https://www.faz.net/-gzg-9r4fw

F.A.Z.-Leserbriefe : Streit um eine Straße in Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Segen oder Fluch? Die Frankfurter sind sich uneins, ob die Sperrung des Mainkais ein Gewinn für die Stadt ist. Bild: Lucas Bäuml

Ist es klug, dass die Stadtregierung den Autoverkehr entlang des Mains auf dessen Nordseite versuchsweise verbietet? Kein Thema wird zurzeit in Frankfurt mit größerer Leidenschaft diskutiert. Wie aber sehen es F.A.Z.-Leser? Wir haben nachgefragt.

          10 Min.

          Längst überfällig

          Kürzlich wollte ich mal wieder in das nette Mainkai-Café, es war Sommer, es war warm! Und endlich konnte ich mal draußen sitzen, weil das Mainufer gesperrt ist: Das war längst überfällig. Bisher war es dort viel zu laut, die Luft abgasgeschwängert, und der Ausblick auf die Autos, die den Blick auf den Main verbargen, trist. Das alles ist jetzt anders! Und wenn man dann noch nach dem Espresso am Mainufer runter bummelt, die Skyline und den Eisernen Steg im Blick, bis zum Historischen Museum, ist die Mittagspause perfekt! Werde ich jetzt öfter machen! Also bitte keine Autos mehr am Mainufer!

          Doris Wiese-Gutheil, Frankfurt

          Nicht nachvollziehbar

          Als Frankfurter Bürgerin und Autofahrerin (auch Fahrradfahrerin) kann ich nicht nachvollziehen, was die Entscheidung des Verkehrsdezernenten, das nördliche Mainufer zu sperren, sinnvoll machen könnte. Ich wohne auf der nördlichen Seite Frankfurts, muss aber aus beruflichen und privaten Gründen oft auf die andere Mainseite. Die Sperrung stellt nicht nur eine Zumutung für die Autofahrer dar, sondern strapaziert die Anwohner rund um die Schweizer Straße in einer unzumutbaren Weise. Und dies nicht nur während des Museumsuferfestes.

          Hätte dann diesem „ideenreichen“ Verkehrsdezernenten nicht wenigstens einfallen können, während der Sperrung den Flohmarkt, der den Verkehr samstags regelmäßig vierzehntägig in Sachsenhausen beeinträchtigt, auf die nördliche Mainseite zu verlegen?

          Man kann nur hoffen, dass auch unfähige Politiker in der Lage sind, unsinnige Entscheidungen zu revidieren.

          Sibylle Birkenfeld-Otto, Frankfurt

          Sagen Sie uns Ihre Meinung:  Nutzen Sie die Kommentarfunktion unter dem Text

          Ort der Erholung

          Die Sperrung empfinde ich als positiv. Der Main wird dadurch noch mehr zu einem Ort der Erholung, und auch der Weg vom Eisernen Steg Richtung Römer wirkt stressfreier und sorgenloser. Einzig die Straße selbst kommt einem im wahrsten Sinne verlassen vor. Mittel- bis langfristig könnte man den Zu- und Abgang der Brücke besser gestalten. Ebenswo wären mehr Grünflächen auf den asphaltierten Wegen wünschenswert.

          Sebastian Schanglies, Offenbach

          Längere Staus

          Ich möchte Ihnen über meine Erfahrungen berichten und beziehe mich dabei ausdrücklich nicht auf die Tage des Museumsuferfestes. Ich fahre seit Jahren regelmäßig jeden Dienstag und Donnerstag um 17.30 Uhr vom Zoo über die Ignatz-Bubis-Brücke und entlang des südlichen Mainufers bis zum Städel.

          Seit der Sperrung des nördlichen Mainufers habe ich stets feststellen müssen, dass sich rund um die Kreuzung Schaumainkai/Untermainbrücke ein Stau bildet, der die früher üblichen ein bis zwei Ampelphasen bis zur Überquerung der Kreuzung auf vier bis fünf Ampelphasen verlängert. Diese Beobachtung hat sich auch nicht geändert, seit das Parken für Reisebusse entlang des Schaumainkais nicht mehr gestattet ist. Ausweichrouten über die Gartenstraße oder quer durch Sachsenhausen sind aus Sicht der Fahrtzeit nicht kürzer und widerstreben mir wegen der zusätzlichen Belastung der Wohngebiete.

          Die früher mögliche Alternative mit der Straßenbahnlinie 14 vom Zoo zum Frankensteiner Platz und dann mit dem Bus der Linie 46 bis zum Städel hat sich durch die schon einige Zeit zurückliegende Fahrtroutenänderung der Straßenbahnlinie 14 verkompliziert und ist wesentlich zeitaufwendiger als die Fahrt mit dem Personenwagen.

          Andreas Krebs, Frankfurt

          Gesundheit schützen

          In aller Kürze kann ich sagen, dass ich als Bürger dieser Stadt die testweise Sperrung des nördlichen Mainufers sehr begrüße! Jahrzehntelang war es ein Naturgesetz, dass alles autogerecht sein müsse. Mit den neuen Beschlüssen hat sich das nun geändert. Gerade die Dezernenten der Grünen, die vor Herrn Oesterling diesen Bereich verantwortet hatten, haben die derzeitige Situation durch Nichtstun heraufbeschworen. Fahrverbote bringen niemandem etwas. Natürlich ist es nun an Herrn Oesterling, durch geeignete Maßnahmen unsere Gesundheit zu schützen und die Emissionen dauerhaft zu senken. Dazu gehören auch unpopuläre Maßnahmen.

          Ingo Reitgassl, Frankfurt

          Desaster

          Als passionierte Radfahrerin kann ich mich nur wundern, wie in Frankfurt Verkehrspolitik betrieben wird. Den Mainkai zu sperren, ohne ein vernünftiges Alternativkonzept vorzulegen, führt zu einem orientierungslosen Desaster. Die Pendler aus dem Umland, die auf das Auto angewiesen sind, steigen doch nicht wegen einer gesperrten Straße auf ein anderes Verkehrsmittel um, zumal dort die Kapazitäten nicht ausgeweitet oder erhöht wurden.

          Die Verkehrsdichte hat sich entsprechend auf anderen Straßen massiv erhöht, was zu einem höheren Risiko für alle Verkehrsteilnehmer führt. Ein durchdachtes Konzept, wie der gesperrte Mainkai zu nutzen sein wird, liegt nicht vor. Fußgänger laufen auf der Straße und kollidieren mit Rad- und Rollerfahrern und demnächst mit Elektrotaxis. Zu hoffen, dass sich mehr Gastronomie auf der Straße ansiedeln wird, ist eine Farce, da dort kaum Gastronomie vorhanden ist. In den kalten Wintermonaten ziehen es die Menschen ohnehin vor, drinnen zu sitzen. Das Mainufer gleicht dann eher einer Geisterstraße.

          Ein Lieferwagen fährt verbotenerweise um Absperrungen in den Mainkai.
          Ein Lieferwagen fährt verbotenerweise um Absperrungen in den Mainkai. : Bild: Lucas Bäuml

          Die Verkehrsführung, besonders für den Autoverkehr, wurde an die Sperrung nicht angepasst. So kann man von keiner Brücke, von Sachsenhausen aus kommend, links auf den Untermainkai abbiegen. Lange Umwege sind erforderlich. Die Zufahrt zum Parkhaus unter der Oper am Willy-Brandt-Platz ist überhaupt nicht mehr zu erreichen, ohne verkehrswidrig zu fahren.

          Das einzig Positive an dieser Sperrung ist sicher die nicht zu unterschätzende Ruhe, die die Anwohner jetzt genießen dürfen, allerdings mit dem Wissen, dass dafür andere Anwohner einer deutlich höheren Belastung mit Lärm und Abgasen ausgesetzt sind. Frankfurt benötigt ein vernünftiges Rad- und Wegekonzept und vor allem Straßen und Wege ohne Schlaglöcher, Bodenwellen und Unebenheiten, zum Schutz der Radfahrer.

          Fazit: den Mainkai wieder für den Autoverkehr öffnen mit einem Tempolimit von 30 Kilometern in der Stunde, am Eisernen Steg besser sogar zehn Kilometer in der Stunde, was durch Dauerblitzgeräte kontrolliert wird. Wenn ein Gesamtverkehrskonzept mit Alternativen entwickelt ist, dann kann erneut über eine Sperrung nachgedacht werden.

          Claudia Binnewies, Frankfurt

          Mittags am Main

          Mein Arbeitsplatz liegt an einer vielbefahrenen Innenstadtverbindung, an der Weißfrauenstraße. Seit der Sperrung des nördlichen Mainufers für den Durchgangsverkehr kann ich keine signifikante Zunahme von Staus und Ausweichverkehr wahrnehmen, entgegen meinen vorherigen Befürchtungen.

          Was wirklich nervt, sind handydaddelnde und disziplinlose Autolenker, die durch ihr asoziales Verhalten das Durchkommen der Straßenbahnen erschweren, weil sie die Fahrbahnmarkierungen ignorieren und Kontaktschleifen nicht befahren (Linksabbieger in die Seckbächer Gasse), und die damit verbundenen Hupkonzerte.

          Mittlerweile scheint ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten zu sein. Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Das gilt auch umgekehrt. Es ist höchste Zeit, dass hier nun endlich ein Umdenken einsetzt auf dem Weg zu einer autofreien und lebenswerten Innenstadt.

          Positiv ist außerdem, dass man nun gefahrloser seine Mittagspausen am Main verbringen kann, ohne eine gefühlt vierspurige Schnellfahrstraße überqueren zu müssen. Leider scheint bei der Stadt Frankfurt (noch?) kein Konzept zu existieren, wie man denn nun die plötzlich dem Verkehrsmoloch entwidmete Freifläche künftig nutzen könnte. Als derzeitiger Playground für E-Scooter-Akrobaten wirkt das Ganze doch etwas unvollendet.

          In den heißen Augusttagen wurde jedenfalls sehr schnell deutlich, dass so eine riesige schwarze Asphaltfläche schleunigst entsiegelt und begrünt werden sollte, gerade auch im Hinblick auf ein erträglicheres Stadtklima in Zeiten der Temperaturrekorde, wobei ich für den Erhalt eines zweispurigen Radwegs zur Entlastung des Mainufers plädieren würde.

          Frank Eiseler, Frankfurt

          Schildbürgerstreich

          Ich halte die Sperrung für total überflüssig. Ich bin selbst schon ein paarmal dort vorbeigeradelt. Kein Radler, kein Fußgänger, kein Sportler nutzt die abgesperrte Straße. Alle radeln, gehen, laufen, walken, skaten direkt am Main. Für mich als Schauspielabonnent wird die Zufahrt zum Theater-Parkhaus aufgrund der Sperrung und des dadurch hohen Verkehrsaufkommens an der Untermainbrücke auch noch sehr zeitraubend.

          Ich kann den Unmut der Autofahrer und besonders der Anwohner auf der Sachsenhäuser Seite über diesen Schildbürgerstreich der SPD und der Grünen verstehen. Ich plädiere dafür, die Sperrung wieder aufzuheben oder die Straße zumindest nur von Samstagmorgen bis Sonntagabend zu sperren. Was spricht dagegen? Allen wäre geholfen. Werktags bleibt alles, wie es war, und an Samstagen und Sonntagen sowie an Feiertagen gehört der dann gesperrte Abschnitt den Bürgern und Touristen beziehungsweise der SPD und den Grünen. Das könnte man doch ohne Gesichtsverlust der Parteien schnell umsetzen.

          Joachim von Keler, Frankfurt

          Kollabierter Verkehr

          Frankfurts Verkehrsinfrastruktur ist ein hochsensibles System, das schon bei kleinen Störungen Reaktionen zeigt. Ich wohne nahe dem Schweizer Platz in Sachsenhausen und beklage sehr den gestiegenen Verkehr, der logischerweise infolge der Sperrung des Nordufers jetzt über die diese Straße geführt wird. Das Nordufer ist ein fundamentaler Zugang für alle östlichen Richtungen (inklusive Autobahn 3 und Hanau) in die Innenstadt, Sachsenhausen dagegen ein sensibles, über lange Jahre austariertes und auch funktionierendes Verkehrssystem, das durch die Sperrung kollabiert ist.

          Natürlich wird Herr Oesterling nun sagen: Kollaps ist relativ. Es dauert alles einige Minuten länger, so what? Gleichwohl hat die Schweizer Straße nur eine gewisse Kapazität, und die war schon vor der Sperrung des Nordufers am Limit.

          Das Nordufer verfügt bekanntermaßen über einen sehr großzügigen Fußgänger-/Radweg. Die Straße wird dagegen derzeit kaum genutzt, so dass man die Sinnhaftigkeit der Sperrung hinterfragen kann. Was soll das? Der Schweizer Platz ist dagegen Großknotenpunkt für Hunderte Schüler an vier Schulen im Umkreis von 300 Metern, wobei die merkwürdige Straßenführung in der Schneckenhofstraße das Risiko eines Unfalls deutlich erhöht.

          Ich wünsche mir, dass das Nordufer schnellstens wieder geöffnet und die Baustelle in der Morgensternstraße nun abgeschlossen wird (wer überwacht eigentlich diesen Bummelbetrieb?).

          Angelo Schroeder, Frankfurt

          Weniger Abgase

          Ich habe festgestellt, dass es auf der Speicherstraße in Richtung Osten seit der Sperrung des nördlichen Mainufers weniger Verkehr gibt. Vor allem hat der Lastwagenverkehr erheblich abgenommen. Zu den von mir befürchteten Staus in der Wilhelm-Leuschner-Straße, am Theater und in der Neuen Mainzer Straße ist es nicht gekommen. Für die Anwohner des Untermainkais ist es natürlich ruhiger geworden, und die Belastung mit Abgasen für die Anwohner hat sich natürlich wesentlich verringert. Die Zeiten des Museumsuferfestes ausgenommen.

          Ulrich Mayer, Frankfurt

          Katastrophe

          Die Verkehrssituation, die durch die Sperrung entstanden ist, ist eine einzige Katastrophe. Ich komme täglich mit dem Auto aus Neu-Isenburg und kann nur sagen, dass sich das schon vor der Sperrung fast täglich abspielende Chaos an den Kreuzungen der Kennedy- und der Stresemannallee sowie an der Stresemannallee mit der Gartenstraße verdoppelt und verdreifacht hat.

          Zusätzlich ist für aus dem Kreis Offenbach kommende Autos die Ausweichroute Darmstädter Landstraße / Alte Brücke / Mainufer (und umgekehrt) weggefallen, was den Druck auf die Kennedyallee zusätzlich erhöht, bei Veranstaltungen im Waldstadion zum Beispiel. Wie man das alles dem Stadtteil Sachsenhausen zumuten kann, kann ich nicht verstehen.

          Auch kann ich den Grund der Sperrung nicht nachvollziehen, ist doch das Mainufer an der besagten Stelle wirklich breit genug, um Joggern, Radfahrern und Touristen genügend Platz zu bieten. Alles in allem ist die Sperrung des nördlichen Mainufers das Sahnehäubchen auf einer seit Jahren von blindem Aktionismus geprägten, verfehlten Verkehrspolitik.

          Daniela Hardt, Neu-Isenburg

          Entspannt flanieren

          Obwohl Autobesitzer, fahren wir in die Frankfurter Innenstadt immer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. Wie entspannt kann man seit der Sperrung des nördlichen Mainufers vom Römer über den Eisernen Steg zum Museumsufer flanieren! Wenn der Straßenstreifen noch etwas grüner gestaltet werden könnte, wäre es perfekt. Wir begrüßen diesen kleinen Schritt in die Richtung „Autofreie Innenstadt“ ausdrücklich.

          Volker Benad-Wagenhoff und Mechthild Wagenhoff, Frankfurt

          Verkehrschaos

          Die Sperrung des nördlichen Mainufers bringt nicht den gewünschten Effekt, die Stadt näher an den Fluss zu bringen, schafft aber ein Verkehrschaos. Wie soll man zum Beispiel vom Osten in die Theatergarage kommen, wenn man in die Oper will? Eine Anfrage bei der Parkhausbetreiber-Gesellschaft ergab, dass die es auch nicht wussten. Die Empfehlung war, über Sachsenhausen und die Untermainbrücke zu fahren. Das geht aber nicht, weil man von dieser nicht links auf den Untermainkai abbiegen kann. Man muss also einen großen Umweg fahren. Umständlicher geht’s nicht. Wie das ein Auswärtiger finden soll, ist mir ein Rätsel.

          Hinzu kommt, dass das nördliche Mainufer für Fußgänger und Flaneure uninteressant ist. Es ist doch viel schöner, am Fluss zu spazieren als sich zwischen schnellen Rad- und Rollerfahrern in Acht zu nehmen.

          Peter von Schlippe, Frankfurt

          Gut für Touristen

          Aus Sicht des Untermainkais ist die Mainkai-Sperrung eine erhebliche Verbesserung, und zwar nicht nur für die Menschen, die hier arbeiten und leben. Das gilt auch für unsere Kunden und last, but not least für die Touristen, die mittlerweile das ganze Jahr über aus den Flusskreuzfahrtschiffen steigen. Viele dieser Schiffe legen am Holbeinsteg an, und bis vor kurzem wurden sie von einer nicht enden wollenden Blechlawine begrüßt. Seit der Sperrung des Mainkais scheint sich das Verkehrsaufkommen auf ein übliches Maß zu reduzieren. Auch das Frankfurter Nizza und das Jüdische Museum sollten nicht mehr wie die Hauptwache in den sechziger Jahre von Autos umtost werden – das haben diese schönen und geschichtsträchtigen Orte einfach nicht verdient. Am besten wäre es natürlich, wenn der Individualverkehr hier ganz herausgehalten werden könnte. Aber wenn das nicht geht, gilt: Weniger ist mehr. Ein Schritt in die richtige Richtung.

          Dr. Anette Schunder-Hartung, Frankfurt

          Schnapsidee

          Die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße ist eine Schnapsidee; als Autofahrer muss ich nun von Westen kommend über die Berliner Straße oder Sachsenhausen ausweichen, und schon auf den Mainbrücken beginnen die Staus im Berufsverkehr. Alternativ-Angebote? Fehlanzeige. Dabei wird die Straße gar nicht von Fußgängern oder Radfahrern genutzt, die nutzen lieber den Weg am Main, der ist ja auch viel schöner. Man kann auch keine dahinterliegende Strategie erkennen. Wem oder was soll die Sperrung nutzen, etwa den Anwohnern der Luxus- oder städtischen Wohnungen? Sinn machen würde es vielmehr, wenn die Stadt die Sperrung von Freitagabend bis Montagmorgen versuchsweise vornimmt. Aber so werden nur die Autoströme verlagert, zu Lasten der Sachsenhäuser Anwohner. Herr Oesterling sollte lieber den Ausbau von Radwegen vorantreiben, denn Radfahren in Frankfurt ist teilweise lebensgefährlich.

          Hans Jürgen Beck, Frankfurt

          Weitere Wege

          Die Sperrung des Mainufers verursacht für mich und meine Familienangehörigen nicht nur längere, sondern auch weitere Fahrwege mit dem Auto. Die Befürworter dieser Sperrung verdrängen, dass sich durch längere Fahrwege, aber auch durch die zusätzlichen Staus die Luftmesswerte im Stadtgebiet für Feinstaub und andere Schadstoffe zwangsläufig erhöhen. Die Sperrung ist deshalb sowohl unter dem Aspekt des Umwelt- wie des Klimaschutzes kontraproduktiv.

          Hans-Joachim Otto, Frankfurt

          Paris ist kein Vorbild

          Die Sperrung des nördlichen Mainufers lenkt täglich bis zu 20. 000 Fahrzeuge zum südlichen Mainufer um. Die Quantität des Verkehrs führt zu einem Qualitätsverlust am Sachsenhäuser Ufer. Es wurde als Museumsufer konzipiert und mit hohem finanziellen Aufwand saniert. Jetzt herrschen in Ost-West-Richtung von der Alten Brücke bis zur Untermainbrücke sowie in West-Ost-Richtung Autoschlangen und Stau.

          Mitunter wird auf einen Vergleich mit Paris verwiesen. Aber: In Paris konnten große südliche und nördliche Boulevards den Uferverkehr teilweise aufnehmen. In Frankfurt soll das südliche Museumsufer die nördliche Verkehrslast, Flohmarkt und Uferfeste aufnehmen, ohne dass es breite Entlastungs-Boulevards wie in Paris gibt. Ganz Sachsenhausen wird zeitweise zu einem Verkehrshexenkessel mit Abgasen. Wenn diese städteplanerische Fehlleistung und Degradierung des südlichen Stadtteils nicht rückgängig gemacht wird, ist sie ein Fall für den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags.

          Dr. Heinz Nax und Familie Nax, Frankfurt

          Das Südufer sperren

          Als Bewohner der Gartenstraße können wir seit der Sperrung des nördlichen Mainufers das vermehrte Auftreten von Abgasen und insbesondere des gefährlichen Feinstaubs beklagen. Wenn die Fensterbänke täglich eine so große Verschmutzung aufweisen, dann fragen wir uns natürlich, wie mag es in unseren Lungen aussehen.

          Die Sperrung von kurzen Straßenabschnitten trägt nicht dazu bei, die Luft zu verbessern. Im Gegenteil: Durch Stau werden mehr Abgase und Feinstaub erzeugt und freigesetzt. Allerdings plädieren auch wir – wenn überhaupt – für eine Sperrung des südlichen Mainufers, besonders im Hinblick auf die wunderbaren Museen.

          Ingeborg Edle von Baussnern-Schaefer und Dr. Ralph Andreas Schaefer, Frankfurt

          Zuschriften

          Sagen Sie uns Ihre Meinung unter rmz-leserbriefe@faz.de oder nutzen Sie die Kommentarfunktion.

          Die Redaktion freut sich über jeden Leserbrief, muss sich aber Kürzungen vorbehalten. Wir veröffentlichen nur Zuschriften, die uns mit vollständigem Namen und vollständiger Anschrift erreichen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Intensivpfleger arbeitet auf einer Intensivstation des RKH Klinikum Ludwigsburg an einem Covid-19-Patient.

          Corona in Deutschland : Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 13,6

          Das Robert Koch-Institut hat 1919 Corona-Neuinfektionen registriert. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1608 Ansteckungen gelegen. Bildungsministerin Anja Karliczek drängt auf Impfungen aus Solidarität mit Kindern und Jugendlichen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.