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NPD-Ortsvorsteher : Ein Neonazi für die Demokratie

Hessen, Altenstadt: Stefan Jagsch (NPD), Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung, steht vor dem Gemeinschaftshaus im Ortsteil, in dem er gewählt wurde. Bild: dpa

Wer ist der Rechtsextremist, der zum Ortsvorsteher aufstieg? Stefan Jagsch ist seit Jahren eine Führungsfigur der hessischen NPD. Eine wichtige Rolle in seinem Leben spielt ausgerechnet ein syrischer Migrant.

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          „Kameradinnen und Kameraden, deutsche Bürger von Friedberg“ – das sind die ersten Worte, die Stefan Jagsch in ein Mikrofon spricht. Jener NPD-Mann, der seit dem Wochenende ganz Deutschland bekannt ist, weil er von CDU-, SPD- und FPD-Vertretern zum Ortsvorsteher von Altenstadt-Waldsiedlung gewählt worden ist. Eine Gegenstimme gab es bei der Wahl am Donnerstagabend nicht. Jagsch vertritt nun etwa 2500 Bürger aus dem Ortsteil, der 35 Kilometer nordöstlich von Frankfurt liegt. Ein Neonazi für die Demokratie.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Jagsch mit dem Mikrofon ist zehn Jahr jünger als der Jagsch von heute: kein Bart, Seitenscheitel, Pickel im Gesicht. Zu sehen ist er auf Youtube in einem Ausschnitt mit dem Titel „Naziaufmarsch in Friedberg“. Damals war Jagsch stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbands Wetterau. Für den Aufmarsch fungiert er als Versammlungleiter. Da ist er Anfang 20. Neben ihm ist Jörg Krebs zu sehen. Bevor es losgeht, besprechen sich die beiden. Krebs war damals NPD-Landesvorsitzender. Bis 2016 saß er als Stadtverordneter im Frankfurter Römer. In dem Video taucht auch der damalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt auf.

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