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Fluggesellschaft Condor : Ein Teil der Frankfurter Erfolgsgeschichte

Der Anfang: 1956 bricht der Flugdienst in Frankfurt zur Jungfernreise auf. Bild: Condor

Die Fluggesellschaft Condor spiegelt wie kaum eine andere Airline die erfolgreiche wie turbulente Entwicklung der Ferienfliegerei in Deutschland wider.

          3 Min.

          Nicht nur beim traditionsreichen Ferienflieger Condor ist seit der Kreditzusage aus Berlin die Erleichterung allenthalben zu spüren. Auch beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport atmet man auf. Zwar fällt der traditionsreiche Ferienflieger mit einem Anteil von drei Prozent der jährlichen Flugbewegungen auf Deutschlands größtem Flughafen nicht in die Kategorie Großkunde.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Aber Condor ist in Frankfurt nicht irgendein Kunde, sondern vielmehr ein Teil der Frankfurter Luftverkehrsfamilie, wenn man so will. Denn die Fluggesellschaft hat seit ihrer Gründung im Jahr 1955 am Frankfurter Flughafen ihre Heimatbasis, ist Teil der Erfolgschichte des Flughafens. Und deshalb betonte ein Fraport-Sprecher gestern auch, wie erfreut man sei, dass die mehr als 60 Jahre lange erfolgreiche Zusammenarbeit nun fortgesetzt werden könne.

          Als Fliegen noch abenteuerlicher war

          Für Condor begann sie mit einem Flug von Frankfurt „ins Heilige Land“ am 29. März 1956. Heute flugtechnisch kaum der Rede wert, war dieser Flug damals noch richtig abenteuerlich. Denn die eingesetzte Vickers Viking war mit ihren zwei 14-Zylinder-Sternmotoren zwar schon ein veritables Fluggerät, hatte aber noch keine Druckkabine. Deshalb mussten die Piloten auf dem Weg von Frankfurt nach Israel die Alpen umfliegen, ein Flug darüber hinweg ging wegen der Höhe nicht. Knapp elf Stunden dauerte es, bis man im damals noch friedlichen Beirut einen Zwischenstopp einlegen konnte, wie der Pilot und Condor-Chronist Karl Peter Ritter notierte.

          Abenteuerlich war damals nicht nur der Flug. Auch der Preis für die vierzehntägige Reise nach Jerusalem sprengte damals mit rund 2000 Mark für das Gros der Deutschen jeden Rahmen. Zum Vergleich: Für einen Standard-Käfer musste man damals 3900 Mark an Volkswagen nach Wolfsburg überweisen. Das Durchschnittsentgelt eines Vollzeitbeschäftigten lag bei 4500 Mark im Jahr. Ein Massengeschäft war die Ferienfliegerei zu Beginn also naturgemäß noch nicht.

          Die Gründung der Fluglinie war eine gemeinsame Unternehmung der Reederei Norddeutsche Lloyd, der Hamburg-Amerika-Linie, der Deutschen Lufthansa und der Deutschen Bundesbahn. 1959 übernahm die Lufthansa 95,5 Prozent der Anteile am Deutschen Flugdienst, wie die Condor damals noch hieß. Später konnten die Charterflieger immer wieder auf das Lufthansa-Fluggerät bis hin zur Boeing 747 zurückgreifen.

          Zwei Boing 747 in Betrieb

          Das Unternehmen betrieb in den Siebziger Jahren zeitweise sogar zwei eigene Exemplare des damals größten Passagierflugzeugs der Welt. Sie flogen, vollständig in Economy-Ausstattung, mit rund 500 Passagieren an Bord auch nach Mallorca. In gewisser Weise hatte Condor damit schon lange vor der Lufthansa Größenordnungen von deren Airbus-A380-Riesen erreicht. Die Lufthansa hatte ihre Boeing 747 nämlich mit First- und Businessabteilen ausgestattet, wodurch unter dem Strich viel weniger Fluggäste in den Jumbo passten.

          Bereits 1961 hatte sich für die Deutsche Flugdienst GmbH die Möglichkeit ergeben, sich die Condor-Luftreederei des Oetker-Konzerns einzuverleiben. Dadurch wurde der bis heute erhaltene Namen möglich. 1968 folgte die Fusion mit der Südflug.

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