder die Zeit der guten Vorsätze. Weil die durchaus ernstgemeinten Versprechen sich selbst und der Umwelt gegenüber meistens nicht eingelöst werden und jeder das weiß, wird der Jahreswechsel zum Streß.

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          Es ist wieder die Zeit der guten Vorsätze. Weil die durchaus ernstgemeinten Versprechen sich selbst und der Umwelt gegenüber meistens nicht eingelöst werden und jeder das weiß, wird der Jahreswechsel zum Streß. Wieviel entspannender ist es da doch, das alte Jahr sportlich abzuschließen und stolz auf dieses Kunststück zu sein. Unter anderem das erklärt die Beliebtheit des traditionellen "Frankfurter Silvesterlaufs", an dem im vergangenen Jahr rund 2000 ambitionierte Freizeitsportler teilgenommen haben. Ein Manager freut sich dieses Mal besonders auf das sportliche Ereignis, weil es auf den letzten Tag im Jahr fällt. "Ich bringe laufend, das heißt durch meine ureigene Leistung, das Jahr 2004 zu Ende."

          Mancher steckt sich konkrete Ziele und will die Zehn-Kilometer-Distanz an jenem Freitag in einer bestimmten Zeit zurücklegen. In der Läuferszene gelten für verschiedene Distanzen bestimmte magische Grenzen, die durchbrochen werden wollen. Bei einem Marathon über knapp 42 Kilometer ist das zum Beispiel die Vier-Stunden-Marke, Fortgeschrittene wollen die drei Stunden "knacken". "Spiridon Frankfurt", einer der größten Laufvereine Deutschlands, der seit 1979 auch den beliebten Silvesterlauf über zehn Kilometer ausrichtet, kennt die joggende Spezies gut.

          Am 31. Dezember werden daher auch sogenannte Brems- und Zugläufer mit unterwegs sein. Sie geben den Takt an, damit jemand sein gestecktes Ziel von 49 oder 59 Minuten leichter erreichen kann. Bremsläufer heißen die erfahrenen Läufer deshalb, weil sie verhindern sollen, daß Teilnehmer sich in der Anfangseuphorie nach dem Startschuß verausgaben, in der zweiten Hälfte schlapp machen und deshalb die anvisierte Zeit nicht schaffen; Zugläufer sind sie, weil sie das erforderliche Tempo vorgeben. Die anschließend aushängenden Ergebnislisten werden die Wahrheit an den Tag bringen. Vor diesen Zetteln mit Namen und Endzeit werden sich die Sportler am 31. Dezember, nachdem sie durch den Frankfurter Stadtwald getrabt sind, wieder neugierig drängeln. Zwar kennen die meisten das grobe Resultat schon vorher, die exakte Zeitmessung freilich erfolgt über einen Chip am Schuh, der das Überqueren von Start und Ziel auf die Sekunde genau mißt. Besagter Manager will unter 50 Minuten kommen. "Die Belohnung ist dann das erreichte Ziel." Verbissene Gesichter sind bei diesem Wettkampf kaum zu sehen, wenngleich der Schnellste 2003 schon nach einer guten halben Stunde im Ziel war.

          Aber nicht jeder hat eine Bestzeit vor Augen. Viele kommen vor allem, um zu genießen. Ein Teilnehmer schätzt besonders um sich herum "die tapferen Mitstreiter aller Couleur wie im vergangenen Jahr - also auch eine Art Tradition. Ein echtes Gemeinschaftsgefühl kommt wieder auf." Lutz Richter bedauert, daß er nicht mitmachen darf. Als Erster Vorsitzender von "Spiridon" muß er sich an so einem Tag um einen reibungslosen Ablauf, um Siegerehrungen und Sponsoren kümmern. Nach dem Hauptsponsor ist der 26. "Mainova Silvesterlauf" benannt. Und allein für die Acht- bis Fünfzehnjährigen sind Pokale und Ehrungen für die gerannten vier Kilometer in drei Altersklassen zu vergeben.

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