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Streiken fürs Klima : Sind freie Tickets zu Schülerdemos eine gute Idee?

#fridaysforfuture“: Schüler und Studenten protestieren in Frankfurt seit Wochen gegen lasche Umweltpolitik. Bild: dpa

Ein Verein fordert Freifahrttickets für Schüler, damit diese zu den Demonstrationen für mehr Klimaschutz reisen könnten. Doch wie sinnvoll ist das?

          Am Freitag streiken sie wieder. In Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Mainz werden viele Schüler den Unterricht schwänzen und stattdessen für mehr Klimaschutz demonstrieren. Den Segen des Bundespräsidenten und der Kanzlerin haben sie mittlerweile, das Freifahrtticket von den hessischen Verkehrsverbünden noch nicht.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein solches fordert der hessische Ableger des ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschlands (VCD). Anstatt die Autoindustrie durch Vergünstigung für Diesel und spritschluckende tonnenschwere Dienstwagen zu begünstigen, sollten die regierenden Parteien besser die Schüler unterstützen, wettert Heiko Nickel, der politische Geschäftsführer des VCD Hessen. Ein erster symbolischer Schritt könnte die freie Anfahrt mit Bussen und Bahnen zu den Schülerdemos am Freitag sein.

          Als Gesellschafter der hessischen Verkehrsverbünde hätten es das Land Hessen, die Kommunen und die Kreise in der Hand, dass auch jene zu den Demonstrationen kommen könnten, die einen weiten Weg und wenig Geld hätten, argumentiert Nickel. Dafür haben wir doch das 365-Euro-Jahresticket für Schüler geschaffen, könnte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir antworten.

          Demo-Freifahrscheine für alle

          Wir vermuten, dass der Superminister von den Grünen gewisse Sympathien für die demonstrierenden Schüler hegt. Und auch Frankfurts SPD-Oberbürgermeister Peter Feldmann würde als Aufsichtsratsvorsitzender des Rhein-Main-Verkehrsverbundes wohl am liebsten die jungen Menschen am Freitag für lau mit Bussen und Bahnen zu den Demonstrationen fahren lassen – wenn das nicht einen Rattenschwanz von weiteren Forderungen nach sich ziehen würde.

          Zuerst käme wohl am 1. Mai die Gewerkschaftsjugend und würde für die Kundgebungen einen Demo-Freifahrschein verlangen. So ginge das dann weiter ohne Ende. Nur die Antifa und die Neonazis würden wohl dankend auf ein Geschenk des verhassten Staates verzichten. Vermutlich fahren viele dieser Zeitgenossen ohnehin schwarz.

          Den Schülern aber darf man im Sinne des Bundespräsidenten und der Kanzlerin zurufen: „Prima, dass ihr euch politisch für eure Zukunft engagiert.“ Natürlich muss es für Klimaretter Ehrensache sein, nicht mit dem Auto oder dem Roller anzureisen, sondern mit Bussen und Bahnen. Ein kleines Opfer sollten die jungen Helden für ihre Sache aber schon bringen und eine reguläre Fahrkarte kaufen – auch wenn der eine oder andere dafür auf einen Kaffee von Starbucks oder einen Hamburger verzichten muss. Fastfood-Produkte samt Verpackung sind ohnehin schädlich für das Klima.

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