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Faport Skyliners : Pannenserie auf europäischer Ebene

  • -Aktualisiert am

Nicht immer einer Meinung: Gordon Herbert und die Schiedsrichter. Bild: Joachim Storch

Beim Spiel der Skyliners gegen Boras Baskets zeigen Schieds- und Kampfgericht erhebliche Schwächen. Der Protest der Skyliners folgte prompt nach dem Spiel.

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          Danilo Barthel stand mit ernster Miene auf dem Parkett der Rüsselsheimer Großsporthalle. Großartig gespielt, aber wieder nicht belohnt worden – das ist die bittere Gewissheit, mit der die Fraport Skyliners derzeit sowohl in der Bundesliga als auch in der EuroChallenge leben müssen. Barthel, der 23 Jahre alte Kapitän der Hessen, hatte in der Europapokal-Partie gegen die Boras Baskets noch einmal alles versucht. Und als er etwas mehr als eine Minute vor Spielende den Ball zum 70:69 in den Korb der Schweden legte, schienen die Frankfurter auf dem besten Weg zum Sieg zu sein.

          Doch es kam anders. Zunächst verpassten die Skyliners trotz dreier Offensiv-Rebounds alle Chancen, den Vorsprung gewinnbringend auszubauen, dann verloren sie den Ball, weil die Schiedsrichter einen Einwurf den Schweden zusprachen, den die Frankfurter vehement für sich forderten. Die Pannenserie, bei der das Schiedsgericht, der Technische Kommissar und das Kampfgericht ein paarmal ziemlich schwach aussahen, erreichte ihren Höhepunkt, als der Amerikaner James Miller mit dem Ball in der Hand zum Frankfurter Korb zog und plötzlich – zwei Sekunden vor dem Spielende – die Sirene ertönte. Miller zögerte kürzer als sein viel unerfahrenerer Gegenspieler Johannes Voigtmann, der irritiert innegehalten hatte. Der Dauertopscorer von Boras kurvte am verdutzten Center vorbei und legte den Ball zum Endstand von 72:70 elegant in den Korb. Die Skyliners waren geschlagen.

          Entscheid in den nächsten Tagen

          Natürlich legten die Hessen nach dem Spiel Protest ein. Die Chancen dürften gering sein, denn die Regelung sieht vor, dass nach irrtümlich ausgelösten Signalen das Spiel ohne Unterbrechung weitergeht. Beim europäischen Basketball-Verband, der Fiba Europe in München, waren am Donnerstag noch nicht alle nötigen Unterlagen eingegangen. Über den Prostest werde spätestens innerhalb von drei Tagen entscheiden werden, war von einem Sprecher des Verbandes zu hören.

          Barthel, dem vor allem im Schlussviertel eine spektakuläre Leistungssteigerung gelungen war – 13 seiner insgesamt 15 Punkte glückten ihm während der mitreißenden letzten zehn Minuten –, gab sich weiter kämpferisch, konnte aber seine Enttäuschung nicht verbergen. „Natürlich ist es hart, so zu verlieren“, sagte er, „aber mit einer so dezimierten Truppe so gespielt zu haben, darauf kann man vielleicht sogar ein wenig stolz sein.“

          Sonntag wieder dezimiertes Team

          Dezimiert werden die Frankfurter vermutlich auch in den kommenden Wochen bleiben. Cheftrainer Herbert versucht sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr er gegen aufkommende Frustrationen ankämpft – und umreißt die Dinge in Zahlen und Fakten. „Wir spielen derzeit mit vier Profis aus der Stammmannschaft.“ Der große Rest des Teams setzt sich derzeit aus Spielern zusammen, die normalerweise in der zweiten Bundesliga Pro B auf Korbjagd gehen. Frisches Personal zu bekommen ist laut Herbert schwierig. Gunnar Wöbke, der geschäftsführende Gesellschafter der Skyliners, hat diesbezüglich wiederholt mit dem Hinweis auf die beschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten reagiert. Wohl auch kürzlich im Gespräch mit dem Headcoach. Der bräuchte „eigentlich zwei neue Spieler“, wie Herbert am Donnerstag sagte, „hoffentlich bekomme ich wenigstens einen“.

          So wie es aussieht, werden die Frankfurter aber an diesem Sonntag genauso dezimiert in ein Spiel gehen, das für den abstiegsgefährdeten Klub wegweisend sein könnte. In der Ballsporthalle (17 Uhr) sind die Tigers Tübingen der Gegner. Die Skyliners stehen derzeit auf dem siebzehnten, die Schwaben punktgleich auf dem sechzehnten Platz. Für den Verlierer wird es weiter bergab gehen.

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