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Offenbachs Innenstadt : Konzept gegen den Abwärtstrend

Etwas kleiner als in Frankfurt: die bescheidene Skyline von Offenbach Bild: Bernd Georg

Offenbachs Innenstadt soll endlich attraktiver werden. Schon gibt es mehrere Vorschläge für die Zukunft. Doch die Realisierung könnte schwierig werden.

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          An Ideen, wie man die Offenbacher Innenstadt attraktiver machen könnte, mangelt es nicht: Durch Begrünung und mehr Gastronomie etwa, aber auch durch neue Kulturräume, ein spezielles Festprogramm sowie durch ein bis dato unter dem Arbeitstitel „Kosmopolis“ geführtes Kaufhaus, das möglichst heimische Produkte anbieten, zugleich aber auch ein Ort der Begegnung sein sollte. Alles zusammengenommen sind das schon fünf zentrale Vorschläge aus dem vom Magistrat vor wenigen Tagen beschlossenen „Zukunftskonzept Innenstadt“.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Falls die Stadtverordneten dem mit Hilfe des Hamburger Planungsbüros „Urbanista“ entwickelten Rettungsplan für die City zustimmen, könnte es mit den ersten Projekten recht schnell losgehen. Wobei es für jedes einzelne Vorhaben jeweils konkrete Kosten- und Nutzenabwägungen geben müsse und werde, wie Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) bei der Vorstellung des seit 2018 mit starker Bürgerbeteiligung erarbeiteten Zukunftskonzepts versicherte. Das gemeinsame Ziel stehe aber fest: „Wir wollen die Innenstadt mit spannenden neuen Projekten wiederbeleben.“

          Die City sei besser als ihr Ruf – allerdings deutlich entfernt von dem, was wünschenswert wäre. Dabei müsse jedem klar sein, dass die „guten alten Zeiten“ nicht mehr wiederkämen. Es gelte vielmehr adäquate Lösungen zu finden, wie der innerstädtische Einzelhandel trotz starker Online-Konkurrenz und zum Teil extrem hohen Mieten dauerhaft gehalten und gestützt werden könne. „Wir packen an, um ein Abrutschen zu verhindern und einen ordentlichen Zustand zu sichern“, sagte Schwenke: „Mehr kann keiner versprechen.“

          Es gehe darum, neue und gute Gründe dafür zu schaffen, dass sich ein Besuch der Offenbacher Innenstadt immer noch und künftig gar noch mehr lohne. Konkret sollen etwa „Grüne Bänder“ die Stadt durchziehen, um mit vergleichsweise geringen finanziellen Mitteln die Aufenthaltsqualität zu verbessern: ob durch bepflanzte Dächer und Wartehäuschen oder auch nur das Aufstellen zusätzlicher Bänke.

          Zukunftsmusik

          Als Erstes könnte die Umgestaltung des Pavillons am Stadthaus in Angriff genommen werden, der nach dem Umzug des Polizeiladens inklusive eines zu begrünenden Flachdachs für die Kombination aus Gastronomie und Kultur stehen soll. Beim Stichwort „Grünes Band“ denken die Planer an eine Achse vom Platz der Deutschen Einheit über den Hugenottenplatz bis hin zum Marktplatz, die man sich „als Folge von begrünten Plätzen, berankten Fassaden, bepflanzten Dächern und farbenfroh gestalteten Aufenthaltszonen“ vorzustellen habe. Mit einem eigenen Feste-Programm, das nun erst einmal zum „Opfer“ der Corona-Krise geworden sei, will die Stadt vom nächsten Jahr an für Events sorgen, die vor allem Gäste in das Areal zwischen Aliceplatz und Stadthof locken sollen.

          Nach Zukunftsmusik klingen die beiden deutlich aufwendigeren und teureren Schlüsselprojekte „Station Mitte“ und „Kaufhaus Kosmopolis“. Erstgenanntes meint die Idee, einen Treffpunkt für die Stadtgesellschaft zu schaffen, an dem später einmal Räume für Konzerte, Vorträge und Bildungsveranstaltungen, womöglich auch die Stadtbibliothek und Restaurants sowie Cafés gebündelt werden könnten. Auch die Pläne für ein Kaufhaus, das gleichermaßen Schaufenster, Laden, Bühne und kulinarische Oase mit regionalen Produkten sein soll, werden sich wohl nicht so schnell verwirklichen lassen. Noch dazu dürfte ein solcher „sozialer und kultureller Treffpunkt“ – womöglich als öffentlich-privates Partnerschaftsmodell organisiert – mit seinen Streetfood-Märkten und kleinen Restaurants am Ende ja nicht zur Konkurrenz für bestehende Anbieter und den Wochenmarkt werden.

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