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SPD Frankfurt : Peter Feldmann schlägt Michael Paris

Der Frankfurter SPD-Politiker Peter Feldmann hat seine Partei gegenüber seinem Gegner, Michael Paris, überzeugt. Bild: dpa

Frankfurter SPD-Mitglieder bestimmen Stadtverordneten in Urwahl zum Oberbürgermeister-Kandidaten. Peter Feldmann ist der Kandidat der Frankfurter SPD.

          Peter Feldmann ist der Kandidat der Frankfurter SPD. Die Sozialdemokraten werden bei der Oberbürgermeisterwahl im März ihren stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Rathaus Römer gegen den CDU-Bewerber Boris Rhein und gegen Rosemarie Heilig, die Kandidatin der Grünen, ins Rennen schicken. Dies hat ein Entscheid unter den SPD-Mitgliedern gestern ergeben. Auf einem Parteitag am Freitag wollen die Sozialdemokraten Feldmann offiziell küren. Die Bestätigung sei nur noch eine Formsache, hieß es aus der Parteiführung.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der Urwahl siegte der zum linken Flügel zählende Feldmann mit einem Vorsprung von fast 150 Stimmen vor seinem Mitbewerber Michael Paris. Lange hatte Paris vor allem wegen seines hohen Bekanntheitsgrades als Favorit gegolten. Feldmann war es aber in den vergangenen Wochen zusehends gelungen, namhafte Mitstreiter zu finden.

          "Das ist das wesentliche Ergebnis."

          Von den etwa 3800 SPD-Mitgliedern hatten 2023 an der Abstimmung teilgenommen, 1966 der abgegebenen Stimmen waren nach Angaben des Wahlleiters Jürgen Gasper gültig. Feldmann wurde von 1057 Genossen gewählt, Paris von 909. Die Auszählung war gestern am frühen Abend öffentlich in der SPD-Parteizentrale an der Fischerfeldstraße erfolgt.

          "Ich freue mich wahnsinnig", sagte Feldmann in einer ersten Reaktion. Besonders schön sei die Beteiligung von mehr als der Hälfte der Mitglieder an der Urwahl: "Das ist das wesentliche Ergebnis." Es belege, dass die Frankfurter SPD lebe, kämpfe und mobilisiert sei. Gegenüber der CDU, deren Parteitagsdelegierten am Montagabend den hessischen Innenminister Boris Rhein zu ihrem Kandidaten bestimmt hatten, liege die SPD nun zwei Tage zurück, scherzte ein überglücklicher Feldmann: "48 Stunden - das holen wir locker auf."

          Wahlbeteiligung: 37 Prozent

          Die Beteiligung am Frankfurter Mitgliederentscheid war mit 53,7 Prozent überraschend hoch ausgefallen. An der hessenweiten Befragung, in der Ende 2006 die SPD-Mitglieder sich entweder für Andrea Ypsilanti oder Jürgen Walter als Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl aussprechen konnten, hatten lediglich etwa 37 Prozent der Genossen teilgenommen.

          Das Votum war damals im Gegensatz zum jetzigen Entscheid in Frankfurt jedoch nicht bindend. Ypsilanti hatte zwar beim Mitgliederentscheid zurückgelegen, fand aber auf dem entscheidenden Parteitag in Rotenburg unter den Delegierten eine Mehrheit. Jüngstes Beispiel einer Urwahl in der SPD war im Frühjahr die Bestimmung des Spitzenkandidaten für die Landtagswahl in Niedersachsen. Hier lag die Wahlbeteiligung bei lediglich 38 Prozent.

          Faire Auseinandersetzung?

          Die Frankfurter SPD hält sich zugute, als einzige Partei in einem urdemokratischen Mitgliederentscheid ihren Kandidaten bestimmt zu haben. Alle 3800 Mitglieder hatten per Post die Unterlagen erhalten und konnten per Briefwahl abstimmen. Darüber hinaus hatten sich die beiden Bewerber Feldmann und Paris in sechs Regionalkonferenzen vorstellen und ihre Pläne präsentieren können.

          Eine Stimmabgabe war auch auf diesen Treffen möglich. Davon Gebrauch gemacht haben nach Angaben der Wahlleitung 210 Mitglieder.

          Gemeinsam mit dem Wähler

          SPD-Fraktionschef Klaus Oesterling sprach von einer hohen Mobilisierung. Zwischen Feldmann und Paris habe es eine faire Auseinandersetzung gegeben. Nun werde die Partei geschlossen den Sieger Feldmann im Wahlkampf unterstützen.

          Er und Paris seien keine Gegner gewesen, sagte Feldmann, sondern Mitbewerber. Sie hätten sich versprochen, im Falle einer Niederlage den Sieger im Wahlkampf zu unterstützen: "Wir gehen nach dieser Entscheidung zusammen aus dem Parteihaus." Dies war allerdings nur im Geiste möglich, denn der Verlierer Paris war weder während der Auszählung der Stimmen im Saal noch bei der Bekanntgabe des Ergebnisses.

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