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Eintracht Frankfurt : Großes Kino im Pott

Pokalhelden im Glanz der Trophäe: Nun fehlt der passende architektonische Altar für das gute Stück. Bild: Stadt Frankfurt

Auf der Münchener Immobilienmesse Expo Real macht ein Witz die Runde: Frankfurt könnte den DFB-Pokal als Hochhaus aufbauen. Ein passender Standort wäre schon gefunden.

          Es ist eine Provokation. Die Frankfurter Stadträte Markus Frank und Jan Schneider (beide CDU) sowie Mike Josef (SPD) haben den DFB-Pokal mit auf die Immobilienmesse Expo Real genommen. Nach München. Also in die Stadt, gegen deren schier unbezwingbares Spitzenteam der goldene Pott gewonnen wurde. Da stehen die drei Dezernenten für Wirtschaft, Bauen und Planen nun vor der Vitirine und freuen sich wie kleine Jungs. Oliver Schwebel, Chef der Wirtschaftsförderung, reckt für das Foto sogar den Daumen nach oben und grinst über das ganze Gesicht.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Streng bewacht wird der Pokal, angeblich wirklich das Original, von einem schmächtig aussehenden Sicherheitsmann, der seine geringe Körpergröße durch die Behauptung wettmacht, dass er Taekwondo und Kickboxen beherrsche und „Frankfurt im Herzen“ habe. Also keine Gefahr, dass die Münchener den Pokal doch noch rauben.

          Auf einer Messe, auf der es ums Bauen geht, hat der Pokal eigentlich nichts verloren. Er ist trotzdem das mit Abstand am häufigsten fotografierte Exponat. Da können die Projektentwickler in ihren schicken Hochhaus-Modellen noch so viele Lichter blinken lassen. Jeder will ein Selfie mit dem DFB-Pokal. Irgendwann kommt Marcus Gwechenberger, einer von Josefs Referenten, auf die Idee: Wenn das so gut ankommt, dann könnte man den Pokal doch eigentlich als Hochhaus aufbauen. 200 Meter hoch, golden glänzend, ein neues Wahrzeichen der Stadt.

          „Das Ding ist potthässlich“

          Der Witz macht am Frankfurter Messestand die Runde. Ein Projektentwickler ist schnell gefunden. Der Baulöwe Uli Höller würde das Ding als gigantischen Vergnügungspark nutzen. Als Architekten würde er Christoph Mäckler engagieren, denn der hat Erfahrung mit Rekonstruktionen. Zumindest unten solle er den Blockrand gestalten, über dem Schaft könne sich dann der Kollege Jürgen Engel austoben.

          Doch Mäckler will nicht mitmachen. „Das Ding ist potthässlich“, meint er. Der Architekt kann sich eher für die Idee erwärmen, die Wimbledon-Schale zu bauen, als große Sportarena. Aber die gehört nicht nach Frankfurt. Andere Architekten wollen für Mäckler in die Bresche springen. Michael Schumacher würde den Pokal als Büroturm nutzen, mit einer golden glänzenden Spiegelglasfassade. Manfred Wenzel will ihn lieber ganz aus Baubronze errichten. „Das passt zu Frankfurt.“ Andere Kollegen überlegen laut, ob sich die Form nicht auch für ein Parkhaus eignen würde, mit einer langen Spindel im Inneren. Ein Eintracht-Fanshop gehöre auf jeden Fall ins Erdgeschoss. Und eine Penthouse-Wohnung für Präsident Peter Fischer an die Spitze. Oder eignet sich der Pokalturm vielleicht doch besser für die Städtischen Bühnen oder ein großes Kino? Dann kann man sich die Fenster weitgehend sparen. Martin Hunscher und Simone Zapke, die Leiter des Stadtplanungsamts und der Bauaufsicht, würden das Projekt jedenfalls umstandslos vom Bebauungsplan befreien.

          Standort ist bald gefunden

          Ein Standort ist auch bald gefunden: Das Hochhaus muss auf die Rennbahn, meinen viele, anstelle des DFB-Leistungszentrums. Der Immobilienanwalt Robin Fritz würde den 200-Meter-Pokal eher in eine Reihe mit dem Messeturm und dem „Gerippten“ stellen, also dem Hochhaus am Westhafen, dessen Form an ein Apfelweinglas erinnert. „Wir sollten die Gunst der Stunde nutzen“, meint Fritz. „So schnell werden wir den Pokal nicht wiedersehen.“

          Denn weil die Eintracht aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden ist, kann sie den Titel nicht verteidigen. Josef trauert dem Vater des Erfolgs, Trainer Niko Kovac, hinterher und will ihn gleich mit nach Frankfurt nehmen. Andere finden, dass der Mann in München einen guten Job macht. Denn immerhin macht er mit den Niederlagen der Bayern die Bundesliga wieder interessant. Frank witzelt: „Er steht sowieso noch auf unserem Gehaltszettel.“

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