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SPD-Schattenkabinett : Von Italien nach Hessen

  • -Aktualisiert am

Ausschau halten nach Mitgliedern des Schattenkabinetts: Thorsten Schäfer-Gümbel. Bild: dpa

Der SPD-Landesvorsitzende und Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Thorsten Schäfer-Gümbel, hat zwei weitere Frauen in sein Schattenkabinett berufen.

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          Der SPD-Landesvorsitzende und Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Thorsten Schäfer-Gümbel, hat zwei weitere Frauen in sein Schattenkabinett berufen. Die Deutsch-Italienerin Laura Garavini, die bisher die SPD-Schwesterpartei Partito Democratico als stellvertretende Fraktionsvorsitzende in der italienischen Abgeordnetenkammer vertritt, soll für Europa, Integration und Kultur zuständig sein. Claudia Kemfert, parteilos und seit 2004 Leiterin der Abteilung „Energie, Verkehr, Umwelt“ am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, soll für die SPD die Energiewende in Hessen vorantreiben.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Garavini, die auch SPD-Mitglied ist, plädierte bei ihrer Vorstellung gestern für eine „Willkommenskultur“ in Hessen, im Gegensatz zur „Misstrauenskultur“, für die die CDU beispielsweise mit ihrer Ablehnung einer doppelten Staatsbürgerschaft stehe. Es sei falsch, dass sich junge Einwanderer spätestens im Alter von 23 Jahren für eine Staatsbürgerschaft - die deutsche oder die ihres Herkunftslandes - entscheiden müssten. „Man darf junge Leute nicht zwingen, ihre Wurzeln zu kappen“, sagte die in Hamburg lebende Sechsundvierzigjährige. „Das hemmt Integration.“ Als Verantwortliche für die Europapolitik wolle sie die Zusammenarbeit mit den Partnerregionen verstärken, Austausch- und Partnerschaftsprogramme unterstützen und Europaschulen fördern. Ihre Berufung in das Schäfer-Gümbels Team sei ein Beleg für das stetige Zusammenwachsen Europas, sagte die in der Emilia-Romagna geborene Garavini.

          „Zweites Wirtschaftswunder“

          Aus Sicht von Kemfert, die Schäfer-Gümbel als Beauftragte für die Energiewende in der Staatskanzlei vorsieht, könnte die Umstellung auf erneuerbare Energien ein „zweites Wirtschaftswunder“ auslösen. Hessen stehe am Start in ein neues Energiezeitalter, sagte die Vierundvierzigjährige. „Schon 2050 könnten wir den Bedarf an Strom und Wärme zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken.“ Voraussetzung dafür sei die Aktivierung der Kommunen, denen bei der Neuorientierung der Energieerzeugung die Schlüsselrolle zukomme. Bisher sei Hessen bedauerlicherweise „Schlusslicht bei der Energiewende“, äußerte Kemfert, die im vergangenen Jahr dem Schattenkabinett des nordrhein-westfälischen CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen angehört hatte. Diesmal habe sie sich für die SPD entschieden, weil andere Parteien kein Interesse bekundet hätten. „Ich habe sie zuerst gefragt“, sagte Schäfer-Gümbel.

          In den vergangenen Wochen hatte der SPD-Vorsitzende schon fünf Personen in sein „Kompetenzteam“ berufen: die Gewerkschafterin Bärbel Feltrini für das Ressort Arbeit und Soziales, die Landtagsabgeordneten Nancy Faeser (Inneres) und Günter Rudolph (Verkehr), die Erste Beigeordnete des Landkreises Kassel, Susanne Selbert (Umwelt) und den ehemaligen Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank, Matthias Kollatz-Ahnen (Wirtschaft).

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