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Sprachkurse für Migranten : Hauswirtschaft mit Genitiv

Drei Jahre statt nur 400 Stunden: In der Ausbildung zur Hauswirtschafterin lernen Migranten parallel Deutsch. Bild: Wiesinger, Ricardo

Die IHK Frankfurt will mit einem Kongress erreichen, dass bei Migranten Deutschkurse mit der Berufsausbildung verzahnt werden. Das funktioniert bisher nicht.

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          Natalie Becker will ein paar Regeln an die weiße Wandtafel schreiben, es geht um die richtige Ernährung. „So“, sagt die Lehrerin für Hauswirtschaft, „Wie lautet nun die erste Regel?“ Die 15 Schülerinnen, alles Migrantinnen, müssen nicht lange überlegen. Die Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hatten sie am Tag zuvor behandelt. Lebensmittelvielfalt genießen, rufen mehrere von ihnen der Lehrerin Becker zu. Prima, findet ihre Kollegin Esther Reimers. „Und nun bilden wir daraus einen Imperativ“, fordert sie. Eine Pakistanerin meldet sich: „Genießen Sie die Vielfalt der Lebensmittel!“ Sehr schön, sagt Sprachpädagogin Reimers, alles richtig – und sogar noch einen Genitiv eingefügt.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dass eine Fachlehrerin und eine Deutschlehrerin zusammen Zuwanderer schulen, ist ungewöhnlich. Normalerweise gibt es eine strikte Trennung: Flüchtlinge und Einwanderer sollen zuerst einen Intensiv-Sprachkurs besuchen und erst danach entweder arbeiten gehen oder eine Ausbildung machen. Doch beim Bildungsträger GFFB in Frankfurt gehört die Verbindung zum Konzept eines Pilotprojektes. „Fachausbildung und Spracherwerb sind bislang oft nicht aufeinander abgestimmt“, sagt Barbara Wagner, geschäftsführende Gesellschafterin der GFFB. Die Folge sei: Migranten würden zum Beispiel allgemeines Deutsch lernen, im Job oder der Ausbildung fehlten ihnen dann aber viele Fachvokabeln – und sie scheiterten. Oder sie lernen die Sprache zwar, sie prägt sich ihnen aber nicht ein, weil sie nicht angewandt wird.

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