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Ernte in der Corona-Krise : Im Flugzeug zum Spargelstechen

  • -Aktualisiert am

Wer erntet in diesem Jahr das Gemüse? Spargelernte in Weiterstadt in Hessen. (Symbolbild) Bild: dpa

Wochenlang hatte Landwirt Frank Reitz um seine diesjährige Spargelernte gebangt. Doch nun ist er vorsichtig optimistisch: Trotz Corona-Krise sind Erntehelfer nach Hessen gekommen.

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          Seit dem Wochenende ist Frank Reitz vorsichtig optimistisch. War am vergangenen Mittwoch noch unklar, wer den Spargel auf seinen rund 70 Hektar Ackerfläche im südhessischen Büttelborn-Worfelden stechen soll, sieht es inzwischen deutlich besser aus. 14 Erntehelfer aus Rumänien verstärken seit Sonntag seine gut 30 schon vor Wochen angereisten Saisonarbeiter aus Kroatien. „Die Spargelernte dürften wir damit schaffen“, so Reitz. Für die Ende April auf dem Sonnenhof beginnende Erdbeerernte jedoch brauchte er nochmals rund 30 Helfer. Ob die in Zeiten von Corona kommen können, ist zwar derzeit fraglich. „Aber immerhin kamen überhaupt noch Leute“, stellte Reitz erleichtert fest. Nun setzt er auf die Politik. „Irgendwas muss passieren, dass noch mehr kommen dürfen.“

          Wochenlang hatte der Landwirt, wie viele andere auch, um dringend benötigte Saisonarbeitskräfte gebangt. Eingeplante Helfer aus der Ukraine hatten–weil keine EU-Bürger – nicht einreisen dürfen. Arbeiter aus Europa hatten wegen zahlreicher Grenzschließungen entweder Schwierigkeiten, auf dem Landweg nach Deutschland zu kommen, oder traten die Reise aus Angst davor, nicht mehr ins Heimatland zurückkehren zu können, erst gar nicht an. Andere blieben aus Sorge fern, sich zu infizieren.

          Nun aber hat es ein gutes Dutzend Helfer aus Rumänien geschafft. Sie kamen dank Papieren, die sie als Berufspendler ausweisen, am Sonntag mit dem Flugzeug in Frankfurt an, statt wie früher mit dem Bus durch drei Länder. „Wegen Corona ging es nur noch so“, sagt Reitz, der die Mehrkosten dafür – pro Flugticket wurden 270 Euro fällig statt 150 Euro für Hin- und Rückfahrt mit dem Bus–gerne übernimmt.

          Ohnehin hatte er offenbar Glück, wie sowohl eine Mitarbeiterin von Reitz als auch Erika Bull von den Wetterauer Früchtchen aus Münzenberg-Gambach berichten: Ein zweiter Flug von Bukarest nach Frankfurt, ebenfalls mit Erntehelfern an Bord, habe am Wochenende nicht mehr starten dürfen. „Die Passagiere wurden erst gar nicht abgefertigt“, so Bull. Doch auch bei ihr sind trotz allem zusätzliche Erntehelfer angekommen. Neun Polen haben sich im Bus auf den Weg gemacht und unterstützen nun die Kräfte aus Kroatien. „Wir haben jetzt zumindest genug Helfer für den Spargel.“ Dessen Ernte läuft seit Montag auch in der Wetterau.

          Zudem hätten Flüchtlinge, Deutsche, die derzeit zu Hause sind, und Studenten angeboten, zu helfen. „Wir haben alles notiert, und wenn es mit den Erdbeeren losgeht, rufen wir an“, sagt Bull. Ähnliches berichtet Reitz. Osteuropäer, die zuvor in Hotels Arbeiten wie Bettenmachen und Zimmerreinigen übernommen hätten, seien bereit, auf dem Hof zu helfen. Auch drei Deutsche hätten sich beworben. Allerdings bedeuten Helfer von außen auch ein erhöhtes Risiko für seine Saisonarbeiter, sagt Reitz. Deswegen wolle er die beiden Gruppen nur ungern zusammenlassen. „Nicht, dass dadurch dann was eingeschleppt wird.“

          Seine Helfer aus dem Ausland würden vollversorgt, auch der Einkauf werde ihnen abgenommen. Die Kräfte sollten auf dem Hof bleiben. „Das wollen sie auch“, sagt Reitz. Wer krank werde, könne außerdem sofort isoliert werden. „Wir haben extra dafür Zimmer vorbereitet.“ Allerdings hofft er, diese nicht zu brauchen. „Wird schon irgendwie.“

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