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Große Störung in Hessen : Softwarefehler legt Netz lahm

Ein Softwarefehler hat das Telefonnetz in Hessen massiv gestört. Auch der Notruf war nicht zu erreichen. Bild: dpa

Eine schwere Störung hat das Telefonnetz in Hessen in Mitleidenschaft gezogen. Grund dafür war eine Softwarepanne. Doch die Betreiber warnen auch vor gezielten Angriffen.

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          Nach der großflächigen Störung des hessischen Telefonnetzes inklusive Notrufnummern am Montag ist die Ursache nun bekannt. Es habe sich um einen Softwarefehler gehandelt, teilte eine Sprecherin der Deutschen Telekom dieser Zeitung mit. „Wir bedauern es sehr, dass unsere Kunden zeitweise in Teilen Hessens nicht wie gewohnt Telefonie nutzen konnten.“ Der Softwarefehler verursachte demnach eine Störung an einem Netz-Knotenpunkt in Frankfurt. Dadurch war für eine Weile sowohl der Mobilfunk in Hessen beeinträchtigt als auch im Festnetz der Verbindungsaufbau zwischen Anschlüssen der Telekom und des Telefónica-Konzerns.

          Besonders gravierend war die damit einhergehende Störung der Notrufnummern 110 für die Polizei und 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Notrufzentralen waren erst beim zweiten oder dritten Versuch erreichbar. Das Ausmaß der Störung war nach Angaben eines Sprechers des hessischen Innenministeriums nahezu einmalig. „In der Größenordnung kommt das sehr selten vor.“ An einen flächendeckenden Ausfall der Notrufnummern in Hessen könne sich wiederum niemand erinnern, wie eine Rücksprache mit Vertretern der Feuerwehr gezeigt habe.

          Handy nicht betroffen

          Grundsätzlich werden Notrufe bevorzugt behandelt, auch bei einer Störung des Telefonnetzes – es sei denn, das Netz fällt komplett aus. „Generell gilt: Wenn die Leitung unterbrochen ist, dann geht in diesem Moment auch kein Notruf mehr vom Festnetz aus. Notrufe können aber über das Handy geführt werden“, teilt die Telekom auf Anfrage mit. Wer kein Mobiltelefon habe, müsse sich in einem solchen Notfall an Familienmitglieder oder an Nachbarn wenden. „Längere Ausfälle als einige Minuten kann man im Jahr an einer Hand abzählen“, heißt es.

          In solchen Fällen wird die Katastrophen-App Katwarn aktiviert, wie am Montag geschehen. „Das ist eine Möglichkeit, sehr schnell und sehr direkt die Bevölkerung zu warnen“, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Katwarn war ursprünglich eingeführt worden, um vor Terroranschlägen zu warnen. Mittlerweile wird die App aber auch für andere wichtige Meldungen eingesetzt, etwa bei einem Ausfall oder einer Störung des Telefonnetzes. Nach Angaben des hessischen Innenministeriums haben schon 600.000 der 6,2 Millionen Hessen die App auf ihr Smartphone heruntergeladen. Da die Nutzer Alarm-Nachrichten kaum für sich behalten werden, dürfte die Reichweite um ein Vielfaches höher sein.

          Tägliche Hackerangriffe

          Bleibt die Frage, ob Hacker das Telefonnetz attackieren könnten. Tatsächlich geschieht dies schon längst, und zwar permanent. Ein digitaler „Sicherheitstacho“ zeigt live die weltweiten Cyberangriffe auf die Infrastruktur der Deutschen Telekom und ihrer Partner an. Etwa 25 Millionen Attacken innerhalb von 24 Stunden zählte der Tacho beispielsweise gestern Nachmittag. In der Regel werden sie automatisch abgewehrt.

          Die Telekom verweist darauf, dass die Netzinfrastruktur durchgehend im sogenannten Security Operation Center überwacht werde. „Mit dem Cyber Defense Center ist die Deutsche Telekom in der Lage, Cyber-Angriffe deutlich früher zu erkennen, als dies bisher möglich war“, heißt es auf Anfrage. Im jüngsten Fall gibt es aber keinen Hinweis auf einen Hacker-Angriff, wie das Innenministerium mitteilt.

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