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Sparkasse und Volksbank : Eine Filiale für zwei Banken

Enge Zusammenarbeit: der neue Finanzpunkt im hessischen Bad Soden-Neuenhain. Bild: Cornelia Sick

In Bad Soden-Neuenhain betreiben die Taunus-Sparkasse und die Frankfurter Volksbank jetzt die erste Filiale gemeinsam – aber doch getrennt.

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          Die Hausfarbe der Sparkassen ist rot, die der Volksbanken blau. In welcher Farbe sind also die Möbel in der ersten Filiale, die beide Kreditinstitute gemeinsam betreiben? Nein, nicht rot-blau gestreift. Sondern weiß, und wenn irgendwo etwas Farbe zu sehen ist, bei den Rückenpolstern der Schreibstühle etwa, dann sind die hellgrün.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Es muss halt alles neutral sein in der ersten Niederlassung, die beide Häuser gemeinsam eröffnet haben. Keine Plakate von dem einen Haus, keine Prospekte des anderen. Selbst für die Filiale selbst wurde ein unverdächtiger Begriff gewählt: „Finanzpunkt“. Auch die Farbe der Beleuchtung wechselt. Nur wer zweimal hinschaut, findet auch den Schriftzug der beiden Banken. Es ist eben alles neu bei dem Vorhaben, dass zwei Kreditinstitute gemeinsam eine Filiale betreiben, und dann auch noch zwei Häuser aus unterschiedlichen Welten des Finanzsystems: eine öffentlich-rechtliche Sparkasse und eine genossenschaftlich organisierte Volksbank. Auch wenn es Kooperationen zwischen der Taunus-Sparkasse und der Frankfurter Volksbank schon länger gibt.

          Nun also Premiere in Bad Soden-Neuenhain: montags und dienstags warten dort künftig zwei Mitarbeiter der Sparkasse auf Kundschaft, donnerstags und freitags zwei Berater der Volksbank. Mittwochs ist zu. Die Geldautomaten und Kontoauszugdrucker am Eingang, ebenfalls schön getrennt, sind immer zugänglich.

          Größere Zusammenarbeit soll folgen

          Es ist nur der Auftakt zu einer größeren Zusammenarbeit. In den nächsten Tagen wird eine weitere Gemeinschaftsfiliale in Weilrod eröffnet, außerdem ist die Einrichtung mehrerer Standorte mit Automaten beider Häuser geplant. Alles in allem soll es 17 Filialen mit Mitarbeitern und weitere neun nur mit Automaten geben.

          Für Bad Soden-Neuenhain ist das neue Angebot schon deshalb eine Verbesserung, weil dort beide Banken zuletzt nur noch mit Automaten vertreten waren. Die Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank, Eva Wunsch-Weber, sagte, nach der Ankündigung des Vorhabens im September habe es schon viel Zustimmung der Kunden gegeben. Die Manager anderer Volksbanken schauten mit großem Interesse auf das Projekt.

          Das gelte auch für die Sparkassen, fügte Oliver Klink hinzu, der die Taunus-Sparkasse leitet. Den neuen Herausforderungen im Kundengeschäft müsse mit neuen Lösungsansätzen begegnet werden. Beide Chefs hoben hervor, die Häuser seien trotz allem weiterhin Wettbewerber im Kampf und die Kunden.

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