https://www.faz.net/-gzg-9gcnb

Panne bei Landtagswahl : SPD könnte in Hessen doch noch vor Grünen landen

Wer gratuliert wem? Anderthalb Wochen nach der Wahl ist wieder offen, wer zweitstärkste Kraft geworden ist. Bild: dpa

In Frankfurt hat es bei der Hessenwahl noch gravierendere Pannen gegeben als bisher vermutet. Stadt und Land geben sich dafür gegenseitig die Schuld. Die Folgen könnten jedenfalls eklatant sein.

          3 Min.

          Bei der hessischen Landtagswahl sind in Frankfurt noch weitaus mehr Stimmen falsch oder überhaupt nicht erfasst worden als bisher bekannt. In etwa einem Dutzend Wahlbezirken kam es zu gravierenden Pannen. So wurden die Ergebnisse von Parteien vertauscht, Zahlen verdreht und Stapel mit Stimmzetteln bei der Auszählung vergessen. Zudem wurden in einigen Bezirken die Ergebnisse nur geschätzt, was zu Differenzen von jeweils mehreren Hundert Stimmen gegenüber dem tatsächlichen Wahlausgang führte. Das wurde auf der Sitzung des Kreiswahlausschusses bekannt. Damit bestätigten sich Zweifel an der Plausibilität der Auszählung, die diese Zeitung schon vor einer Woche erstmals geäußert hatte.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          In den vergangenen Tagen hat die Stadt Frankfurt die Wahlergebnisse geprüft und etliche der 490 Stimmbezirke abermals ausgezählt. Um wie viele Stimmen das gesamtstädtische Ergebnis jetzt korrigiert wurde, will das Frankfurter Wahlamt nicht mitteilen – nach einer überschlägigen Berechnung müssten es mindestens 2000 sein. Die korrigierten Ergebnisse werden nach Wiesbaden an den Landeswahlleiter übermittelt, wo sie in das endgültige amtliche Gesamtergebnis für Hessen einfließen, das Ende nächster Woche mitgeteilt werden soll.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Präsident Erdogan erklärt sich gegenüber Journalisten.

          Nahe Izmir : Krieg in Syrien gefährdet VW-Werk in der Türkei

          Eigentlich war die Sache in trockenen Tüchern, nahe Izmir wollte VW sein erstes türkisches Pkw-Werk errichten. Doch weil Erdogans Truppen in Nordsyrien einmarschiert sind und dort die Kurden bekämpfen, wachsen die Zweifel an der Standortentscheidung.
          Steht vor der Russland-Frage: Andreas Schierenbeck

          Uniper-Vorstandschef : Es wird keine Zerschlagung geben

          Der Stromkonzern Uniper wird finnisch – wenn Moskau mitspielt. Der neue Vorstandschef Andreas Schierenbeck über russisches Gas, die Zukunft von Kohlekraftwerken und die Wahrscheinlichkeit von Blackouts.

          Besuch in Malvern Link : Morgandämmerung

          Er sieht aus wie vor mehr als 80 Jahren, doch steht der jüngst vorgestellte Morgan Plus Six für den Beginn einer neuen Zeit. Aber keine Sorge: Moderne Autos werden die Kerle in Malvern Link auch künftig nicht bauen.