https://www.faz.net/-gzg-9v59a

Stuntman in Frankfurt : Der Mann, der in Flammen aufgeht

  • -Aktualisiert am

Ein Knochenjob: Alltag des Stuntmans Micha Mann Bild: Rainer Wohlfahrt

Als Stuntman stürzt sich Micha Mann von den Dächern. Er hat schon in vielen Produktionen mitgearbeitet. In Frankfurt kann er von seinem Job trotzdem nicht leben.

          4 Min.

          Als Micha Mann auf das Geländer seines Balkons im zweiten Stock steigt, schließt er für einen Moment die Augen, holt tief Luft, zählt bis drei–und springt. In Bauchlage, waagrecht, fällt er und fällt, bis er sich kurz vor der Landung um 180 Grad dreht und mit der Körperrückseite in den Berg aus Kartons kracht. „Aufregung ist immer da, klar. Schließlich kann ja immer etwas passieren. Ich muss vorher immer kurz runterkommen und mich auf den Moment konzentrieren“, sagt er und rappelt sich hoch. Dabei ist ein Sprung aus dem zweiten Stockwerk bei weitem nicht das Spektakulärste, was der Vierzigjährige in seinem Leben getan hat. Seit 20J ahren arbeitet Micha Mann als Stuntman. Er springt von Häusern, sitzt in Autos, die sich überschlagen, oder stürzt vor laufenden Kameras vom Fahrrad.

          Mann spielt mittlerweile vor allem in Spielfilmen in Frankfurt und Umgebung mit. Im Taunuskrimi nach der Romanvorlage von Nele Neuhaus hat er einen Wagen gesteuert, im Tatort aus Kassel war er für die Spezialeffekte verantwortlich. In Luxemburg hat sich der Wahl-Frankfurter schon in diversen internationalen Kinofilmen von Dächern gestürzt, ist in Flammen aufgegangen, hat sich von Autos anfahren lassen. In seiner ersten großen Filmproduktion verfolgte er Prinzessin Diana in der BBC-Produktion „The Murder of Diana“.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Friedrich Merz am Dienstag in Eltville am Rhein

          Friedrich Merz’ Wutausbruch : Authentisch oder nur gespielt authentisch?

          Hat Friedrich Merz mit seinem Wutausbruch gegen das CDU-„Establishment“ die Dinge einfach nur beim Namen genannt, wie es sich in Demokratien gehört? Über einen eventuell doch sehr taktischen Gebrauch von Empörung in der Politik.
          Verwaist: Der sonst gerne von Partyvolk genutzte Friedberger Platz in Frankfurt im Corona-Modus

          Wie Corona-Verbote wirken : Stille Nächte im Nordend

          Keine Partygänger mehr im Günthersburgpark, auf dem Friedberger Platz und dem Matthias-Beltz-Platz: Die Corona-Verbote in Frankfurt zeigen Wirkung, wie ein Rundgang zeigt.