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Mit dem Auto zur Schule : Eltern halten für ihre Kinder

  • -Aktualisiert am

Phantomphänomen: Nur wenige Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schule. Bild: Wonge Bergmann

Autoschlangen, Wildparker und wilde Wendemanöver: Mit dem Beginn der Schulzeit stauen sich vielerorts wieder die Wagen besorgter Eltern vor den Schulhöfen. Eine Beobachtung des Phänomens „Elterntaxi“.

          Wo sind sie, die Eltern, die mit dem Geländewagen bis vor die Schule fahren, um ihre Hoch- und Normalbegabten persönlich abzusetzen? Wo sind sie, die Autoschlangen, Wildparker und wilden Wendemanöver? Das Phänomen soll immer wieder für Ärger sorgen – allein, es ist schwer auszumachen.

          Es ist der erste Schultag nach den Ferien: Stellt man sich am Montagmorgen vor die Wöhlerschule in Frankfurt-Dornbusch, müssten Auswirkungen des Aufregerthemas zu beobachten sein. In der Mierendorffstraße gibt es gleich zwei Schulen, in der benachbarten Fritz-Tarnow-Straße zwei weitere. Wo, wenn nicht hier, müsste morgens das Gedränge losgehen? Um 7.30 Uhr steht nur ein Junge mit Tretroller vor der Schule. Die Fahrradständer auf dem Hof sind beinah alle frei. Vier Minuten später kommt ein Kind angeradelt – sogar mit Helm. Es macht eine Vollbremsung vor dem Ständer. Ein Fahrzeug blockiert tatsächlich einen Teil der Fahrbahn, es ist aber kein Elterntaxi, sondern ein Laster mit der Aufschrift „Umzüge und Haushaltsauflösungen“.

          Das erste Elterntaxi: ein Porsche

          Kurz darauf spaziert ein Junge mit Armeehosen vorbei, er nutzt sein Smartphone als Spiegel, richtet die kurzen Haare und geht weiter in Richtung der Anne-Frank-Schule in der Fritz-Tarnow-Straße. Die benachbarte Mierendorffstraße liegt noch ruhig da. Es gibt kaum Verkehr. Doch um 7.39 Uhr kommt es. Das erste Elterntaxi. Ein Porsche Cabrio, das Verdeck ist geschlossen. Die Tochter verabschiedet sich, die Mutter wendet. Keine Minute dauert die Szene, kein Stau ist entstanden. Das liegt auch daran, dass die meisten Schüler mit dem Fahrrad oder zu Fuß von der U-Bahn-Station kommen. Um 7.59 Uhr fährt das letzte Elterntaxi vor. Fünf waren es an diesem Morgen. „Mach’s gut“, ruft die Mutter.

          Um 8.03 Uhr kauft eine andere noch für ihre Kinder Pausensnacks beim Bäcker. Sie sind zu Fuß unterwegs. Anscheinend hören die Frankfurter Eltern auf ihren Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD). Er appelliert: „Wir bitten die Eltern, aufs Elterntaxi zu verzichten.“ Es sei sinnvoller, die Kinder zu Fuß oder im Bus zur Schule zu begleiten. So würden sie den Weg kennenlernen und sich Gefahrenpunkte besser einprägen. Vielleicht hat auch der Werbespot etwas bei den Eltern bewirkt, den die Stadt erstmals vor fünf Jahren veröffentlichte. In „Vorsicht Elterntaxi“, der auch noch in diesem Jahr in den Kinos zu sehen ist, wird der Schulanfang durch „echte“ Helikopter-Eltern gestört.

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