https://www.faz.net/-gzg-9r4fw

F.A.Z.-Leserbriefe : Streit um eine Straße in Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Mittlerweile scheint ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten zu sein. Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Das gilt auch umgekehrt. Es ist höchste Zeit, dass hier nun endlich ein Umdenken einsetzt auf dem Weg zu einer autofreien und lebenswerten Innenstadt.

Positiv ist außerdem, dass man nun gefahrloser seine Mittagspausen am Main verbringen kann, ohne eine gefühlt vierspurige Schnellfahrstraße überqueren zu müssen. Leider scheint bei der Stadt Frankfurt (noch?) kein Konzept zu existieren, wie man denn nun die plötzlich dem Verkehrsmoloch entwidmete Freifläche künftig nutzen könnte. Als derzeitiger Playground für E-Scooter-Akrobaten wirkt das Ganze doch etwas unvollendet.

In den heißen Augusttagen wurde jedenfalls sehr schnell deutlich, dass so eine riesige schwarze Asphaltfläche schleunigst entsiegelt und begrünt werden sollte, gerade auch im Hinblick auf ein erträglicheres Stadtklima in Zeiten der Temperaturrekorde, wobei ich für den Erhalt eines zweispurigen Radwegs zur Entlastung des Mainufers plädieren würde.

Frank Eiseler, Frankfurt

Schildbürgerstreich

Ich halte die Sperrung für total überflüssig. Ich bin selbst schon ein paarmal dort vorbeigeradelt. Kein Radler, kein Fußgänger, kein Sportler nutzt die abgesperrte Straße. Alle radeln, gehen, laufen, walken, skaten direkt am Main. Für mich als Schauspielabonnent wird die Zufahrt zum Theater-Parkhaus aufgrund der Sperrung und des dadurch hohen Verkehrsaufkommens an der Untermainbrücke auch noch sehr zeitraubend.

Ich kann den Unmut der Autofahrer und besonders der Anwohner auf der Sachsenhäuser Seite über diesen Schildbürgerstreich der SPD und der Grünen verstehen. Ich plädiere dafür, die Sperrung wieder aufzuheben oder die Straße zumindest nur von Samstagmorgen bis Sonntagabend zu sperren. Was spricht dagegen? Allen wäre geholfen. Werktags bleibt alles, wie es war, und an Samstagen und Sonntagen sowie an Feiertagen gehört der dann gesperrte Abschnitt den Bürgern und Touristen beziehungsweise der SPD und den Grünen. Das könnte man doch ohne Gesichtsverlust der Parteien schnell umsetzen.

Joachim von Keler, Frankfurt

Kollabierter Verkehr

Frankfurts Verkehrsinfrastruktur ist ein hochsensibles System, das schon bei kleinen Störungen Reaktionen zeigt. Ich wohne nahe dem Schweizer Platz in Sachsenhausen und beklage sehr den gestiegenen Verkehr, der logischerweise infolge der Sperrung des Nordufers jetzt über die diese Straße geführt wird. Das Nordufer ist ein fundamentaler Zugang für alle östlichen Richtungen (inklusive Autobahn 3 und Hanau) in die Innenstadt, Sachsenhausen dagegen ein sensibles, über lange Jahre austariertes und auch funktionierendes Verkehrssystem, das durch die Sperrung kollabiert ist.

Natürlich wird Herr Oesterling nun sagen: Kollaps ist relativ. Es dauert alles einige Minuten länger, so what? Gleichwohl hat die Schweizer Straße nur eine gewisse Kapazität, und die war schon vor der Sperrung des Nordufers am Limit.

Das Nordufer verfügt bekanntermaßen über einen sehr großzügigen Fußgänger-/Radweg. Die Straße wird dagegen derzeit kaum genutzt, so dass man die Sinnhaftigkeit der Sperrung hinterfragen kann. Was soll das? Der Schweizer Platz ist dagegen Großknotenpunkt für Hunderte Schüler an vier Schulen im Umkreis von 300 Metern, wobei die merkwürdige Straßenführung in der Schneckenhofstraße das Risiko eines Unfalls deutlich erhöht.

Ich wünsche mir, dass das Nordufer schnellstens wieder geöffnet und die Baustelle in der Morgensternstraße nun abgeschlossen wird (wer überwacht eigentlich diesen Bummelbetrieb?).

Weitere Themen

Topmeldungen

Gegenstand verschiedener neuer Bücher: der frühere amerikanische Präsident Donald Trump

Neue Bücher über Trump : Hitler-Vergleiche und Wutausbrüche

Mehrere Journalisten veröffentlichen neue Bücher über Donald Trump. Der gab dafür Interviews und nutzte sie vor allem, um wieder Lügen über eine „gestohlene Wahl“ 2020 zu verbreiten.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.