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Silverster in Frankfurt : 360-Grad-Kamera gegen Täter

Unübersichtliches Gedränge: Silvester auf dem Eisernen Steg Bild: Marcus Kaufhold

Frankfurt will an Silvester auf ein ähnliches Konzept setzen, wie Köln es bekannt gegeben hat. Doch Frauendezernentin Rosemarie Heilig sieht auch die Frankfurter in der Pflicht.

          Nicht nur die Stadt Köln, sondern auch Frankfurt setzt an Silvester auf ein massives Polizeiaufgebot, das sexuelle Übergriffe und andere Straftaten wie im vergangenen Jahr verhindern soll. Schon vor einigen Wochen wurde bekannt, dass rund um den Eisernen Steg eine Sicherheitszone errichtet wird, die nur über Zugangskontrollen betreten werden darf 1500 Beamte wie in Köln werden es in Frankfurt nicht sein, aber dennoch ist auch in Frankfurt das Aufgebot zum Jahreswechsel groß wie nie. Dem Vernehmen nach liegt die Zahl der Sicherheitskräfte ebenfalls bei mehreren hundert bis tausend Beamten. Zudem setzt die Polizei eine 360-Grad-Kamera ein, die aus erhöhter Position das Geschehen am Eisernen Steg erfassen soll.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Details zu den Absperrungen hat die Stadt bislang noch nicht mitgeteilt. So ist etwa noch unklar, wie genau die Zugangskontrollen ablaufen werden, die die Stadt nun per Allgemeinverfügung umsetzen muss. Bekannt ist bisher nur, dass Pyrotechnik in diese Zone nicht mitgebracht werden darf.

          Besondere Aufbauorganisation gegründet

          Die Sicherheitszone selbst soll sich nach Vorstellungen der Polizei am Mainkai auf das Areal rund um den Eisernen Steg beschränken. Angedacht ist eine Sperre von der Untermainbrücke bis zur Alten Brücke. In diesem Bereich versammeln sich jedes Jahr mehrere zehntausend Menschen, um den Jahreswechsel zu feiern. Die Polizei vermutet, dass es dort im Gedränge zu Situationen kommen könnte, die es, wie im vergangenen Jahr, Straftätern erleichtern könnten, Diebstähle oder sexuelle Übergriffe zu begehen.

          In regelmäßigen Abständen entlang des Mainufers soll es Durchlassstellen geben, an denen die Feiernden kontrolliert werden. Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte schon vor einigen Wochen deutlich gemacht, dass die Beamten „potentielle Tätergruppen im Fokus haben werden“. Im Fall von Straftaten wollen die Beamten unmittelbar und konsequent einschreiten. So werden uniformierte Kräfte und Beamte in Zivil am Eisernen Steg, aber auch in der weiteren Innenstadt unterwegs sein.

          Zudem würden Ermittler eingesetzt, um „notfalls in der gleichen Nacht noch Vernehmungen durchzuführen oder, wenn nötig, weitere Erkenntnisse gewinnen zu können“, wie Bereswill sagte. Die Polizei hat für die Silvesternacht erstmals eine sogenannte Besondere Aufbauorganisation (BAO) gegründet, die das Geschehen um den Jahreswechsel herum mit einem eigenen Einsatzleiter begleiten wird.

          63 Strafanzeigen im vergangenen Jahr

          Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) will schon an diesem Freitag Banner am Eisernen Steg aufhängen lassen, auf denen Frauen und Mädchen ermutigt werden sollen, sich im Falle von Übergriffen – anders, als das im vergangenen Jahr der Fall war – Hilfe zu holen.

          Laut Heilig sind die Bürger aufgerufen, bei Übergriffen einzuschreiten. Ein Banner trägt die Aufschrift „Respekt. Stoppt Sexismus“, ein anderes „Mein Nein heißt Nein“. Diese Botschaft ist in zwölf Sprachen abgedruckt. Wie Heilig mitteilt, will sie mit den Bannern deutlich machen, dass „Frankfurt Position bezieht“. Im vergangenen Jahr hatten in den Tagen nach dem Jahreswechsel insgesamt 63 Frauen und Mädchen Strafanzeige gestellt, weil sie sexuell bedrängt und zum Teil noch beraubt worden waren. Die meisten Vorfälle hatten sich auf dem Eisernen Steg und in der Nähe ereignet. Einige Übergriffe gab es allerdings auch am Hauptbahnhof.

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