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Sofortige Kündigung sei möglich : Weiter Streit um Rennbahn

„Destruktives“ Verhältnis zwischen Stadt und Rennbahn: So sieht die FDP das Vorgehen des Magistrats gegenüber dem Renn-Klub. Bild: Jung, Hannes

Der Renn-Klub hat ankündigt, die Galopprennbahn weitere zehn Jahre nutzen zu wollen. Die Stadt Frankfurt hält dagegen und betrachtet eine Kündigung des Pachtvertrages mit sofortiger Wirkung als möglich.

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          Die Stadt sieht sich durch die Ankündigung des Renn-Klubs, die Galopprennbahn in Sachsenhausen weitere zehn Jahre nutzen zu wollen, nicht in Bedrängnis. Damit der Deutsche Fußballbund das Gelände Anfang 2016 lastenfrei übernehmen könne, sei man weiterhin an einer einvernehmlichen Lösung zur Beendigung des Rennbetriebs Ende 2015 interessiert und wolle einen Rechtsstreit vermeiden, sagte der Sprecher des Planungsdezernats. Im Notfall könne der Vertrag mit dem Pächter der Rennbahn, der dem Renn-Klub nahestehenden Hippodrom GmbH, wegen ausstehender Mietzahlungen in Höhe von knapp 300 000 Euro aber auch mit sofortiger Wirkung gekündigt werden.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Renn-Klub reklamiert seinerseits offene Forderungen der Hippodrom-Gesellschaft gegenüber der Stadt und bezieht sich dabei offenbar auf Investitionen in die Rennbahn. Der Verein sah sich jedoch nicht zu weiteren Auskünften in der Lage. Ein Sprecher verwies auf die Jahres-Pressekonferenz am 3. April. Auf die Bitte, vorher mit dem Präsidenten Manfred Hellwig zu sprechen, der auch die Geschäfte der Hippodrom GmbH führt, entgegnete er: „Er will aber nicht mit Ihnen sprechen.“

          „Endabrechnung des Debakels“

          Die FDP-Fraktion wirft dem Magistrat vor, er verhalte sich gegenüber dem Renn-Klub „destruktiv“. „Offensichtlich scheinen vorab keine hinreichenden Gespräche zwischen der Stadt und den Rennbahnbetreibern stattgefunden zu haben“, kritisiert die Stadtverordnete Elke Tafel-Stein. Zu klären sei auch, wieso die Stadt keine schriftliche Vereinbarung getroffen habe, als der Pächter der Rennbahn der Auflösung des Vertrags erstmals zugestimmt habe.

          Unterdessen fordern die Linken eine „Endabrechnung des Debakels“: In der Vergangenheit seien für relativ wenige Renntage im Jahr enorme Summen in den Erhalt der Rennbahn geflossen. „Immer wieder wurde Transparenz beim Umgang mit den Subventionen für die Rennbahn eingefordert, aber Klarheit über das Ausmaß des finanziellen Debakels herrscht nicht“, kritisiert die Fraktion in einem Antrag. Sie fordert vom Magistrat Auskunft darüber, wie viele Rennveranstaltungen es in den vergangenen vierzehn Jahren jährlich gegeben hat. Außerdem wollen die Linken wissen, mit wie viel Geld die Stadt den Betrieb der Rennbahn unterstützt hat, seit sie das Gelände 2000 übernommen hat.

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