https://www.faz.net/-gzg-9n5s3

Bad Hersfelder Festspiele : Ingrid Steeger schlecht in Form

  • Aktualisiert am

Sorge um Schauspielerin Ingrid Steeger. Bild: dpa

Rund sieben Wochen vor der feierlichen Eröffnung beginnen die Proben für die Bad Hersfelder Festspiele. Einige Schauspieler sprühen vor Tatendrang, Witz und Spielfreude. Eine Prominente jedoch bereitet den Beobachtern Sorgen.

          Mit einem Blitzlichtgewitter der Fotografen sind die Schauspieler der Bad Hersfelder Festspiele beim Probenauftakt empfangen worden. Regisseur und Theater-Intendant Joern Hinkel begrüßte am Montag in einer Halle am Kurpark Teile seines Ensembles. Dort gab er Einblicke in die Eröffnungspremiere. Hinkel inszeniert vom 5. Juli an den Kafka-Klassiker „Der Prozess“ auf der Freilicht-Bühne des renommierten Theaterfestivals. Den Zuschauern verspricht er eine Mischung aus „Poesie, Finsternis, Humor und Musik“ - und das „mit einem außergewöhnlichen Schauspieler-Ensemble“.

          Als die Schauspieler die Halle zur Leseprobe betraten, begleiteten allerdings bange Blicke den Auftritt von Ingrid Steeger. Die 72 Jahre alte Schauspielerin musste beim Gehen und Stehen gestützt werden. „Ich war zuletzt zweimal im Krankenhaus, weil ich Eisenmangel hatte“, erklärte sie. Zu ihrem Zustand sagte sie: „Ein bisschen schwach bin ich schon noch. Ich habe dann Angst, dass ich stürze.“ Sie sei aber zuversichtlich, die Saison bewältigen zu können. „Na klar, ich muss ja nicht herumrennen“. Steeger bleibt derzeit nichts erspart. Ihr Nuscheln entschuldigte sie mit einem Zahnarztbesuch: „Ich habe gerade ein Provisorium.“

          Ausdrucksstark und voller Tatendrang zeigten sich hingegen andere Akteure. Ronny Miersch wird die Hauptrolle des Josef K. spielen. Eine Kostprobe seines Könnens - und Entertainer-Qualitäten - zeigte Dieter Laser. Er arbeitete schon mit Hollywood-Größen wie Burt Lancaster und John Malkovich und bekleidet in Bad Hersfeld die Rolle des Advokaten.

          Leicht zugängliche Kafka-Inszenierung

          Mit von der Partie als Gerichtsschergen sind auch Markus Majowski („Die dreisten Drei“, Sat.1) und Thomas Maximilian Held („Sechserpack“, Sat.1), die eher im komischen Fach zu Hause sind. Held erklärte er werde den Zuschauern zeigen, wie man auch mit einem Lächeln das Böse verkörpern könne.

          Hinkel versicherte, dass seine neue Kafka-Inszenierung die Zuschauer vor keine Verständnisprobleme stellen werde. „Niemand muss Literaturwissenschaften studiert haben müssen, um dem Stück folgen zu können. Es werden selbst Besucher verstehen, die nicht mal eine Inhaltsangabe gelesen haben.“

          Hinkel freut sich auf ein Stück mit besonderem Charakter: Kafkas Prozess sprühe vor lauter absurden Situationen. Manchmal sei es aber auch tiefsinnig und traurig, aber genauso naiv und verspielt. „Dass Kafka ein begeisterter Kinogänger und Witze-Erzähler war, merkt man den slapstick-haften Szenerien hier ganz besonders an.“ Kafka sei ein regelmäßiger Besucher von Tanzlokalen gewesen. „Seine Erlebnisse aus dem Prager Nachtleben fließen in unsere Fassung mit ein. Tagsüber irrt Josef K. durch die Instanzen der Gerichte, nachts versucht er, diesem Albtraum in Nachtclubs zu entfliehen. Es wird gesungen und getanzt, inspiriert durch die überbordende Swing-Musik der 20er Jahre. Ein Tanz auf dem Vulkan.“

          Weitere Themen

          Mehr Hebammen-Lehrlinge in Hessen

          Ausbildung : Mehr Hebammen-Lehrlinge in Hessen

          In Hessen steigt die Zahl der Hebammen-Azubis. Nächstes Jahr soll die Ausbildung nur noch an Universitäten stattfinden. Die Finanzierung der Studienplätze ist allerdings noch unsicher.

          EKG für unterwegs Video-Seite öffnen

          Infarkt oder nicht? : EKG für unterwegs

          Eine App fürs Handy und ein Kabel mit Elektroden - Cardiosecur hat ein mobiles EKG entwickelt. Gründer und Geschäftsführer Markus Riemenschneider erklärt im Video, wie das Ganze funktioniert.

          Topmeldungen

          FAZ Plus Artikel: Geld dank Youtube? : Wen der Algorithmus liebt

          Die neuen Influencer-Millionäre? Die gibt es schon, ja. Doch neben den erfolgreichen Youtubern existiert auf der Videoplattform auch ein großes Digitalprekariat. Ein Blick auf Zahlen und Finanzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.