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F.A.Z.-Leser helfen : Schlechte Laune kann witzig sein

  • -Aktualisiert am

Ganz hoch hinaus: „Miesepups auf dem Mond“ heißt Fuchs’ neues Buch. Bild: Voland & Quist

Lustig und rührend und voller Überraschungen: So sind die Kinderbücher von Kirsten Fuchs. Die Erfinderin des muffeligen Miesepups liest die nächsten „Sonntagsgeschichten“.

          3 Min.

          Wer kennt den Miesepups? Oder besser: Wer kennt ihn noch nicht? Wer zu dieser bedauernswerten Gruppe gehört, der muss das unbedingt ändern. Und das ist ganz einfach, denn die Schriftstellerin Kirsten Fuchs wird ihren miesepetrigen Miesepups am nächsten Sonntag in ihrer Internetlesung vorstellen.

          Zu erwarten ist eine unterhaltsame, lustige Stunde. Denn Kirsten Fuchs, die gutgelaunte Erfinderin des schlechtgelaunten Knirpses, ist so quirlig und lebendig, dass ihre Miesepups-Lesung auch das frustrierteste Kind zum Lachen bringen wird. Drei Romane für Erwachsene hat die Autorin bisher geschrieben, dazu drei Bände mit Geschichten und drei Kinderbücher über den muffigen Miesepups. Der ist ein so grummeliger Typ, dass man ihm eigentlich immer wieder die Türe vor der Nase zuschlagen möchte. Doch das freundliche Kucks macht genau das Gegenteil, es lockt den mies gelaunten Kerl so oft aus seinem Schneckenhaus heraus, bis er begreift, dass da ein echter Freund vor der Tür steht.

          Wirklich jedes Kind kann sich hineindenken in den kleinen Wicht mit dem Gesicht aus Moos, den Blumenaugen und den Blätterhaaren, der in einer finsteren, unaufgeräumten Höhle wohnt und sich immerzu über irgendetwas aufregt: weil jedes Kind mal genauso wütend oder sauer ist und sich dann grantig in seinem Zimmer einigelt. Und jedes Kind hätte dann gerne einen fröhlichen Freund wie das Kucks, der die schlechte Laune einfach geduldig übersieht.

          Ein Riesenspaß beim (Vor-)Lesen

          Aber nicht nur darum haben Kirsten Fuchs’ Miesepups-Bücher so viel Erfolg. Sondern auch, weil sie so voller Witz und Lebendigkeit stecken und ihre Einfälle so herrlich verrückt und albern sind. Man hat einen Riesenspaß beim (Vor-)Lesen und muss das hüpfende Kucks und den trampeligen Miesepups sofort ins Herz schließen.

          Im zweiten Band passiert dann etwas ganz Wunderbares: Da spürt der kleine Muffel plötzlich, dass er immer, wenn er an das Kucks denkt, das Gefühl hat, etwas im Gesicht kleben zu haben. Er hält es zunächst für Spinnweben, dann für ein Kitzeln. Bis ihm nach langer Reise das Kucks erklärt, was es ist: „Du lachst, Miesepups! Erst hast du nur gelächelt, dann richtig gelacht! Vielleicht bist du glücklich?“

          Glücklich trotz schlechter Miesepups-Laune

          Ja, der Miesepups ist glücklich, nicht immer, aber immer öfter. Er macht auch seine Leser glücklich und letztendlich auch seine Erfinderin Kirsten Fuchs. Denn die hätte nie gedacht, dass sie so einen großen Erfolg hätte mit dieser vielleicht am schlechtesten gelaunten Kinderbuchfigur der vergangenen Jahre. Nur per Zufall kam sie dazu, eine Kindergeschichte zu schreiben, und je länger sie sich mit ihren kleinen Phantasiefiguren beschäftigte, desto mehr begannen die, ihr eigenes Leben zu führen. Im dritten Band erfährt man, dass der Miesepups auch eine Familie hat und dass er auch weiterhin oft muffig ist. Nur eben auf eine etwas andere, vielleicht glücklichere Art. Auch einen vierten Band kann Kirsten Fuchs sich vorstellen, denn es macht ihr eine Riesenfreude, „frei rumzuspinnen“ beim Schreiben dieser Kinderbücher, die trotz aller schlechten Miesepups-Laune, oder gerade deswegen, so lustig sind.

          Ein tolles Team: Fuchs schreibt und Cindy Schmid illustriert die Miesepups-Geschichten.
          Ein tolles Team: Fuchs schreibt und Cindy Schmid illustriert die Miesepups-Geschichten. : Bild: Voland & Quist

          Seit sie ein Kind war, kann Kirsten Fuchs nicht leben, ohne zu erzählen und zu schreiben. In ihrer Familie wurde immer viel Quatsch gemacht, man liebte Sprachspielereien und lachte gern. Früh fing das Mädchen an, Tagebuch zu schreiben, mit 16 veröffentlichte Kirsten Fuchs ihre erste Geschichte. Später nahm sie an Schreibwerkstätten teil, organisierte in Berlin Lesebühnen, schrieb Filme und Kindertheaterstücke. Dass aus der Lust am Schreiben ein ernsthafter Beruf werden könnte, erkannte die junge Frau erst nach einer Schreinerlehre und einem abgebrochenen Studium. Der Deutsche Jugendliteraturpreis, den sie 2016 für ihren Jugendroman „Mädchenmeute“ bekam, hat sie darin bestätigt, genauso wie der Kasseler Förderpreis Komische Literatur.

          Zwei Kinder hat Kirsten Fuchs und einen Mann, der auch Schriftsteller ist. Da bleiben wenig Zeit und Ruhe zum Schreiben. Immer wieder mal zieht sie sich in ihr Büro außerhalb der Wohnung zurück, manchmal schreibt sie auch in ihrem Gartenhaus außerhalb von Berlin. Sie kann nicht kochen und nicht Auto fahren, aber sie kann anpacken im Garten, pflanzen, graben und bauen. Sie liebt die Arbeit mit den Händen, und sie liebt das Schreiben. Und weil sie alles liebt, was sie tut, ist sie auch nur selten miesepupsig und meist entspannt und fröhlich wie das Kucks.

          „Sonntagsgeschichten“: Wie, Wann, Wo

          Kirsten Fuchs liest am Sonntag, 6. Dezember, aus ihrem Buch „Der Miesepups auf dem Mond“. Die Lesung, die wegen der Corona-Pandemie als digitale Live-Veranstaltung stattfindet, beginnt um 15 Uhr und endet gegen 16.30 Uhr. Digitale Zugänge können von sofort an unter der Internetadresse veranstaltungen.faz.net erworben werden. Der Teilnahmebeitrag von fünf Euro pro Person kommt vollständig der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ zugute. Kirsten Fuchs liest, wie traditionell alle Autoren dieser Reihe, ohne Honorar.

          Die nötigen Einwahldaten zur digitalen Lesung werden allen Anmeldern rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail übermittelt.Am Ende der Lesung freut sich Fuchs auf Fragen der Zuhörer, außerdem werden einige von ihr signierte Bücher verlost.Weiter gehende Fragen zu der Veranstaltung beantwortet Frau Mayer-Simon telefonisch unter 069/7591-1251.

          Nach Kirsten Fuchs liest am 24. Januar Martina Baumbach.

          .Die Erlöse aus dem Spendenprojekt „F.A.Z.-Leser helfen“ gehen in diesem Jahr an die Stiftung „Starke Bande“, die Familien in schwierigen Lebenssituationen durch aufsuchende, individuelle Psychotherapie unterstützt, und an das Projekt „Lokale niederschwellige Krisenintervention in Frankfurt“ (LoKI) der Universitätsklinik Frankfurt, das Menschen mit Suizidabsichten hilft.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ bitte auf die Konten:

          Bei der Frankfurter Volksbank

          IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11

          Bei der Frankfurter Sparkasse

          IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00

          Sofern die vollständige Adresse angegeben ist, kann eine Spendenquittung zugeschickt werden. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Weitere Informationen zur Spendenaktion gibt es unter www.faz-leser-helfen.de

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