https://www.faz.net/-gzg-9i2za

Klassiker zum Jahreswechsel : Winterträume und Feuerwerke

Ausgezeichnete Solistin: Veronika Eberle ist am Dienstag in der Reihe der Wiesbadener Meisterkonzerte zu hören. Bild: Felix Broede

Zum Jahreswechsel dürfen sich Klassikfreunde auf diese Silvester- und Neujahrskonzerte in Frankfurt, Wiesbaden und Bad Homburg freuen.

          Es muss ein riesiges Spektakel gewesen sein, wenngleich das Feuerwerk nicht wie geplant zündete und sogar ein Podest in Brand geriet. Händels „Music for the Royal Fireworks“ aber wurde bei ihrer Uraufführung 1749 zur königlichen Friedensfeier in London ein voller Erfolg – in einer für damalige Verhältnisse enormen Besetzung mit mindestens 57 Bläsern und Trommlern. Tatsächlich hatte Händel seine „Feuerwerksmusik“ dem Anlass entsprechend so komponiert, dass sie der Pyrotechnik Paroli bieten konnte. Was böte sich von daher für den Silvesterabend mehr an als diese barocke Orchestersuite? In Frankfurt hat es Tradition, sie in der Dreikönigskirche am Sachsenhäuser Mainufer am letzten Abend des Jahres spät, von 22 Uhr an, in einer schmissigen Bearbeitung zum Klingen zu bringen. Dieser Tradition folgen das Trompetenensemble Quattromba, Heidi Merz an Pauken und Schlagzeug und Kantor Andreas Köhs an der Orgel auch dieses Jahr wieder.

          Guido Holze

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf der anderen Mainseite geht es in der dann schon stets von Böllern heftig umtosten Kirche Sankt Katharinen an der Hauptwache unterdessen meist besinnlicher zu, wozu das Publikum in kollektiver Ruhe viel beiträgt. Die Rede ist natürlich von Martin Lückers traditionellem Orgelkonzert, das diesmal von 22.30 Uhr an wieder „Romantisch ins Neue Jahr“ führt: mit Werken von Elgar, Brahms, Mendelssohn, Franck und Vierne.

          Repräsentativ, prunkvoll, schön

          Wie bei wohl allen Silvesterkonzerten ist rechtzeitig Schluss, um zur Mitternachtsstunde noch in der Nähe, etwa am Main, mit einem Gläschen Sekt anstoßen zu können. Bei einem anderen, unter Klassikfreunden besonders beliebten Silvesterkonzert läuten dazu sogar stets die Glocken, nämlich die der Erlöserkirche in Bad Homburg, wo seit vielen Jahren die Kantorin Susanne Rohn immer ein sinfonisches Programm gestaltet. Mit Musikern der Frankfurter Orchester und dem jungen Pianisten Nuron Mukumi nimmt sie sich nun Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18 und Tschaikowskys Sinfonie Nr. 1 g-Moll op. 13 („Winterträume“) vor.

          Von den Neujahrskonzerten der Region ist sicher das mit dem hr-Sinfonieorchester, das am ersten Tag des Jahres immer in der Landeshauptstadt Wiesbaden zu Gast ist, das repräsentativste, zumal sich im prunkvollen Thiersch-Saal des Kurhauses der schönste Rahmen dafür bietet. In der Reihe der Wiesbadener Meisterkonzerte erklingen dort am Dienstag von 15.30 Uhr an unter der Leitung des in Toronto tätigen, früheren Frankfurter Kapellmeisters Johannes Debus Werke von Verdi, Prokofjew und Tschaikowsky sowie im Zentrum Mozarts Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216 mit der ausgezeichneten Solistin Veronika Eberle (Foto), einer Schülerin der legendären Violinpädagogin Ana Chumachenco.

          Ebenso prächtig wie das Kurhaus ist nur das benachbarte Staatstheater in Wiesbaden ausgestattet. Dort begrüßt das Hessische Staatsorchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Patrick Lange das neue Jahr diesmal von 17 Uhr an „mit orientalisch inspirierten Werken der Klassik, Romantik und Gegenwart und den schönsten Klassikern des Wiener Neujahrskonzerts“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Thunberg beim Klimagipfel : „Wie könnt Ihr es wagen!“

          Greta Thunberg kritisiert beim UN-Klimagipfel in New York die zögerliche Haltung der Politik beim Klimaschutz und reicht eine Menschenrechtsbeschwerde ein. Bundeskanzlerin Merkel antwortet: „Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört.“

          Pendlerpauschale : Habecks Eigentor

          Es sei doch sympathisch, wenn Politiker mal zugeben, dass sie keine Ahnung haben, heißt es. Das stimmt – bei Robert Habeck und der Pendlerpauschale aber ist es fatal.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.