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Wildwuchs der Spielhallen : Dämpfer im Kampf gegen Glücksspiel

Kurzer Kick: Eine Frau sitzt vor einem Glücksspielautomaten in einer Frankfurter Spielothek. Bild: dpa

Kommunen in Hessen sahen sich auf einem guten Weg, den Wildwuchs von Spielhallen einzudämmen. Nun sorgt ein Gerichtsbeschluss für Verunsicherung. Derweil wächst die illegale Konkurrenz.

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          Wo hört der Spaß auf, wo fängt die Sucht an? Ein paar Münzen einwerfen, zugucken, wie Zitronen und Bananen oder Fantasy-Helden über den Bildschirm rotieren. Die Enttäuschung, wenn ein Gewinn knapp verpasst wurde. Das Glücksgefühl, wenn es im Schacht klimpert. Eigentlich wirkt das Automatenspiel, das geduldige Füttern der gierigen Maschinen, wie aus der Zeit gefallen, kann man doch mittlerweile rund um die Uhr digital zocken. Aber der Glaube daran, dass man sich auf dem Nachhauseweg schnell noch einmal die Taschen mit Kleingeld voll machen kann, hat über die Jahre kaum an Reiz verloren. Schätzungen zufolge werden im Jahr in Deutschland fünf Milliarden Euro umgesetzt. Weil der Spaß so schnell vorbei ist – Experten sprechen von kurzen Reizintervallen – halten Suchtforscher Spielhallen für besonders gefährlich.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Seit fast einem Jahrzehnt haben deswegen auch die Städte in Hessen ihre Anstrengungen erhöht, den Wildwuchs der Spielhallen einzudämmen. Grundlage dafür ist das Spielhallengesetz, das allerdings lange kaum Wirkung zeigte. 2012 wurde es novelliert, dabei jedoch eine fünfjährige Übergangsfrist für alte Konzessionen eingeräumt. Von einem Jahr wurde es schließlich „scharf gestellt“, wie es in der Verwaltung heißt.

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