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Hass in sozialen Medien : Ein Filter gegen Online-Hetze

  • -Aktualisiert am

Schimpf und Schande: Pöbel-Attacken im Internet können für die Betroffenen schwere psychische Folgen haben. Bild: Imago

Eine Darmstädter Professorin befasst sich mit Hasskommentaren in sozialen Medien. Sie zählt sie nicht nur, sondern will zusammen mit anderen Forschern auch etwas gegen sie unternehmen.

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          Es kann einem übel werden bei dieser Lektüre. „Sozialschmarotzer, man sollte diese Flüchtlingsboote torpedieren, Merkel Volksverräterin, Scheiß Judendreck, Adolf we love you.“ Das Internet ist voll von solchen Beschimpfungen, zynischer Menschenverachtung, Rassismus und Gewaltdrohungen. Nicht erst seit der Flüchtlingskrise wird dort hemmungslos gegen Minderheiten, aber auch gegen Politiker gehetzt. Melanie Siegel, Computerlinguistin und Professorin am Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt, liest die Hassbotschaften seit Jahren – aus beruflichen Gründen. Die „offensive Sprache im Internet“, so der Fachausdruck, gehört zu ihrem Forschungsschwerpunkt.

          „Die Arbeit ist nicht immer schön“, sagt die 53 Jahre alte Forscherin. Manches ist nur schwer zu ertragen – wie etwa die hasserfüllten Reaktionen, die der Hessenpark in Neu-Anspach hervorrief, als das Museum Flüchtlingen die lokale Kultur nahebringen wollte und ihnen freien Eintritt anbot. „Das endete in einer regelrechten Kampagne, in Bedrohung und Beschimpfungen, die weit über die Meinungsfreiheit hinausgingen“, sagt Siegel. „Offensive Sprache“, darunter verstehen Wissenschaftler Schimpfworte oder Beleidigungen von Einzelpersonen. Von Hetze ist die Rede, wenn Gruppen von Menschen abgewertet oder angegriffen werden, aus rassistischen, sexistischen oder antisemitischen Beweggründen. Strafrechtlich relevant werden solche Auslassungen, wenn der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt ist.

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