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F.A.Z.-Leser helfen : Eine bessere Zukunft ermöglichen

Bereit, die Chance zu ergreifen: Für die Schülerinnen der Presbyterian Senior High School in Tamale im Norden Ghanas soll ein Wohnheim gebaut werden. Bild: Frank Röth

Bildung dient der ganzen Gesellschaft. Deshalb bittet diese Zeitung mit der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ um Spenden für Schülerinnen in Ghana und Flüchtlinge in Frankfurt.

          Wer ein Land wirklich voranbringen will, muss bei den Frauen ansetzen. Mädchen, die eine gute Schulbildung bekommen, können später selbst über ihr Leben bestimmen. Wenn sie einen Beruf haben und Geld verdienen, dann geben sie es nicht nur für sich aus, sondern für ihre Familien, insbesondere für ihre Kinder und somit für die Zukunft der ganzen Gesellschaft.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Martin Ochmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Einen großen Beitrag zur Bildung von Mädchen leistet die Presbyterian Senior High School in Tamale, einer Stadt im Norden Ghanas. Wobei die Schule, die einem deutschen Oberstufengymnasium vergleichbar ist, auch Jungen unterrichtet. Sogar deutlich mehr Jungen als Mädchen, was nicht daran liegt, dass es zu wenige Familien gäbe, die ihre Töchter dorthin schicken wollten. Es liegt daran, dass nicht klar ist, wo die 16 bis 19 Jahre alten Schülerinnen, die aus einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern kommen, in Tamale wohnen sollen.

          Ein anstrengender Schulweg und einfachste Unterbringung

          Die Schule gibt ihr Bestes, sie besorgt den Schülerinnen Unterkünfte bei den „Landlords“ der Stadt. In den Zimmern und Hütten leben vier oder fünf Mädchen auf engstem Raum und unter elenden Bedingungen. In der Regenzeit schlafen sie auf feuchtem Boden, sonst ist es unerträglich heiß. Ein Kleiderhaken ersetzt den Schrank, gekocht wird auf einer kleinen Feuerstelle im Flur, oft gibt es weit und breit keine Toilette, geschweige denn eine Dusche.

          Morgens um vier, halb fünf müssen die Mädchen aufstehen und den Hof des Anwesens fegen oder in der Küche helfen, weil das Geld, das die Eltern für die Miete aufbringen, nicht ausreicht. Manche laufen mehr als zehn Kilometer zur Schule, weil sie keine Bleibe in der Nähe des Campus bekommen haben. Es kommt auch zu Übergriffen, nicht jeder Vermieter behandelt die jungen Frauen respektvoll.

          Ein Wohnheim um mehr Schülerinnen zu gewinnen

          Dass die Schülerinnen unter diesen Bedingungen überhaupt etwas lernen, ist ihrem Bildungshunger und ihrer Disziplin zuzuschreiben. Es könnte aber besser sein. Nämlich dann, wenn es auf dem Gelände der Presbyterian School ein Wohnheim für Mädchen gäbe. Nach den Plänen der Schule könnten dort 160 Schülerinnen schlafen und essen. Sie hätten eine sichere und saubere Unterkunft und vor allem mehr Zeit und Ruhe zum Lernen.

          Die Schule hofft außerdem, dass Eltern, die bislang zögern, ihre Tochter auf die Schule zu schicken, durch das Wohnheim überzeugt werden. So soll der Mädchenanteil auf die Hälfte gesteigert werden. Diesem Projekt ist die diesjährige Spendensammlung „F.A.Z.-Leser helfen“ gewidmet. In der Vorweihnachtszeit bittet diese Zeitung darum, den Bau des Mädchenwohnheims und damit die Bildung junger Frauen in Ghana zu unterstützen; die Verbindung dorthin hält das Evangelische Stadtdekanat Frankfurt.

          Das Projekt Paul ermöglicht Flüchtlingen eine Qualifikation

          Viele Menschen, die aus anderen Ländern nach Deutschland flüchten, haben diese Chance auf Bildung nie gehabt, sie können weder rechnen noch lesen oder schreiben. So wie Arkan Sabah Salih. Der 33 Jahre alte Mann lebt in Heppenheim, 2009 floh er aus Kirkuk im Irak. „Mein Vater hatte zwei Autowerkstätten, seit meinem sechsten Lebensjahr habe ich dort mit ihm gearbeitet“, erzählt Salih. Zur Schule ist er nie gegangen. In Deutschland angekommen, wollte er wieder in einer Autowerkstatt arbeiten. Also ging er zu André Schmitt, Geschäftsführer des Autolackier- und Karosseriefachbetriebs Schmitt & Hartmann in Heppenheim. „Nach zwei Tagen Probearbeiten mussten wir ihm sagen, dass das nichts wird“, erinnert sich Schmitt. Es fehlte nicht an Willen und Enthusiasmus, es fehlte jede Qualifikation.

          Doch es wurde doch noch etwas, Salih bekam eine zweite Chance dank des Projekts Paul (Perspektive Arbeit und Lebensqualität), einer Kooperation des Landes Hessen, des Kreises Bergstraße und der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main am Berufsbildungs- und Technologiezentrum Bensheim. Ziel des Projektes ist es, Flüchtlinge zu qualifizieren und ihnen so den Weg in ein Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis zu ebnen. Teilnehmer des Projekts haben bereits eine Ausbildung oder eine Beschäftigung begonnen, Salih arbeitet derzeit als Aushilfe bei Schmitt & Hartmann.

          Für eine Perspektive in Deutschland

          Ein vergleichbares Bildungsangebot startet die Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main nun für Flüchtlinge in Frankfurt. Im ersten Quartal 2017 beginnt sie das Projekt „Ina - Integration durch duale Bildung“. Die Teilnehmer sollen dann, angelehnt an das System der dualen beruflichen Bildung, für den regionalen Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Ähnlich wie beim Projekt Paul wird die Qualifizierung bei Ina aus vier Elementen bestehen: Die Teilnehmer lernen den Arbeitsalltag und praktische handwerkliche Tätigkeiten sowie die betrieblichen Abläufe kennen. Darüber hinaus wird die deutsche Sprache geübt. Ziel von Ina ist es, über die Integration in den Arbeitsmarkt die Menschen in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen eine Perspektive in Deutschland zu eröffnen. Auch diesem Projekt ist die diesjährige Spendensammlung „F.A.Z-Leser helfen“ gewidmet.

          Die 20 Teilnehmer des Projekts werden derzeit ausgewählt. „Wir möchten Menschen, die bei uns ankommen, sinnvolle Aus- und Weiterbildungsangebote im regionalen Arbeitsmarkt machen und Betriebe bei der Suche nach engagierten Bewerbern unterstützen“, sagt Handwerkskammerpräsident Bernd Ehinger.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“

          Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Allgemeine/ Rhein-Main-Zeitung bitten um Spenden für ein Ausbildungsprojekt für Flüchtlinge der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main und zugunsten eines Wohnheims für Schülerinnen, das die Frankfurter evangelische Kirche im Norden Ghanas baut.

           

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.- Leser helfen“ bitte auf die Konten:

           

          Nummer 11 57 11
          bei der Frankfurter Volksbank
          (BLZ 501 900 00)
          IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11

           

          Nummer 97 80 00
          bei der Frankfurter Sparkasse
          (BLZ 500 502 01)
          IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00

           

          Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Selbstverständlich wird auch der Wunsch respektiert, auf eine Namensnennung zu verzichten. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Sofern die vollständige Adresse angegeben ist, kann eine Spendenquittung zugeschickt werden _________________________________________________________________________

          Weitere Informationen zur Spendenaktion im Internet unter der Adresse
          www.faz-leser-helfen.de.

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