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Hilfe per Defibrillator : Wie man ein Leben rettet

  • -Aktualisiert am

Potenzieller Lebensretter: Ein Defibrillator in der Frankfurter U-Bahn-Station Hauptwache. Bild: Rosa Burczyk

Die Situation kann jeden treffen: Man wird Zeuge, wie jemand zusammenbricht, und muss helfen – per Defibrillator. Nur wie? Eine Anleitung.

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          Eine Frau wartet auf die U-Bahn, die sie zu ihrem Ziel bringt. Plötzlich bricht neben ihr jemand zusammen. Sie versucht, die Person anzusprechen, doch diese reagiert nicht. Sie prüft die Atmung. Negativ. Jetzt muss es schnell gehen. Im Falle eines Herzstillstandes oder Kammerflimmerns ist Tempo angesagt. Ein Stromstoß durch einen Defibrillator kann in einer solchen Situation lebensrettend sein und das Herz wieder in den normalen Rhythmus bringen. Bis dahin ist in jedem Fall eine Herzdruckmassage notwendig. Hier gilt immer im Wechsel: dreißigmal drücken, zweimal beatmen.

          Um für diese Fälle vorbereitet zu sein und Leben zu retten, sind durch die Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq seit knapp acht Jahren an 16 U-Bahn-Stationen in Frankfurt insgesamt 37 sogenannte automatisierte externe Defibrillatoren angebracht. „Extern“ bedeutet in diesem Fall, dass „der elek­tronische Impuls auf das Herz vom Gerät über zwei Klebe-Elektroden, die vom Anwender auf den nackten Oberkörper des Patienten geklebt werden müssen, übertragen wird“, sagt die Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsamts. „Automatisch“ heißt, dass das Gerät dem Anwender alle Entscheidungsschritte abnimmt, also alle folgenden Schritte erklärt und zum Teil selbst durchführt. Laut dem Projekt „Frankfurt schockt“ des Frankfurter Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) gibt es zusätzlich knapp 100 solcher „Laiendefibrillatoren“ im gesamten Stadtgebiet, 84 davon allein am Frankfurter Flughafen.

          „Das Überwinden ist oft das Hauptproblem, nicht die Anwendung“

          Die mit diesen Geräten ausgestatteten U-Bahn-Stationen, für die die Traffiq einen Gestattungsvertrag mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) als Hausherrin der Stationen abgeschlossen hat, sind aktuell die einzigen im öffentlichen Personennahverkehr dieser Art. Für S-Bahn-Stationen und im Hauptbahnhof in Frankfurt sieht die Deutsche Bahn als Eigentümer keine Geräte vor, „da die Auflagen der Medizinprodukte-Betreiberverordnung für die DB derzeit nicht realisierbar sind“, so eine Bahnsprecherin auf Anfrage. Nach diesen sei der Aufsteller des Defibrillators für „die vorgegebenen Inspektions-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten zuständig“.

          Die Geräte in den U-Bahn-Stationen befinden sich „an zentralen Punkten, immer dort, wo viele Menschen sind“, wie der Sprecher von Traffiq, Klaus Linek, auf Anfrage sagt. In großen Stationen befänden sich mehrere Defibrillatoren, zum Beispiel fünf an der Hauptwache, sechs an der Konstablerwache und fünf am Willy-Brandt-Platz. Ein grünes Herzsymbol mit Blitz zeigt an, wo die tragbaren Geräte in der Station zu finden sind. Öffnet man sie, wird automatisch eine Notrufverbindung zur Rettungsleitstelle aufgebaut, die dem Ersthelfer telefonisch zur Seite steht und dafür sorgt, dass parallel schon einmal ein Notarzt geschickt wird. Die Defibrillatoren sind so gebaut, dass sie auch für Laien zu bedienen sind, wie Linek sagt. „Das Überwinden ist oft das Hauptpro­blem, nicht die Anwendung.“

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