https://www.faz.net/-gzg-a9bf0

Pandemie in Hessen : Sieben-Tage-Inzidenz leicht gesunken

  • Aktualisiert am

Die Zahl der Impfungen in Hessen soll bald steigen. Bild: dpa

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt wieder. Trotzdem verzeichnet das Robert-Koch-Institut am Samstag eine etwas niedrigere Inzidenz als am Vortag. Auf der Impf-Rangliste des Bundes will es Hessen weiter nach vorne schaffen.

          3 Min.

          In Hessen sind innerhalb eines Tages 733 neue Corona-Fälle bestätigt worden. Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg um 14 auf 5930, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, lag landesweit bei 67,5 und damit etwas niedriger als am Vortag (68,9). 776 neue Corona-Fälle hatte das RKI am Freitag vermeldet, am vergangenen Samstag lag die Zahl bei 780.

          Bis Mittwoch dieser Woche ist die Zahl der aktiven Corona-Fälle wochenlang in Hessen gesunken. Seitdem verzeichnet das Robert-Koch-Institut wieder mehr Infektionen, die als nicht ausgestanden gelten. Zum Donnerstag hatte es 923 verzeichnet. Seit Beginn der Pandemie wurden in Hessen 192.184 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert.

          In den Regionen wies dem RKI zufolge weiter der Lahn-Dill-Kreis mit 105 den höchsten Inzidenzwert auf, gefolgt von der Stadt Offenbach mit 104,4. Hessenweit wurden 254 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen behandelt, davon mussten 136 beatmet werden. 1693 der 1970 verfügbaren Intensivbetten im Land waren belegt.

          Museen öffnen Mitte nächster Woche

          Die Kultureinrichtungen des Landes Hessen öffnen ab dem 12. März für Besucher. Dies teilte Kulturministerin Angela Dorn (Die Grünen) am Freitag laut dpa mit. Dies gelte für das Hessische Landesmuseum Darmstadt, das Museum Wiesbaden, die Museumslandschaft Hessen-Kassel, die Staatlichen Schlösser und Gärten sowie das Archäologische Landesmuseum mit der Saalburg und der Keltenwelt am Glauberg. Für den Besuch müssen Termine vereinbart und Kontaktdaten hinterlassen werden. Der Opel-Zoo will schon am Montag öffnen, der Frankfurter im Laufe der nächsten Woche. Was in Hessen künftig gilt, steht in Kurzform hier.

          Zahl der Impftermine soll steigen

          Seit Wochen nimmt Hessen in der Impf-Rangliste der Bundesländer nur hintere Plätze ein. Doch nun soll es voran gehen. „Die Zahl der Impftermine wird deutlich steigen“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums der F.A.Z. am Freitag. Er verwies auf Zehntausende weiterer Impfdosen der Hersteller Biontech und Astra-Zeneca. Bisher hat Hessen nach seinen Worten mehr als 750.000 Impfdosen erhalten. 580.000 davon entfielen auf Biontech, gut 160.000 auf Astra-Zeneca. Das Unternehmen habe nach zuvor 112.000 am Montag 50.000 geliefert, die das Land nun an die Impfzentren verteile. Vom Hersteller Moderna erwartet das Land demnach derzeit keine weitere Lieferung; bisher hat es nur einige Tausend Impfdosen von ihm bekommen.

          35.000 Termine für Angehörige der Prio-Gruppe 2 hat das Land laut Innenministerium vergeben. Rund 1,5 Millionen Menschen in Hessen gehören ihr an, wie es heißt. Welche Personen dieses Angebot betrifft, erläutert das Land in einer Erklärung.

          Nur Brandenburg bei Erstimpfquote hinter Hessen

          Bis Donnerstagabend wurden fast 491.400 Menschen gegen das Coronavirus geimpft, nach 390.000 zu Ende vergangener Woche. Darunter sind 333.500 Erstimpfungen. Für gut 34.400 davon ist das Produkt von Astra-Zeneca zum Einsatz gekommen und damit mehr als doppelt so viele wie am Freitag. Zehntausende Dosen dieses Produkts liegen aber noch bereit. Die Quote bei den Erstimpfungen beträgt 5,3. Das bezieht sich prozentual auf die hessische Bevölkerung. Hessen ist mit Sachsen-Anhalt weit hinten in der Länder-Rangliste. Nur Brandenburg schneidet schlechter ab. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 5,7 Prozent.

          Bei den Zweitimpfungen liegt Hessen mit 2,5 vor Niedersachsen am Tabellenende. Gut 157.800 Hessen haben bisher die zweite Spritze gegen das Coronavirus erhalten, Rheinland-Pfalz und Berlin führen mit 3,4 Prozent – der Mittelwert im Bund liegt bei 2,8. Für Thüringen weist das RKI eine 3,1 aus. In den 28 Impfzentren wären bei Auslastung insgesamt bis zu 50.000 Corona-Impfungen am Tag möglich. Die höchste Zahl der Impfungen nimmt jedoch mit der zur Verfügung stehenden Impfstoffmenge und der sich daran orientierenden Vergabe der Termine für eine Schutzimpfung ab.

          Derweil muss sich Ministerpräsident Volker Bouffier einiger Kritik erwehren. Bouffier hat zwar die Beschlüsse des Corona-Gipfels vom Mittwochabend verteidigt, doch lässt etwa der Handelsverband Hessen seinem Frust freien Lauf. „Wir hätten uns gewünscht, dass eine deutlichere Öffnungsstrategie zu erkennen ist. Nun wird vielmehr der Lockdown im Handel fortgeschrieben“, schreibt sein Präsident Jochen Ruths, selbst Einzelhändler. Gut sei die bundesweite Anwendung des vom Handelsverband Hessen vorgeschlagenen Konzepts Click and Meet, nach dem Händler Kunden mit zuvor vereinbarten Terminen bedienen können.

          Aber: „Insgesamt sind wir von den nun gefassten Beschlüssen enttäuscht.“ Die Inzidenzwerte blieben weiterhin die absolute Größe für mögliche Öffnungen – „gerade das nehmen wir mit großer Verwunderung zur Kenntnis, da die Politik jüngst immer wieder darauf verwiesen hatte, dies nicht mehr zu tun“. Entsprechend hatte sich Bouffer zuvor geäußert. „Die einzige greifbare Perspektive ist, dass unsere Betriebe am 28. März 2021 insgesamt sieben Monate lang geschlossen haben“, erklärte Gerald Kink, Präsident des hessischen Gastgewerbes.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Joe Biden am Mittwoch bei einer Fernsehansprache im Weißen Haus.

          Abzug aus Afghanistan : Biden zieht einen Schlussstrich

          Bis zum 11. September sollen die Soldaten aus Afghanistan abziehen – dann endet Amerikas längster Krieg. Zurück bleibt ein ungutes Gefühl. Doch der Präsident sieht Amerika mitten in einem weit größeren Konflikt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.