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F.A.Z.-Leserbriefe : Streit um eine Straße in Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Gesundheit schützen

In aller Kürze kann ich sagen, dass ich als Bürger dieser Stadt die testweise Sperrung des nördlichen Mainufers sehr begrüße! Jahrzehntelang war es ein Naturgesetz, dass alles autogerecht sein müsse. Mit den neuen Beschlüssen hat sich das nun geändert. Gerade die Dezernenten der Grünen, die vor Herrn Oesterling diesen Bereich verantwortet hatten, haben die derzeitige Situation durch Nichtstun heraufbeschworen. Fahrverbote bringen niemandem etwas. Natürlich ist es nun an Herrn Oesterling, durch geeignete Maßnahmen unsere Gesundheit zu schützen und die Emissionen dauerhaft zu senken. Dazu gehören auch unpopuläre Maßnahmen.

Ingo Reitgassl, Frankfurt

Desaster

Als passionierte Radfahrerin kann ich mich nur wundern, wie in Frankfurt Verkehrspolitik betrieben wird. Den Mainkai zu sperren, ohne ein vernünftiges Alternativkonzept vorzulegen, führt zu einem orientierungslosen Desaster. Die Pendler aus dem Umland, die auf das Auto angewiesen sind, steigen doch nicht wegen einer gesperrten Straße auf ein anderes Verkehrsmittel um, zumal dort die Kapazitäten nicht ausgeweitet oder erhöht wurden.

Die Verkehrsdichte hat sich entsprechend auf anderen Straßen massiv erhöht, was zu einem höheren Risiko für alle Verkehrsteilnehmer führt. Ein durchdachtes Konzept, wie der gesperrte Mainkai zu nutzen sein wird, liegt nicht vor. Fußgänger laufen auf der Straße und kollidieren mit Rad- und Rollerfahrern und demnächst mit Elektrotaxis. Zu hoffen, dass sich mehr Gastronomie auf der Straße ansiedeln wird, ist eine Farce, da dort kaum Gastronomie vorhanden ist. In den kalten Wintermonaten ziehen es die Menschen ohnehin vor, drinnen zu sitzen. Das Mainufer gleicht dann eher einer Geisterstraße.

Ein Lieferwagen fährt verbotenerweise um Absperrungen in den Mainkai.
Ein Lieferwagen fährt verbotenerweise um Absperrungen in den Mainkai. : Bild: Lucas Bäuml

Die Verkehrsführung, besonders für den Autoverkehr, wurde an die Sperrung nicht angepasst. So kann man von keiner Brücke, von Sachsenhausen aus kommend, links auf den Untermainkai abbiegen. Lange Umwege sind erforderlich. Die Zufahrt zum Parkhaus unter der Oper am Willy-Brandt-Platz ist überhaupt nicht mehr zu erreichen, ohne verkehrswidrig zu fahren.

Das einzig Positive an dieser Sperrung ist sicher die nicht zu unterschätzende Ruhe, die die Anwohner jetzt genießen dürfen, allerdings mit dem Wissen, dass dafür andere Anwohner einer deutlich höheren Belastung mit Lärm und Abgasen ausgesetzt sind. Frankfurt benötigt ein vernünftiges Rad- und Wegekonzept und vor allem Straßen und Wege ohne Schlaglöcher, Bodenwellen und Unebenheiten, zum Schutz der Radfahrer.

Fazit: den Mainkai wieder für den Autoverkehr öffnen mit einem Tempolimit von 30 Kilometern in der Stunde, am Eisernen Steg besser sogar zehn Kilometer in der Stunde, was durch Dauerblitzgeräte kontrolliert wird. Wenn ein Gesamtverkehrskonzept mit Alternativen entwickelt ist, dann kann erneut über eine Sperrung nachgedacht werden.

Claudia Binnewies, Frankfurt

Mittags am Main

Mein Arbeitsplatz liegt an einer vielbefahrenen Innenstadtverbindung, an der Weißfrauenstraße. Seit der Sperrung des nördlichen Mainufers für den Durchgangsverkehr kann ich keine signifikante Zunahme von Staus und Ausweichverkehr wahrnehmen, entgegen meinen vorherigen Befürchtungen.

Was wirklich nervt, sind handydaddelnde und disziplinlose Autolenker, die durch ihr asoziales Verhalten das Durchkommen der Straßenbahnen erschweren, weil sie die Fahrbahnmarkierungen ignorieren und Kontaktschleifen nicht befahren (Linksabbieger in die Seckbächer Gasse), und die damit verbundenen Hupkonzerte.

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