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F.A.Z.-Leserbriefe : Streit um eine Straße in Frankfurt

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Gut für Touristen

Aus Sicht des Untermainkais ist die Mainkai-Sperrung eine erhebliche Verbesserung, und zwar nicht nur für die Menschen, die hier arbeiten und leben. Das gilt auch für unsere Kunden und last, but not least für die Touristen, die mittlerweile das ganze Jahr über aus den Flusskreuzfahrtschiffen steigen. Viele dieser Schiffe legen am Holbeinsteg an, und bis vor kurzem wurden sie von einer nicht enden wollenden Blechlawine begrüßt. Seit der Sperrung des Mainkais scheint sich das Verkehrsaufkommen auf ein übliches Maß zu reduzieren. Auch das Frankfurter Nizza und das Jüdische Museum sollten nicht mehr wie die Hauptwache in den sechziger Jahre von Autos umtost werden – das haben diese schönen und geschichtsträchtigen Orte einfach nicht verdient. Am besten wäre es natürlich, wenn der Individualverkehr hier ganz herausgehalten werden könnte. Aber wenn das nicht geht, gilt: Weniger ist mehr. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Dr. Anette Schunder-Hartung, Frankfurt

Schnapsidee

Die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße ist eine Schnapsidee; als Autofahrer muss ich nun von Westen kommend über die Berliner Straße oder Sachsenhausen ausweichen, und schon auf den Mainbrücken beginnen die Staus im Berufsverkehr. Alternativ-Angebote? Fehlanzeige. Dabei wird die Straße gar nicht von Fußgängern oder Radfahrern genutzt, die nutzen lieber den Weg am Main, der ist ja auch viel schöner. Man kann auch keine dahinterliegende Strategie erkennen. Wem oder was soll die Sperrung nutzen, etwa den Anwohnern der Luxus- oder städtischen Wohnungen? Sinn machen würde es vielmehr, wenn die Stadt die Sperrung von Freitagabend bis Montagmorgen versuchsweise vornimmt. Aber so werden nur die Autoströme verlagert, zu Lasten der Sachsenhäuser Anwohner. Herr Oesterling sollte lieber den Ausbau von Radwegen vorantreiben, denn Radfahren in Frankfurt ist teilweise lebensgefährlich.

Hans Jürgen Beck, Frankfurt

Weitere Wege

Die Sperrung des Mainufers verursacht für mich und meine Familienangehörigen nicht nur längere, sondern auch weitere Fahrwege mit dem Auto. Die Befürworter dieser Sperrung verdrängen, dass sich durch längere Fahrwege, aber auch durch die zusätzlichen Staus die Luftmesswerte im Stadtgebiet für Feinstaub und andere Schadstoffe zwangsläufig erhöhen. Die Sperrung ist deshalb sowohl unter dem Aspekt des Umwelt- wie des Klimaschutzes kontraproduktiv.

Hans-Joachim Otto, Frankfurt

Paris ist kein Vorbild

Die Sperrung des nördlichen Mainufers lenkt täglich bis zu 20. 000 Fahrzeuge zum südlichen Mainufer um. Die Quantität des Verkehrs führt zu einem Qualitätsverlust am Sachsenhäuser Ufer. Es wurde als Museumsufer konzipiert und mit hohem finanziellen Aufwand saniert. Jetzt herrschen in Ost-West-Richtung von der Alten Brücke bis zur Untermainbrücke sowie in West-Ost-Richtung Autoschlangen und Stau.

Mitunter wird auf einen Vergleich mit Paris verwiesen. Aber: In Paris konnten große südliche und nördliche Boulevards den Uferverkehr teilweise aufnehmen. In Frankfurt soll das südliche Museumsufer die nördliche Verkehrslast, Flohmarkt und Uferfeste aufnehmen, ohne dass es breite Entlastungs-Boulevards wie in Paris gibt. Ganz Sachsenhausen wird zeitweise zu einem Verkehrshexenkessel mit Abgasen. Wenn diese städteplanerische Fehlleistung und Degradierung des südlichen Stadtteils nicht rückgängig gemacht wird, ist sie ein Fall für den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags.

Dr. Heinz Nax und Familie Nax, Frankfurt

Das Südufer sperren

Als Bewohner der Gartenstraße können wir seit der Sperrung des nördlichen Mainufers das vermehrte Auftreten von Abgasen und insbesondere des gefährlichen Feinstaubs beklagen. Wenn die Fensterbänke täglich eine so große Verschmutzung aufweisen, dann fragen wir uns natürlich, wie mag es in unseren Lungen aussehen.

Die Sperrung von kurzen Straßenabschnitten trägt nicht dazu bei, die Luft zu verbessern. Im Gegenteil: Durch Stau werden mehr Abgase und Feinstaub erzeugt und freigesetzt. Allerdings plädieren auch wir – wenn überhaupt – für eine Sperrung des südlichen Mainufers, besonders im Hinblick auf die wunderbaren Museen.

Ingeborg Edle von Baussnern-Schaefer und Dr. Ralph Andreas Schaefer, Frankfurt

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