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Corona-Studie von Soziologen : Frauen sorgen sich um Kinder, Männer um das Geld

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Wer kümmert sich ums Kind? Die Betreuung zu organisieren, war während des Lockdowns oft Frauensache. Bild: dpa

Was hat die Menschen während des Lockdowns beschäftigt? Frankfurter Soziologen haben eine Umfrage dazu ausgewertet. Die Ergebnisse lassen sie um die Gleichberechtigung fürchten.

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          Frauen und Männer haben die Einschränkungen während der Corona-Krise unterschiedlich wahrgenommen – und zwar auf eine Art, die nach Ansicht von Forschern der Goethe-Universität traditionelle Geschlechterrollen verfestigen könnte. Die Soziologen Christian Czymara, Alexander Langenkamp und Tomás Cano haben eine Online-Umfrage ausgewertet, die in den ersten vier Wochen der Corona-Beschränkungen vorgenommen worden war. Dabei hatten die Teilnehmer ihre persönlichen Sorgen und Erfahrungen mit eigenen Worten beschrieben. Mit Hilfe von qualitativen Textanalysen untersuchten die Wissenschaftler die Antworten von mehr als 1100 Personen.

          Wie sich zeigte, sorgten sich die Menschen vor allem um soziale Kontakte. Auffallend erschien den Soziologen, dass sich Frauen besonders über die Kinderbetreuung Gedanken machten, während Männer in erster Linie um die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes fürchteten und sich fragten, welche ökonomischen Folgen die Krise für die gesamte Gesellschaft haben werde. Alltagsprobleme wie das Einkaufen von Lebensmitteln beschäftigten beide Geschlechter gleichermaßen.

          „Frauen trifft die Krise doppelt“

          Für die Forscher zeigen die Ergebnisse, dass in vielen Familien die traditionelle Arbeitsteilung Bestand hat, nach der sich Frauen vor allem um Haushalt und Kindererziehung kümmern, während die Männer bezahlte Vollzeitarbeit leisteten. Frauen habe die Krise doppelt getroffen: Viele hätten ihre Berufstätigkeit eingeschränkt und dadurch weniger verdient, während der organisatorische Aufwand für die Kinderbetreuung gewachsen sei. Diese Planungsarbeit sei oft unbemerkt für andere geleistet worden.

          Eine Folge der Pandemie könne daher sein, dass bestehende Unterschiede im Lohnniveau zwischen den Geschlechtern verfestigt oder sogar noch vergrößert würden.

          Link zur Publikation: https://doi.org/10.1080/14616696.2020.1808692

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